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US-Präsidentschaftskandidat Biden weist Vorwürfe zu sexuellen Übergriffen zurück

Der frühere Vize-Präsident hat sich erstmals zu den Vorwürfen geäußert. Die Vorwürfe einer Mitarbeiterin aus den Neunzigern weist er vehement zurück.
01.05.2020 - 15:22 Uhr Kommentieren
Medien wie die Washington Post und die New York Times haben die Vorwürfe gegen Biden untersucht und keine Belege für die Anschuldigungen gefunden. Quelle: AP
Joe Biden

Medien wie die Washington Post und die New York Times haben die Vorwürfe gegen Biden untersucht und keine Belege für die Anschuldigungen gefunden.

(Foto: AP)

Washington Joe Biden hat den von einer ehemaligen Mitarbeiterin erhobenen Vorwurf eines sexuellen Übergriffs zurückgewiesen. „Ich sage unmissverständlich, es ist niemals, niemals passiert“, sagte der wahrscheinliche Präsidentschaftskandidat der US-Demokraten am Freitag in einem Interview des Senders MSNBC.

Tara Reade, eine Mitarbeiterin Bidens zu dessen Zeit als Senator, hatte ihn beschuldigt, in den 1990er Jahren übergriffig gewesen zu sein. Er äußerte sich nun erstmal öffentlich dazu.

Frauen verdienten es, mit Anstand und Respekt behandelt zu werden, und wenn sie Anschuldigungen äußerten, sollten diese gehört und genau untersucht werden, erklärte er weiter. Biden rief Medien auf, die Ungereimtheiten in den Vorwürfen gegen ihn genau zu prüfen.

Biden kündigte an, die Nationalarchive zu bitten, herauszufinden, ob es irgendwelche Unterlagen gibt, aus denen hervor geht, dass solch eine Beschwerde eingelegt wurde. „Die ehemalige Mitarbeiterin hat gesagt, sie habe 1993 eine Beschwerde eingelegt“, sagte Biden.

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    „Aber sie hat keine Unterlagen zu dieser angeblichen Beschwerde. Die Dokumente meiner Jahre im Senat, die ich der Universität von Delaware gespendet habe, enthalten keine Personalakten.“ Biden sagte: „Es gibt nur einen Ort, an dem eine Beschwerde dieser Art sein könnte: die Nationalarchive.“

    Beweise fehlen

    Sein Wahlkampfteam hatte die Anschuldigung bereits Anfang April bestritten und mehrere ehemalige Mitarbeiter Bidens haben ihn in Interviews verteidigt.

    Reade hatte ihre Vorwürfe vor mehreren Wochen in einem Podcast publik gemacht. Große US-Medien, darunter die „Washington Post“ und die „New York Times“, starteten daraufhin Recherchen, sprachen mit Reade, damaligen Weggefährten der Frau und früheren Mitarbeitern von Biden.

    Eindeutige Belege für ihre Darstellung fanden sie nicht. Die Schilderungen der Frau werfen einige Fragen auf. Es kamen zuletzt allerdings nach und nach weitere Informationsschnipsel dazu an die Öffentlichkeit, was den Druck auf Biden steigerte, sein Schweigen zu brechen.

    Mehr: Historisch verzeihen die Amerikaner ihren Präsidenten zwei Dinge nicht: Eine Wirtschaftskrise im Wahljahr und schlecht gemanagte Krisen. Das wird Trump zum Verhängnis, meint Handelsblatt-Reporter Alexander Demling.

    • ap
    • dpa
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