Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

US-Newsletter „Zukunftslabor USA“ Ein Hedgefonds will den größten US-Ölkonzern Exxon Mobil zum Umdenken zwingen

Der Newsletter „Zukunftslabor USA“ greift Trends, Tabubrüche, Ideen und Experimente aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten auf. Er zeigt, was diese für Deutschland und Europa bedeuten.
26.05.2021 - 12:16 Uhr Kommentieren
Mit dem Showdown bei Exxon Mobil erreicht der Kampf fürs Klima mit kapitalistischen Mitteln eine neue Dimension. Quelle: AP
Ölkonzern

Mit dem Showdown bei Exxon Mobil erreicht der Kampf fürs Klima mit kapitalistischen Mitteln eine neue Dimension.

(Foto: AP)

New York Die USA sind in Bewegung. Das gilt nicht nur für das wieder erwachte New York, wo es mittlerweile leichter ist, spontan den Covid-Impfstoff der Wahl in der Apotheke an der Ecke zu bekommen als eine Restaurant-Reservierung. Das gilt auch für die Welt des großen Geldes, wo der Kapitalismus derzeit Kopf steht. Und diesmal geht es nicht um Krypto, SPACs oder IPOs.

In dieser Woche, genau genommen am heutigen Mittwoch, könnten wir Zeugen eines ganz besonderen Aufstands der Aktionäre werden. Diesmal geht es um aktivistische Investoren, die ihre geballte Finanzmacht nutzen wollen, um ihre Interessen durchzusetzen.

An sich nichts Neues, möchte man meinen. Carl Icahn, Bill Ackman, Paul Singer kommen in den Sinn – Investoren, die mit ihren Milliarden Aufsichtsräte oder ganze Vorstände austauschen, um mit ihren Strategien den eigenen Gewinn möglichst schnell zu maximieren.

Aber diesmal haben es die aktivistischen Aktionäre nicht auf kurzfristige Rendite abgesehen, sondern darauf, den größten US-Ölkonzern Exxon Mobil zum grünen Umdenken zu zwingen: „Engine No 1“ – Maschine Nummer eins – nennt sich der erst vor einem halben Jahr gegründete aktivistische Hedgefonds, der auf der Hauptversammlung am Mittwoch seine Muskeln spielen lässt: Engine No. 1 fordert, dass Exxon stärker auf alternative Energien setzt und will vier von 12 Aufsichtsratsposten mit seinen eigenen Kandidaten besetzen.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Hinter dem Fonds stehen keine Öko-Aktivisten von Greenpeace, sondern erfahrene Finanz-Profis: der Tech-Investor Chris James und Charles Penner, der Anfang 2018 mit dem aktivistischen Investmentfonds Jana Partners gegen Apple mobil gemacht hatte, weil iPhones süchtig machten. Drei große Pensionsfonds haben bereits ihre Zustimmung signalisiert.

    Die Energie-Branche und die Welt ändern sich. Um den Wert für Aktionäre zu schützen und zu stärken, muss sich auch Exxon Mobil ändern. Engine No. 1

    Mit dem Showdown bei Exxon Mobil erreicht der Kampf fürs Klima mit kapitalistischen Mitteln eine neue Dimension. Schon heute sind Nachhaltigkeitsfonds keine Nischenplayer mehr, sondern verwalten knapp zwei Billionen Dollar. Und auch große Pensionsfonds und Versicherer kalkulieren das Klimarisiko längst auch als Finanzrisiko. Aber dass aktivistische Hedgefonds sich einkaufen, um die Dinge zu bewegen, das ist neu.

    Infografik

    Und es ist sehr amerikanisch, dass der Druck eben auch bei großen gesellschaftlichen und Umwelt-Themen nicht nur von der Politik kommt, sondern auch und manchmal sogar stärker von der Wall Street. In einem Land, in dem ein Großteil der Altersabsicherung - auch die der Lehrer und Staatsangestellten - an den Finanzmärkten investiert ist, sind deren Pensionsfonds extrem mächtig.

    Man mag die Abhängigkeit der Altersvorsorge von den Finanzmärkten kritisieren. Doch wenn diese Verwalter von Milliarden-Portfolien ihren Einfluss zum Wohle des Klimas einsetzen, kann man das nur begrüßen. Was Gewissen, Appelle und Öko-Aktivisten nicht schaffen, das schafft manchmal das Kapital. Auch hier sind die USA wieder einmal ein Zukunftslabor.

    Mehr: China, Russland, Nahost: Hier stößt Bidens Diplomatie an Grenzen

    Startseite
    Mehr zu: US-Newsletter „Zukunftslabor USA“ - Ein Hedgefonds will den größten US-Ölkonzern Exxon Mobil zum Umdenken zwingen
    0 Kommentare zu "US-Newsletter „Zukunftslabor USA“: Ein Hedgefonds will den größten US-Ölkonzern Exxon Mobil zum Umdenken zwingen"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%