US-Notenbank Trump schimpft nach Kurseinbruch an der Wall Street: „Die Fed ist verrückt geworden“

Nach den schweren Verlusten am US-Aktienmarkt teilt Präsident Trump erneut gegen die Fed aus. Die Zinserhöhungen sind ihm ein Dorn im Auge.
Update: 11.10.2018 - 01:29 Uhr Kommentieren
USA: Donald Trump schimpft nach Kurseinbruch vom Dow Jones Quelle: Reuters
Donald Trump

Die Notenbank fahre geldpolitisch einen zu straffen Kurs, meint der US-Präsident.

(Foto: Reuters)

New YorkUS-Präsident Donald Trump hat nach dem massiven Einbruch am New Yorker Aktienmarkt am Mittwoch die US-Notenbank scharf kritisiert. „Ich glaube, die Fed macht einen Fehler,“ sagte der Republikaner am Mittwoch zur Zinspolitik der Federal Reserve. „Ich denke, dass die Fed verrückt geworden ist“, sagte Trump vor einer Wahlkampfveranstaltung in Pennsylvania.

Die Befürchtungen der Anleger über schnell steigende Zinsen ließen den Dow-Jones-Index am Mittwoch um mehr als 800 Punkte fallen. „Eigentlich ist es eine Korrektur, auf die wir schon lange gewartet haben, aber ich bin wirklich nicht damit einverstanden, was die Fed tut“, fügte der Präsident hinzu.

Die US-Währungshüter haben 2018 ihren Schlüsselsatz zur Versorgung der Geschäftsbanken mit Geld schon drei Mal angehoben - auf das aktuelle Niveau von 2,00 bis 2,25 Prozent. Bis Ende 2019 haben sie noch insgesamt vier weitere Schritte nach oben angedeutet. Die Markterwartungen für einen weiteren Zinsschritt bereits im Dezember lagen nach Angaben des FedWatch-Tools der CME Group bei 76,3 Prozent.

US-Notenbankchef Jerome Powell hatte jüngst signalisiert, die Fed könne angesichts der „bemerkenswert positiven“ Konjunktur die Zinsen auch noch stärker anheben, damit die Wirtschaft nicht überhitzt. Dabei betonte Powell auch die Unabhängigkeit der Notenbanker und bekräftigte: „Wir berücksichtigen keine politischen Faktoren.“

Die jüngste Zinserhöhung im September zog Kritik von Trump auf sich. „Leider haben sie die Zinsen gerade wieder erhöht,“ sagte er kurz darauf. „Ich bin darüber nicht glücklich.“ Ihm ist die Gangart der Fed bei der Straffung der Geldpolitik zu aggressiv. Die Zentralbank sehe sich keinem Inflationsproblem gegenüber und schreite mit der Erhöhung der Leitzinsen zu schnell voran. Er wiederum wolle „in der Lage sein, Schulden zurückzuzahlen.“

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