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Berat Albayrak

Der türkische Finanzminister und Schwiegersohn von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan demonstrierte in der Telefonkonferenz Zuversicht und Gelassenheit.

(Foto: AP)

US-Sanktionen 4000 Investoren schalten sich in Telefonkonferenz mit Albayrak – Trump droht erneut

In einer Telefonschalte mit Investoren schließt der türkische Finanzminister Kapitalverkehrskontrollen aus. Die Lira stabilisiert sich aber nur vorübergehend.
17.08.2018 Update: 17.08.2018 - 11:15 Uhr Kommentieren

Düsseldorf An den Finanzmärkten hat Berat Albayrak in einer Telefonschalte mit Investoren für Beruhigung gesorgt. Der türkische Finanzminister und Schwiegersohn von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan demonstrierte Zuversicht und Gelassenheit. Angeblich hatten sich 4000 Investoren bei der Telefonkonferenz am Donnerstag zugeschaltet – die Lira baute ihre Kursgewinne daraufhin zunächst aus, gab am Freitagvormittag jedoch wieder um bis zu sechs Prozent nach.

Möglichen Kapitalverkehrskontrollen erteilte Albayrak eine Absage. Diese stünden niemals auf der Agenda, sagte er Teilnehmern des Calls zufolge.

Eine der Hauptursachen für die Turbulenzen bleibt ungelöst: US-Pastor Andrew Brunson steht in der Türkei weiter unter Hausarrest. Ihm wird wegen Terror- und Spionagevorwürfen der Prozess gemacht. Der Geistliche und die USA bestreiten die Anschuldigungen. Und US-Präsident Donald Trump rückt keinen Millimeter von seinem Kurs ab: Lasst den Mann ausreisen oder wir verschärfen die Strafmaßnahmen.

Trump hält Drohkulisse aufrecht

Die Regierung habe weitere Sanktionen vorbereitet, die man verhängen wolle, sollte der Pastor nicht zügig freigelassen werden, sagte US-Finanzminister Steven Mnuchin am Donnerstagabend. „Wir werden nichts für die Freilassung eines unschuldigen Mannes zahlen“, schrieb Trump auf Twitter. „Aber wir setzen bei der Türkei nach“, fügte er hinzu.

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    Die Türkei habe sich nicht als „guter Freund“ der USA erwiesen, sondern sein Land seit vielen Jahren ausgenutzt, schrieb Trump. Nun würden sie „unseren wundervollen“ Pastor festhalten. Der US-Präsident nannte Brunson eine „Geisel“. Der evangelikale Pastor war 2016 im westtürkischen Izmir wegen Terrorvorwürfen in Untersuchungshaft genommen worden.

    Finanzminister Mnuchin ist nicht das einzige Regierungsmitglied, das Trump in seiner verbalen Offensive gegen die Türkei unterstützt. Bereits am Mittwoch hatte Vizepräsident Mike Pence erklärt, die Türkei sei gut beraten, ihn und seine Entschlossenheit, US-Bürger nach Hause zu holen, nicht auszutesten.

    Erdogan hat betont, im Fall Brunson dem Druck aus Washington nicht nachgeben zu wollen. Er will Brunson offenbar nur im Austausch gegen den in Pennsylvania im Exil lebenden Prediger Fethullah Gülen ausliefern. Erdogan vermutet seinen Erzfeind Gülen hinter dem Putschversuch vom Juli 2016.

    Aus US-Regierungskreisen verlautete, Trumps Nationaler Sicherheitsberater John Bolton habe es bei einem Treffen mit dem türkischen Botschafter Serdar Kilic abgelehnt, über Bedingungen für die Freilassung des Geistlichen Brunson zu sprechen. Das berichtete die Nachrichtenagentur Reuters. Es werde keine Verhandlungen geben, habe Bolton gesagt.

    Erdogan blieb trotzdem nicht untätig: Am Mittwoch erließ er Strafzölle gegen US-Produkte – und antwortete damit auf die Sanktionen aus Washington.

    Im Zuge des Konflikts hatten die USA unter anderem die Zölle auf Stahl und Aluminium aus der Türkei verdoppelt. Dies trug zum weiteren Wertverlust der türkischen Lira bei, die Anfang dieser Woche das Rekordtief von 7,24 pro Dollar erreichte. Die Währung liegt nun wieder auf dem Niveau von vor sieben Tagen, sie kostet 5,86 Dollar.

    Wieder Deutscher in der Türkei festgesetzt

    Nicht nur im handelspolitischen und diplomatischen Konflikt zwischen der Türkei und den USA ist kein Ende in Sicht. Auch die Beziehungen zwischen Deutschland und der Türkei werden durch die Verhaftung eines deutschen Staatsbürgers im kurdischen Teil des Landes erneut belastet. Ihm werde vorgeworfen, über soziale Medien Propaganda für die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK verbreitet zu haben, sagte der Anwalt von Ilhami A., Ercan Yildirim.

    Im Auswärtigen Amt hieß es dazu lediglich, der Fall sei bekannt. Die Botschaft in Ankara werde sich darum kümmern.

    In Wirtschaftsfragen tauschte sich die Bundesregierung eingehender mit der Türkei aus. Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu telefonierte der türkische Finanzminister Albayrak mit seinem deutschen Kollegen Olaf Scholz (SPD). Scholz habe betont, dass eine starke türkische Wirtschaft wichtig für Deutschland und Europa sei.

    Erdogan sprach unterdessen mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. Alle drei Länder seien einig in ihrem Widerstand gegen Zölle und Sanktionen der USA, erklärte Erdogan-Sprecher Ibrahim Kalin. Auch Merkel und Macron hätten zu verstehen gegeben, unter den aktuellen Umständen im Verhältnis zu den Vereinigten Staaten zu leiden.

    Die französische Regierung bestätigte das Telefonat mit Macron am Donnerstag. Macron habe Erdogan versichert, dass Frankreich eine stabile und florierende Türkei wichtig sei. Er werde Erdogan in dieser Hinsicht unterstützen.

    Mit Agenturmaterial.

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