US-Präsident Trump Weißes Haus entschuldigt sich für falsches Eigenlob über Jobs für Afroamerikaner

Der US-Präsident hat dreimal mehr Jobs für Afroamerikaner geschaffen als Obama in acht Jahren, sagt Trumps Sprecherin – und muss zurückrudern. Sie liegt falsch.
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Donald Trump: Weißes Haus entschuldigt sich für falsches Eigenlob Quelle: AP
Sarah Huckabee Sanders

Zurückgerudert.

(Foto: AP)

DüsseldorfDonald Trump stichelt gerne und ausführlich gegen angebliche Fake News. Medien, die recherchieren und dem US-Präsidenten tatsächliche Unwahrheiten nachweisen, kritisiert er scharf. Kein Wort der Einsicht, Richtigstellung – bis jetzt: In einem für die Trump-Regierung seltenen Schritt hat das Weiße Haus einen Fehler eingeräumt.

Im Zentrum steht nicht der Präsident selbst, sondern Trumps Pressesprecherin Sarah Huckabee Sanders. Diese hatte am Dienstagabend verkündet, der ehemalige US-Präsident Barack Obama habe während seiner Amtszeit lediglich 195.000 Jobs für Afroamerikaner geschaffen, Trump dagegen in knapp zwei Jahren 700.000. „Präsident Trump hat in seinen ersten eineinhalb Jahren bereits das Dreifache dessen erreicht, was Präsident Obama in acht Jahren getan hat“, sagte sie. Dreimal so viele Jobs in einem Viertel der Zeit also.

Doch das stimmt so nicht. Zwar trifft die Zahl der 700.000 Arbeitsplätze zu, aber in den acht Jahren unter Obama haben deutlich mehr Schwarze einen Job gefunden, als Sanders erklärte. Folglich ruderte sie zurück: Sie habe falsch gelegen, twitterte die Pressesprecherin: „Der Fehler tut mir leid, aber keine Entschuldigungen wegen der 700.000 geschaffenen Jobs für Afroamerikaner.“ Die genannten Zahlen für Trump und Obama seien korrekt gewesen, der Zeitrahmen in Bezug auf Obama aber nicht, so Sanders.

Das Council of Economic Advisors (CEA), ein Beratungsorgan des US-Präsidenten in Wirtschaftsfragen, hatte als erstes auf die falsche Aussage reagiert und sich für das „Missverständnis“ mit Sanders entschuldigt. Offizielle Statistiken des CEA zeigen: In Wahrheit kamen zwischen Januar 2009 und Januar 2017 knapp drei Millionen Arbeitsstellen für Afroamerikaner hinzu. Als Obama das Oval Office verließ, lag die Gesamtzahl bei 18,4 Millionen Menschen.

Die Zahl der Arbeitslosen unter schwarzen Arbeitern lag im März 2010 bei 16,8 Prozent, bis Januar 2017 ging sie auf 7,8 Prozent zurück. Unter Trump ging sie weiter auf ein Rekordtief von 5,9 Prozent im Mai zurück. Sie liegt allerdings noch immer fast doppelt so hoch wie unter Weißen. Deren Arbeitslosenrate beträgt 3,4 Prozent.

Wenn man die Zählung neuer Jobs am Wahltag beginne, liege Trump nach den ersten 20 Monaten im Vergleich mit Obamas Beginn seiner zweiten Amtszeit leicht vorne, sagte Ernie Tedeschi der „Washington Post“. Tedeschi ist Ökonom und arbeitete unter Obama im US-Finanzministerium. „Wenn man die Uhr am Tag der Amtseinführung startet, lag Obama leicht vorne“, so Tedeschi. Die wichtigste Erkenntnis sei aber diese: „dass die Geschwindigkeit des Jobwachstums sich zwischen beiden Präsidenten nicht wesentlich verändert hat“.

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