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US-Senator Tod von John McCain löst Trauer über die Parteigrenzen hinweg aus

Mehr als 30 Jahre lang saß der Republikaner im US-Senat und kämpfte für seine Ideale. Sein Tod löst über die Parteigrenzen hinweg Trauer aus.
26.08.2018 Update: 26.08.2018 - 07:56 Uhr Kommentieren
Der US-Senator aus Arizona war an einem Hirntumor erkrankt. Quelle: AP
John McCain

Der US-Senator aus Arizona war an einem Hirntumor erkrankt.

(Foto: AP)

New York Der prominente US-Republikaner John McCain ist am Samstag im Alter von 81 Jahren gestorben. Der Senator starb nach schwerer Krankheit im Kreise seiner Familie, wie diese mitteilte. Er hinterlässt seine Frau Cindy und sieben Kinder.

Der US-Senator, der den Bundesstaat Arizona seit Jahrzehnten im US-Kongress vertrat, gab am 19. Juli 2017 bekannt, dass bei ihm ein aggressiver Hirntumor diagnostiziert wurde. Erst am Freitag hatte seine Familie mitgeteilt, er habe die medizinische Behandlung gegen den Krebs abgebrochen.

„Mein Herz ist gebrochen“, schrieb Cindy McCain auf Twitter. „Er ist gegangen, wie er gelebt hat, zu seinen eigenen Bedingungen, umgeben von den Menschen, die er liebte, an dem Ort, den er am meisten liebte.“

McCain galt als einer der schärfsten Kritiker von US-Präsident Donald Trump. Nach dessen Pressekonferenz mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin attestierte er ihm Mitte Juli etwa Inkompetenz. Die „New York Times“ und andere US-Medien hatten im Mai berichtet, McCain wolle nicht, dass der Präsident bei seiner Beerdigung dabei sei.

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    Trump wiederum hatte sich in den vergangenen Wochen immer wieder abfällig über den schwerkranken Senator geäußert - allerdings ohne ihn beim Namen zu nennen. Bei einer Rede in Florida etwa ahmte Trump nach, wie McCain im vergangenen Jahr gegen einen Gesetzentwurf seiner eigenen Partei gestimmt hatte, der die Krankenversicherung „Obamacare“ in Teilen abgeschafft hätte. Diese Entscheidung des Senators missfiel Trump zutiefst.

    Trump kondolierte den Angehörigen. „Mein tiefstes Mitgefühl und Respekt gehen an die Familie von Senator John McCain“, schrieb er kurz nach Bekanntwerden des Todes auf Twitter. „Unsere Herzen und Gebete sind bei Euch!“, fügte er hinzu. Eine weitere Würdigung McCains folgte zunächst nicht.

    McCain saß seit 1987 im US-Senat und hat sich im Laufe der Zeit den Ruf eines „Mavericks“ erworben - eines Mannes, der der Parteiräson nicht immer folgt und auch unbequeme Meinungen vertritt. In dieser Zeit wurde er zu einem der angesehensten und einflussreichsten Politikern des Landes. In einer Vielzahl von Themen in der US-Politik – Folterung, Immigration, Wahlkampffinanzierung sowie der Irak-Krieg – galt er als die moralische Mitte des Senats und der Republikanischen Partei.

    McCain war als Pilot der US-Navy in Vietnam für fünf Jahre in Gefangenschaft geraten und von den Vietcong gefoltert worden. Als Politiker sprach er sich deswegen immer wieder gegen Folter aus. Er warb zudem dafür, dass das umstrittene Gefangenenlager Guantánamo geschlossen wird.

    2008 trat er als Präsidentschaftskandidat der Republikaner an, verlor die Wahl aber gegen Barack Obama. Der ehemalige US-Präsident Obama sagte in einer Erklärung: „Michelle und ich sprechen Cindy und ihrer Familie unser tief empfundenes Beileid aus. John McCain und ich waren Teil verschiedener Generationen, hatten völlig unterschiedliche Hintergründe und konkurrierten auf höchster politischer Ebene“, teilten die Obamas mit.

    „Aber wir teilten, trotz all unserer Unterschiede, eine Treue zu etwas Höherem - die Ideale, für die Generationen von Amerikanern und Einwanderern gleichermaßen gekämpft, marschiert und geopfert haben. Wir sahen dieses Land als einen Ort, in dem alles möglich ist.“

    Der republikanische Ex-Präsident George W. Bush würdigte McCain als „Patrioten höchsten Ranges“. Der Mehrheitsführer der Konservativen im Senat, Mitch McConnell, sprach von einem „traurigen Tag“ für die USA.

    McCains Freund und Parteikollege Lindsey Graham schrieb auf Twitter: „Amerika und die Freiheit haben einen ihrer größten Verfechter verloren. ...Und ich habe einen meiner liebsten Freunde und einen Mentor verloren“.

    Der demokratische Fraktionschef im Senat, Chuck Schumer, kündigte an, eine Resolution in die Kammer einbringen zu wollen, mit der ein Gebäude des Senats nach McCain benannt werden solle. Der Verstorbene sei ein „großartiger Mensch“ gewesen. McCain habe nie Angst davor gehabt, gegenüber den Mächtigen die Wahrheit aussprechen. Das sei selten geworden.
    Mit Material von dpa

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