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US-Schutzzölle 34, 200, 500 Milliarden Dollar – Trumps Rhetorik im Handelsstreit eskaliert

US-Präsident Donald Trump droht per Interview mit weiteren Zöllen. Er sei bereit, alle chinesische Einfuhren mit Aufschlägen zu versehen.
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Der US-Präsident befeuert den Handelsstreit weiter. Quelle: AFP
Donald Trump

Der US-Präsident befeuert den Handelsstreit weiter.

(Foto: AFP)

Düsseldorf Im Streit zwischen den USA und ihren Handelspartnern dreht sich die Eskalationsspirale immer schneller. US-Präsident Donald Trump hat weitere Strafzölle auf chinesische Produkte angedroht – diesmal auf Waren mit einem Gegenwert von bis zu 500 Milliarden Dollar (etwa 430 Milliarden Euro).

„Ich bin bereit, bis 500 zu gehen“, sagte Trump in einem Interview mit dem Sender CNBC und spielte damit auf den Gesamtwert der chinesischen Exporte in die USA im Wert von 505,5 Milliarden Dollar im vergangenen Jahr an.

Schon am 10. Juli hatte der US-Handelsbeauftrage Robert Lighthizer eine neue Runde der Zollerhöhung in Erwägung gezogen. Der Umfang der betroffenen chinesischen Waren: 200 Milliarden Dollar. Nach eigenen Angaben hat Trump eine Liste von entsprechend zu sanktionierenden Produkten erstellen lassen. Diese wäre – sollte der US-Präsident jetzt bis an die Grenze gehen – hinfällig.

Handelskonflikt zwischen USA und China

Seit Anfang Juni haben die USA chinesische Produkte im Wert von 34 Milliarden Dollar mit Strafzöllen in Höhe von 25 Prozent belegt. China erhob daraufhin Einfuhrabgaben in gleicher Höhe auf US-Produkte im gleichen Wert.

Doch nicht nur China ist in den Handelsstreit mit den USA verwickelt. Auch die EU, Kanada und Mexiko sind von den Sanktionen betroffen und haben bereits mit Gegenmaßnahmen reagiert: Die Vergeltungszölle der EU im Handelsstreit mit den USA gelten seit dem 22. Juni. Sie betreffen Produkte wie Jeans, Erdnussbutter und Motorräder und treffen ein Exportvolumen von 2,8 Milliarden Euro.

So wehrt sich die Autobranche gegen Trumps Zölle

Die kanadischen Strafmaßnahmen auf US-Einfuhren geltem seit dem 1. Juli für etwa 80 Produkte, dazu zählen Stahl- und Aluminiumwaren. Mexiko hat es dagegen vor allem auf landwirtschaftliche Produkte abgesehen: Für den Import von Schweinefleisch, Äpfeln und Kartoffeln beträgt der Strafzoll seit dem 6. Juli 20 Prozent, für bestimmte Sorten Käse und Bourbon-Whiskey 20 bis 25 Prozent.

Zusammengerechnet treffen die Strafzölle damit US-Produkte im Gesamtwert von 78 Milliarden Dollar, setzt man das Volumen des Jahres 2017 an, das die US-Statistikbehörde ermittelt hat.

Ein Ende des Konflikts ist nicht in Sicht. Donald Trump glaubt, die US-Wirtschaft werde weiterhin „unfair“ behandelt. Er hat schon mehrfach angekündigt, Autoimporte aus der EU mit Strafzöllen in Höhe von 20 Prozent belegen zu wollen, falls die EU nicht ihrerseits Handelsbarrieren für US-Autos abbaut.

Die eigenwillige Begründung des US-Präsidenten: Durch die Importe sei die nationale Sicherheit gefährdet. Eine Argumentationen, die er bereits bei den zusätzlichen Zöllen auf Stahl- und Aluminiumimporte nutzte.

EU droht mit Gegenmaßnahmen

Bundeskanzlerin Angela Merkel kündigte für einen solchen Fall Gegenmaßnahmen der Europäischen Union an. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker werde bei seiner Reise nach Washington in der kommenden Woche Vorschläge unterbreiten, um einen Gesprächsprozess einzuleiten, mit dem die US-Zölle auf Autoimporte verhindert werden könnten, sagte Merkel am Freitag.

Trumps bisherige Haltung („Handelskriege sind leicht zu gewinnen“) und sein aggressives Vorgehen setzen immer mehr Branchen unter Druck – auch in Amerika. Bei einer Anhörung im US-Handelsministerium am Donnerstag haben sich Vertreter der amerikanischen und der europäischen Automobilbranche in klaren Worten gegen den Plan ausgesprochen, Auto-Importe aus der EU mit Strafzöllen zu belegen. Die US-Vertreter fürchten dadurch höhere Preise, Absatzeinbrüche und negative Effekte auf grenzüberschreitende Produktionsketten.

Trumps erneute Drohung schickte am Freitag die Kurse von Unternehmensaktien in den USA im vorbörslichen Handel auf Talfahrt. Der Wert des chinesischen Yuans gegenüber dem Dollar sank auf ein Zwölfmonatstief.

Dazu trug auch bei, dass Trump im selben Interview steigende Zinsen in den USA kritisierte – ungeachtet der politischen Unabhängigkeit der US-Notenbank.

Wenige Stunden später äußerte Trump über Twitter den Verdacht, dass China und die EU ihre Währungen manipulierten – und den USA damit einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil nähmen. Unter Investoren sorgten diese Aussagen für massive Unruhe, weil sie einen Abwertungswettlauf an den Devisenmärkten fürchten.

Mit Material von AP und Reuters.

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