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US-Sicherheitsberater Mit diesem Zettel löst Bolton Spekulationen über US-Militäreinsatz in Venezuela aus

Wollen die USA auch militärisch in Venezuela eingreifen? Der nationale Sicherheitsberater des US-Präsidenten sorgt nun auf ungewöhnliche Weise für Spekulationen.
Update: 29.01.2019 - 08:13 Uhr Kommentieren
Diesen Zettel präsentierte John Bolton – vermutlich unbeabsichtigt – am Rande einer Pressekonferenz. Quelle: dpa
John Bolton

Diesen Zettel präsentierte John Bolton – vermutlich unbeabsichtigt – am Rande einer Pressekonferenz.

(Foto: dpa)

Washington Der nationale Sicherheitsberater von US-Präsident Donald Trump, John Bolton, hat Spekulationen über einen möglichen Militäreinsatz der USA in Venezuela ausgelöst. Am Rande einer Pressekonferenz im Weißen Haus zeigte sich Bolton am Montag mit einem Notizblock, den er so hielt, dass die handgeschriebenen Vermerke darauf für Teilnehmer – und Fotografen – bestens zu lesen waren.

Nur zwei kurze Zeilen waren auf den großen Block mit gelbem Papier gekritzelt. In der ersten Zeile stand eine kurze Notiz zu den jüngsten Gesprächen mit den Taliban in Afghanistan. In der zweiten Zeile dann Folgendes: „5000 Soldaten nach Kolumbien“. Angesichts der schweren Krise in Kolumbiens Nachbarland Venezuela sorgte das Bild von Boltons Notizen sofort für Diskussionen.

In Venezuela tobt ein offener Machtkampf zwischen Präsident Nicolás Maduro und dem selbst ernannten Interimspräsidenten Juan Guaidó. Die US-Regierung hat sich offensiv auf Guaidós Seite geschlagen und droht seit Tagen damit, alle denkbaren diplomatischen und wirtschaftlichen Hebel in Bewegung zu setzen, um Maduro zum Rückzug zu drängen.

Bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus, an der auch Bolton teilnahm, kündigte die US-Regierung gerade erst Sanktionen gegen den wichtigen Ölsektor Venezuelas an.

Wollen die Amerikaner nun auch militärisch in Venezuela eingreifen und das durch eine Truppenverlegung nach Kolumbien vorbereiten? Die US-Regierung wollte militärische Schritte bisher explizit nicht ausschließen. Trump sagte: „Alle Optionen sind auf dem Tisch.“

Ist Boltons quasi in die Kameras gehaltene Notiz also die – sehr eigenwillige – Art und Weise, einen solchen Militäreinsatz in Aussicht zu stellen oder zumindest deutlicher als bisher damit zu drohen?

Die kolumbianische Regierung weiß nach eigenen Angaben jedenfalls nicht, was es mit dem Zettel auf sich hat. Er habe keine Ahnung, warum auf einem Notizblock Boltons „5000 Soldaten nach Kolumbien“ stand und was dies bedeute, sagte Außenminister Carlos Holmes am Montagabend (Ortszeit). Kolumbien werde politisch und diplomatisch darauf hinwirken, dass die Demokratie im benachbarten Venezuela wieder hergestellt und Neuwahlen abgehalten würden.

Das US-Verteidigungsministerium wollte sich auf Anfrage überhaupt nicht äußern und verwies ans Weiße Haus. Von dort hieß es mit Blick auf die Bolton-Notiz knapp, aber vielsagend: „Wie der Präsident gesagt hat: Alle Optionen sind auf dem Tisch.“

  • dpa
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