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US-Steuerreform Trump steht kurz vor dem Ziel

Auch deutsche Unternehmen jubeln: Noch am Dienstag könnte die US-Steuerreform die letzte Hürde nehmen. Doch sicher ist das nicht. Das weiß auch Vize-Präsident Pence, der wegen der Abstimmung seine Reisepläne verschob.
6 Kommentare

„Historische Steuererleichterungen“ – Zitterpartie oder beschlossene Sache?

New York Es wird ernst bei der größten US-Steuerreform der vergangenen Jahrzehnte. Noch am Dienstag soll das Abgeordnetenhaus, im Anschluss daran auch der Senat, den Segen geben für das Paket, das enorme Steuersenkungen vorsieht. Vor allem die Unternehmen jubeln: Die Unternehmenssteuer soll von derzeit 35 Prozent auf 21 Prozent sinken.

Bis zum letzten Moment haben die US-Politiker um die Details des 500 Seiten starken Entwurfs gerungen: Um Steuerhilfen für arme Familien oder die steuerliche Behandlung von Immobilienkrediten und Immobilienunternehmen.

Nun steht das Paket vor der Ziellinie und das Weiße Haus wird damit aller Voraussicht nach schon bald einen großen Erfolg verbuchen können. Wenn die Reform in beiden Kammern durchgeht, könnte der US-Präsident das Gesetz noch vor Weihnachten unterschreiben. US-Präsident Donald Trump spricht von einer „historischen“ Reform. Er will damit Gelder freimachen, die dann in die Unternehmen fließen und damit neue Jobs schaffen.

Noch pünktlich zu Weihnachten könnte das Weiße Haus die US-Unternehmen mit seiner Steuerreform beschenken. Quelle: Reuters
US-Präsident Donald Trump

Noch pünktlich zu Weihnachten könnte das Weiße Haus die US-Unternehmen mit seiner Steuerreform beschenken.

(Foto: Reuters)

Tatsächlich ist es die größte Steuerreform seit der von Ronald Reagan 1986. Nicht nur die Unternehmen, sondern wohl fast alle Amerikaner werden wohl zumindest vorübergehend weniger Steuern zahlen. Langfristig profitieren aber vor allem die Reichen, weniger die Ärmeren und die Mittelschicht. Kritik gibt es an der Finanzierung des Vorhabens: Nach bisherigen Schätzungen wird die Reform das Defizit in den kommenden zehn Jahren um 1,5 Billionen Dollar erhöhen.

Bei den amerikanischen Unternehmen kommt die Reform gut an: Derzeit zahlen sie mit 35 Prozent einen der weltweit höchsten Steuersätze. Mit der Absenkung auf 21 Prozent werden die Firmen auf einen Schlag wettbewerbsfähiger. Sie würden je nach Umsatzstruktur zehn bis 30 Prozent höhere Gewinne einfahren.

Vor allem Unternehmen mit bisher hohen Steuerraten und Erlösen im Inland werden profitieren: Eisenbahnen, Fluggesellschaften, Gesundheitsdienstleister, Ölförderer oder Banken. So sagte bereits Delta Air Lines, das es im nächsten Jahr aufgrund der Reform 18 bis 19 Prozent höhere Gewinne einfahren könnte.

Auch das Konglomerat von Warren Buffett ist stark auf die amerikanische Wirtschaft fokussiert. Daher würde es laut Investmentbank KBW insgesamt 15 Prozent oder 2,6 Milliarden Dollar höhere Gewinne erwirtschaften. In der gleichen Schätzung erwartet KBW für die Banken JP Morgan Chase 21 Prozent und für Wells Fargo 20 Prozent höhere Überschüsse.

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6 Kommentare zu "US-Steuerreform: Trump steht kurz vor dem Ziel"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Während alle deutschen Medien einhellig "wissen", dass von der Steuerreform praktisch nur "Reiche" oder "Konzerne profitiere, schweigen sie erfolgreich über alle wesentlichen Details des Programmes über die Gewerbe- vs Körperschaftsteuer hinweg (z.B. Einkommenssteuern).

    Dabei profitieren ebenso kleine Unternehmen wie auch alle leistenden Amis von Senkungen obiger Steuern, da auch die meisten Angestellten ihre Altersvorsorge vor allem aus Aktien, Beteiligungen und Zinserträgen bestreiten.

    Staatliche Raubrenten wie in Schland gibt es dort ja nicht.

    Die absehbar vielen damit zurück ins Land geholten Arbeitsplätze bleiben gleich unerwähnt, während selbst die Schweiz bibbert, die US-Firmen im Land könnten ihre Arbeitsplätze zurückverlegen.

    Von einem sog. "Handelsblatt" hätte ich da mehr Sachlichkeit erwartet.

  • :Amerikas Firmen weden Milliarden aus Offshore-Finanzplätzen zurückzuholen. und die US-Aktien werden wieder steigen. Hoch lebe der größte Präsident aller Zeiten, er sorgt für Wohlstand, an den EO-Weisen vorbei.

  • @Herr Tante Mila deswegen habe ich die konsequente logische Weiterentwicklung erwähnt: Krieg.

  • Brauchen Unternehmen, die jetzt schon im Geld schwimmen und Milliarden für Aktienrückkäufe ausgeben (weil sie offenbar keine vernünftige Investitionsmöglichkeit mehr haben) noch geringere Steuern? Wohl kaum.

    Und welchem Arbeitnehmer ist damit geholfen? Keinem. Der große Kämpfer gegen das Establishment ist auch nur ein Sklave des Großkapitals - oh hoppla, da gehört ja selbst dazu...

  • Trump steht kurz vor dem neoliberalen Zwischenziel sollte es heißen.

    China und Russland sind Rivalen laut Trump, dann muss man sich fragen wann er die Arbeitslosen in einen sinnlosen Krieg schickt, um eben noch mehr Profit durch Waffenverkäufe, Resourcendiebstahl und noch weniger Essensmarken austeilen zu müssen?

  • Bin gespannt, was die Börsen nach dem "Fait accompli" machen.
    Etwa fallen ?

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