Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

US-Präsidentschaftswahl Trump räumt dramatische Entwicklung der Corona-Pandemie ein

Unter Druck eines schleppenden Wahlkampfs konzentriert sich Donald Trump auf die Corona-Pandemie. Das sieht aus wie ein Kurswechsel, doch der Eindruck täuscht.
22.07.2020 - 17:49 Uhr Kommentieren
Unter dem Druck schlechter Umfragewerte macht der US-Präsident das Coronavirus zum Thema – so wie hier auf einer Pressekonferenz im Weißen Haus. Doch Kritiker werfen ihm noch immer vor, die Bedrohung zu unterschätzen. Quelle: dpa
Donald Trump

Unter dem Druck schlechter Umfragewerte macht der US-Präsident das Coronavirus zum Thema – so wie hier auf einer Pressekonferenz im Weißen Haus. Doch Kritiker werfen ihm noch immer vor, die Bedrohung zu unterschätzen.

(Foto: dpa)

Washington Seit dieser Woche hört man von US-Präsident Donald Trump neue Töne über die Coronakrise. Zum ersten Mal hat er die dramatische Entwicklung der Pandemie anerkannt. „Es wird wahrscheinlich leider schlimmer, bevor es besser wird. Ich sage das nicht gern, aber es ist so“, sagte Trump am Dienstag.

Zuvor hatte er stets betont, dass die Fallzahlen in den USA nur deshalb so hoch seien, weil sehr viel getestet würde. Auch die nachweislich falsche Aussage, die Sterberate der USA liege unter dem internationalen Schnitt, wiederholt er häufig. Laut der Johns-Hopkins-Universität gibt es in den USA mehr als 3,8 Millionen bestätigte Infektionen und über 140.000 an Covid-19 Verstorbene. Das entspricht einem Viertel der weltweit gezählten Corona-Toten.

Nun forderte Trump die US-Bürger zum ersten Mal auf, eine Maske zu tragen und überfüllte Räume zu meiden. Das ist ein starker Kontrast zum April, als der Präsident für die Einnahme von Desinfektionsmittel warb, um das Virus zu stoppen. „Masken haben eine Wirkung“, räumte der Präsident am Dienstag ein und bestätigte damit das, was Experten seit Langem predigen.

Masken sind in den USA politisch hochumstritten. Der republikanische Gouverneur von Georgia, Brian Kemp, verklagte etwa die demokratisch regierte Hauptstadt Atlanta wegen einer geplanten Maskenpflicht. Der US-Bundesstaat ist einer der am härtesten umkämpften Staaten vor der US-Wahl. 

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    „Corona-Briefings“ finden wieder statt

    Im April waren Trumps sogenannte „Corona-Briefings“, mit denen er täglich Millionen Zuschauer erreichte, eingestellt worden. Jetzt, dreieinhalb Monate vor den Präsidentschaftswahlen, sollen sie wieder regelmäßig stattfinden. Allein das kann man als Zugeständnis deuten, dass der Präsident die Pandemie als Bedrohung erkannt hat – nicht nur für die Gesundheit der Bürger und die Wirtschaft der USA, sondern auch für seine Chancen auf Wiederwahl.

    Bisher hatte Trump versucht, die Aufmerksamkeit auf andere Themen zu lenken. Erst setzte seine Kampagne den Fokus auf einen scharfen Anti-Einwanderungs-Kurs. Dann konzentrierte sie sich auf die Wirtschaftspläne des demokratischen Herausforderers Joe Biden, der eine grüne Energiewende vorantreiben will und Steuererhöhungen erwägt.

    Doch bislang bleibt der Erfolg für Trump aus. Umfragen sehen den Präsidenten bis zu 15 Prozentpunkte hinter Biden. Zuletzt mehrten sich die Zeichen für einen Strategiewechsel. Vergangene Woche entließ Trump seinen bisherigen Wahlkampfmanager Brad Parscale und ersetzte ihn mit dem politischen Strategen Bill Stepien. Trump dürfte jetzt verstärkt das Weiße Haus dafür nutzen, seine Basis zu mobilisieren. Denn sein Lieblingsformat, die Massenkundgebung, ist in Covid-19-Zeiten kaum eine Option.

    Von einer politischen Kehrtwende kann man zu diesem Zeitpunkt aber nicht sprechen – denn der Präsident hat keine neuen Maßnahmen zur Bekämpfung des Virus angekündigt. Trump hält an seiner Einschätzung fest, das Coronavirus werde „von selbst verschwinden“. Bidens Sprecher Andrew Bates twitterte, Trumps Leugnen der Realität werde „für weitere Tausende unschuldige US-Bürger tödliche Konsequenzen“ haben.

    Auch scheinen US-Regierung und -Gesundheitsbehörden immer mehr gespalten. Trump stand am Dienstag allein am Rednerpult, kein Mitglied der sogenannten Coronavirus-Taskforce war anwesend. Der Chef der Infektionsbehörde, Anthony Fauci, sagte im Fernsehsender CBS, er sei nicht eingeladen worden.

    Mehr: Bei dieser Mainzer Firma haben die USA Impfstoff im Milliardenwert bestellt

    Startseite
    Mehr zu: US-Präsidentschaftswahl - Trump räumt dramatische Entwicklung der Corona-Pandemie ein
    0 Kommentare zu "US-Präsidentschaftswahl: Trump räumt dramatische Entwicklung der Corona-Pandemie ein"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%