Nikki Haley und Donald Trump

Die UN-Botschafterin der USA erklärte überraschend ihren Rücktritt.

(Foto: Reuters)

US-Präsident Womit Trumps Ex-Mitarbeiter nun ihr Geld verdienen

Die Fluktuation im Weißen Haus ist groß, jüngst kündigte Nikki Haley ihren Rücktritt als UN-Botschafterin an. Was Trumps Ex-Mitarbeiter nun beruflich machen.
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DüsseldorfDonald Trumps Personalkarussell dreht sich überdurchschnittlich schnell: Der US-Präsident hat bereits einen größeren Verschleiß an Mitarbeitern als seine Vorgänger – sei es, weil er sie schasste oder sie Trump verließen.

Nach einer Statistik der „New York Times“ gab es in den ersten 14 Monaten der Trump-Regierung bei 9 von 21 hochrangigen Positionen im Weißen Haus oder im Kabinett mindestens einmal einen Besetzungswechsel. Unter Trumps Vorgänger Barack Obama habe die Zahl im selben Zeitraum bei zwei gelegen, unter Präsident George W. Bush bei eins und unter Präsident Bill Clinton bei zwei.

Jüngst verkündete UN-Botschafterin Nikki Haley überraschend ihren Rücktritt. Doch was macht Trumps Ex-Spitzenpersonal mittlerweile? Eine Auswahl.

Nikki Haley (UN-Botschafterin)

Am Dienstag gab die 46-Jährige bekannt, dass sie ihren einflussreichen Posten als UN-Botschafterin zum Jahresende aufgeben wird. Während ihres gemeinsamen Auftritts mit Trump im Weißen Haus betonte Haley, dass ihre Entscheidung nicht auf ein Zerwürfnis mit dem US-Präsidenten zurückzuführen sei.

Welche beruflichen Pläne Haley ab kommenden Jahr hat, hat sie bisher noch nicht bekanntgegeben. Es gibt jedoch viele Spekulationen: Ihr wurden unter anderem Ambitionen nachgesagt, bei der nächsten Präsidentenwahl antreten zu wollen.

Die UN-Botschafterin der USA gibt ihren Posten zum Jahresende auf. Quelle: Getty Images
Nikki Haley

Die UN-Botschafterin der USA gibt ihren Posten zum Jahresende auf.

(Foto: Getty Images)

Den Vermutungen trat Haley direkt entgegen. Ein Kommentator des Trump nahe stehenden US-Senders Fox vermutet, Haley könnte eher die Wahl im Jahr 2024 ins Auge fassen – und vorerst einen lukrativen Job in der Privatwirtschaft annehmen.

In einem Schreiben an den US-Präsidenten deutete Haley einen Wechsel in die Wirtschaft zumindest an. Sie sei nun seit 14 Jahren in öffentlichen Ämtern, schrieb Haley. Sie gehe davon aus, dass Trump als Geschäftsmann verstehe, dass ein Wechsel von einem solchen Amt in den Privatsektor „kein Schritt abwärts, sondern ein Schritt nach oben ist“.

Michael Cohen (Ex-Anwalt)

Der ehemalige Anwalt des US-Präsidenten gestand wegen diverser Vergehen seine Schuld ein. Für Trump war das ein schwerer Schlag. Quelle: Reuters
Michael Cohen

Der ehemalige Anwalt des US-Präsidenten gestand wegen diverser Vergehen seine Schuld ein. Für Trump war das ein schwerer Schlag.

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Der ehemalige Anwalt des US-Präsidenten gilt als Schlüsselfigur in der Affäre um die Porno-Darstellerin Stormy Daniels, die behauptet, ein Verhältnis mit Trump gehabt zu haben. Der bestreitet das. Im August gab Cohen vor Gericht überraschend zu, dass Trump mit seiner Hilfe in der Endphase des Wahlkampfes Schweigegeld an die Frau gezahlt habe, damit sie die Affäre nicht öffentlich macht.

Trump reagierte darauf verärgert und stellte über Twitter dessen juristische Fähigkeiten infrage. „Wenn irgendjemand auf der Suche nach einem guten Anwalt ist, würde ich ihm stark raten, nicht die Dienste von Michael Cohen in Anspruch zu nehmen!“, schrieb der US-Präsident in dem Kurznachrichtendienst.

Cohen arbeitet dennoch weiterhin als Anwalt – und ist nach dem Zerwürfnis wieder zu den Demokraten gewechselt. Cohen war bis zum Jahr 2017 bereits Demokrat, wurde dann Republikaner und begann, unter Steve Wynn im Finanzausschuss der Partei zu arbeiten.

Rex Tillerson (Ex-Außenminister)

Der ehemalige Außenminister gehörte zu den wenigen, die den unberechenbaren Präsidenten im Zaum halten sollten. Quelle: AP
Rex Tillerson

Der ehemalige Außenminister gehörte zu den wenigen, die den unberechenbaren Präsidenten im Zaum halten sollten.

(Foto: AP)

Der 66-Jährige gehörte zu Trumps größten Kritikern in den eigenen Reihen. Kurz vor seinem Rauswurf im März nannte Tillerson den US-Präsidenten gar einen Deppen. Trump begründete den Personalwechsel jedoch mit unterschiedlichen politischen Ansichten, als ein Beispiel nannte er das Atomabkommen mit dem Iran.

Seit seinem Rauswurf hat sich der frühere Exxon-Mobil-Chef weitestgehend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Vor Absolventen des Militärinstituts in Virginia übte Tillerson im Mai indirekt Kritik an Trumps Regierungsstil. Er sagte, es gebe eine Krise von Moral und Rechtschaffenheit im öffentlichen Leben, im privaten und im nichtkommerziellen Sektor, der die Menschen begegnen müssten. Ansonsten würden für die Demokratie der USA, „so wie wir sie kennen“, die „Dämmerjahre“ anbrechen.

Gary Cohn (ehemaliger Chefökonom)

Trumps Chefökonom verkündete im März 2018 seinen Rücktritt. Quelle: Reuters
Gary Cohn

Trumps Chefökonom verkündete im März 2018 seinen Rücktritt.

(Foto: Reuters)

Die Eskalation eines Machtkampfs endete in Cohns Rückzug im März dieses Jahres: Der wichtigste Wirtschaftsberater des US-Präsidenten wollte harte Strafzölle verhindern.

Ohne auf seine Wirtschaftsberater zu hören, verkündete Trump im Alleingang Zölle in Höhe von 25 Prozent auf Stahlimporte und in Höhe von zehn Prozent auf Aluminiumeinfuhren aus China. Als Direktor des Nationalen Wirtschaftsrats steuerte Cohn mehr als ein Jahr die US-Wirtschaftspolitik aus dem Weißen Haus.

Seit seinem Abgang arbeitet der 58-Jährige in der Privatwirtschaft. Im Gespräch mit der „Financial Times“ sagte Cohn nun, dass er bereits mehrere Unternehmen beraten habe, ohne dabei Namen nennen zu wollen. Einen gab er jedoch preis: „Spring Labs“. Künftig wird der Ökonom auch als Berater für das 20-köpfige Blockchain-Start-up arbeiten. Es will die Technologie dazu nutzen, den Informationsaustausch zwischen Kreditgebern und Datenanbietern zu vereinfachen.

Hope Hicks (frühere Kommunikationschefin)

Die Beraterin von Donald Trump gab Ende Februar ihren Rücktritt vom Posten der Kommunikationschefin bekannt. Quelle: Reuters
Hope Hicks

Die Beraterin von Donald Trump gab Ende Februar ihren Rücktritt vom Posten der Kommunikationschefin bekannt.

(Foto: Reuters)

Hicks galt als enge Vertraute und „Ziehtochter“ der Trumps. Nach nur sechs Monaten im Amt trat sie im Februar als Kommunikationschefin zurück. Kurz zuvor hatte ein Kongressgremium sie neun Stunden lang zur Russland-Affäre befragt – das habe aber nichts mit ihrem Rückzug zu tun, hieß es danach.

Obwohl sie ihren Posten aufgegeben hat, scheint sie immer noch ein gutes Verhältnis zu den Trumps zu haben. Anfang dieser Woche gab der Medienkonzern 21st Century Fox bekannt, dass Hicks künftig die Öffentlichkeitsarbeit leiten werde – unter anderem auch die von Fox News. Trump ist ein bekannter Anhänger des US-Senders.

Anthony Scaramucci (früherer Kommunikationschef)

Nach nur zehn Tagen im Amt entließ Trump seinen Kommunikationschef. Quelle: AP
Anthony Scaramucci

Nach nur zehn Tagen im Amt entließ Trump seinen Kommunikationschef.

(Foto: AP)

Hopes Vorgänger war Anthony Scaramucci. Seine Amtszeit dauerte nur zehn Tage – kein anderer war jemals zuvor kürzer auf dem Posten. Ihm war seine vulgäre Ausdrucksweise zum Verhängnis geworden: Im Gespräch mit dem „New Yorker“ attackierte Scaramucci den damaligen Stabschef im Weißen Haus, Reince Priebus, sowie den früheren Chefstrategen Steve Bannon mit unflätigen Worten.

Nach seinem Rauswurf hat der Finanzmanager seine Arbeit an der Wall Street wieder aufgenommen. Zudem hat er sich einer Reihe von Ex-Mitarbeitern Trumps angeschlossen, die ihre Erlebnisse mit dem US-Präsidenten in einem Buch verarbeiten. Am 23. Oktober erscheint sein Werk „Trump, the Blue-Collar President“.

Im Gegensatz zu den meisten anderen Trump-Autoren findet Scaramucci überwiegend anerkennende Worte für den US-Präsidenten, wie vorab veröffentlichte Text-Passagen belegen. So habe Trump einen Intellekt, der für die US-Präsidentschaft einzigartig sei und strahle eine Authentizität aus, die vielen anderen Politikern fehle.
Mit Agenturmaterial.

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