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US-Präsident Trump sagt Staatsbesuch in Dänemark wegen Grönland-Streits ab

Weil der Verkauf Grönlands für Dänemark außer Frage steht, hat Donald Trump das geplante Treffen kurzerhand abgesagt. Premierministerin Frederiksen bekräftigt ihr Nein.
Update: 21.08.2019 - 08:55 Uhr 7 Kommentare

Trump lässt Besuch in Dänemark wegen Grönland-Abfuhr platzen

New York US-Präsident Donald Trump hat den für Anfang September geplanten Staatsbesuch in Dänemark abgesagt. Er begründet diese Entscheidung damit, dass die dänische Regierungschefin Mette Frederiksen nicht über einen Verkauf der zu Dänemark gehörenden Arktis-Insel Grönland sprechen will. Beim Kurznachrichtendienst Twitter erklärte der US-Präsident, Frederiksen habe den USA und Dänemark „einen sehr großen Aufwand“ erspart, indem sie so direkt gewesen sei.

Der stellvertretende Sprecher des Weißen Hauses, Judd Deere, bestätigte die Absage des Staatsbesuches wenig später in Washington.

Die dänische Premierministerin äußerte sich am Mittwochmorgen zu Trumps Absage. Sie schlägt sich auf Seiten ihres grönländischen Amtskollegen Kim Kielsen, dass die Arktisinsel nicht zum Verkauf stehe. „Glücklicherweise ist die Zeit, in der man andere Länder und Bevölkerungen kaufen und verkaufen konnte, vorbei,“ erklärte Frederiksen.

Trotz der Absage des Präsidenten wünscht sie sich eine engere strategische Beziehung mit den USA. Sie bezeichnet die Weltmacht als „unseren wichtigsten Verbündeten“ und würde sie auf einen Besuch Trumps freuen, führt Frederiksen aus.

Trump sollte ursprünglich am 2. September nach Dänemark reisen. Neben einem Treffen mit Ministerpräsidentin Frederiksen war auch ein Besuch bei Königin Margrethe II. geplant. Bereits am Sonntag hatte Trump angedeutet, dass die Reise eventuell abgesagt werden könne.

Der US-Präsident hatte sich in der vergangenen Woche erstmals über einen eventuellen Kauf Grönlands geäußert. Die Insel sei für die USA „strategisch“ interessant. „Im Grunde wäre es ein großes Immobiliengeschäft“, fügte Trump hinzu.

In Grönland und Dänemark hatten Trumps Kaufideen Kopfschütteln und Unverständnis ausgelöst. Sowohl Grönlands Regierungschef Kielsen, als auch die dänische Ministerpräsidentin Frederiksen wiesen Trumps Kaufinteresse entschieden zurück. „Ich hoffe inständig, dass dies nicht ernst gemeint ist“, sagte Frederiksen in einem Statement.

Grönland gehört mit seinen rund 56.000 Einwohnern als autonomer Landesteil zum Königreich Dänemark. Mit einer Fläche von rund 2,1 Millionen Quadratkilometern gilt Grönland als größte Insel der Erde und gehört zur Arktis. Aufgrund der reichhaltigen Bodenschätze, die unter der kilometerdicken Eisdecke Grönlands verborgen sind, ist die Insel von strategisch wichtiger Bedeutung in der arktischen Region.

Regiert wird Grönland von einer autonomen Regierung, lediglich in der Außen- und Verteidigungspolitik hat Kopenhagen die Federführung inne. Staatsoberhaupt Grönlands ist, wie in Dänemark auch, Königin Margrethe II. Die Inselregierung unter Ministerpräsident Kim Kielsen strebt langfristig eine erweiterte Selbstverwaltung und mehr Eigenständigkeit für Grönland an.

Mehr: Die dänische Ministerpräsidentin hat auf Trumps Kaufinteresse an Grönland reagiert: Sie wolle „stark hoffen“, dass die Idee nicht ernst gemeint sei.

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7 Kommentare zu "US-Präsident: Trump sagt Staatsbesuch in Dänemark wegen Grönland-Streits ab"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Die Chinesen machen genau dasselbe und sogar im Großen Stil Sie hängen das nur nicht an die große Glocke.
    Man nennt das auch "Land Grabbing":
    https://de.wikipedia.org/wiki/Land_Grabbing
    China muss immerhin >1,3 Milliarden Menschen ernähren - und das Land ist im Gegensatz zu den USA nicht autark.
    China schließt solche "Deals" allerdings überwiegend mit korrupten, totalitären Regimes ab (vor allem in Afrika). Das sind dann in der Regel Angebote, die die Machthaber dort nicht ablehnen können, aber die die Bürger sehr wohl abgelehnt hätten.
    Russland hat früher schließlich auch einmal Alaska an die USA verkauft (und ärgert sich heute noch schwarz darüber), aber ich sehe die amerikanischen Kaufabsichten in Grönland auch eher als PR-Gag von Trump an...

  • @Stefan Schmidt : Über Ihren Kommentar sollten Sie u.U. noch einmal nachdenken im Angesicht der vielen Mauertoten... Pietät?

  • Haha, also seit Trump aus den USA eine Bananenrepublik machen möchte und aus Grönland eine Goldgrube, sind die Artikel hier lustiger als in jedem Satiremagazin!

  • Wenn das jetzt schon als Streit aufgefasst wird, ist die Diplomatie am Ende.
    Einer will etwas kaufe, was ein anderer nicht verkaufen will. Für Donald ist das der Grund einen Staatsbesuch abzusagen. Er damit offensichtlich von ernsteren Problem ab.

  • Vielleicht sollten wir ein crowd-investing starten und Massachusetts, Main, Vermont , Florida und California kaufen!
    Ein Tausch von Sachsen und Brandenburg, etc. ist mir auch gleich eingefallen, aber das kann man den "guten" Amerikanern nicht zumuten.

  • Bravo Herr Schmidt. Frankreich koennte ja auch Louisana und den restlichen Sueden der
    Staaten zurueckkaufen. Und Russland natuerlich Alaska.

  • Das kleine Kind bekommt nicht, was es will und ist jetzt sauer!

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