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US-Supreme-Court Hartes Ringen nach Übergriffs-Vorwurf gegen Richter Kavanaugh

Die Frau, die dem US-Supreme-Court-Kandidaten Brett Kavanaugh einen sexuellen Übergriff vorwirft, möchte Aussagen. Aber nur unter Bedingungen.
Update: 21.09.2018 - 18:08 Uhr Kommentieren
Seine Kandidatur für ein Richteramt am US-Supreme-Court steht weiter unter Beschuss. Quelle: dpa
Brett Kavanaugh

Seine Kandidatur für ein Richteramt am US-Supreme-Court steht weiter unter Beschuss.

(Foto: dpa)

WashingtonDas Tauziehen um die Untersuchung von Vorwürfen gegen den US-Supreme-Court-Kandidaten Brett Kavanaugh geht in Washington unvermindert weiter. Die 51 Jahre alte Frau, die dem Juristen einen sexuellen Übergriff vor 36 Jahren vorwirft, hat sich bereit erklärt, „in der nächsten Woche“ vor dem Justizausschuss des US-Senats auszusagen.

Ein Erscheinen am Montag, wie vom Ausschuss geplant, sei jedoch nicht möglich. Eine Rückmeldungsfrist auf eine entsprechende Einladung für Montag sollte am Freitagvormittag um 19 Uhr (Ortszeit) auslaufen.

Die Frau erhalte Todesdrohungen, die inzwischen dem FBI gemeldet worden seien, sagte ihre Anwältin am Donnerstag. Für eine etwaige Aussage müssten jedoch zunächst faire Bedingungen vereinbart werden. Die Frau möchte unter anderem, dass das FBI in die Ermittlungen eingeschaltet wird. Kavanaugh selbst hat die Vorwürfe mehrmals vehement bestritten.

US-Präsident Donald Trump steht unterdessen weiterhin zu dem als erzkonservativ bekannten Richter. Am Freitag wendete er sich erstmals unter Verwendung ihres Klarnamens direkt an das mutmaßliche Opfer. Wenn der Angriff auf Dr. Ford wirklich so schlimm gewesen sei, wie sie sage, dann hätten sie oder ihre Eltern sofort Anklage erhoben, schrieb Trump am Freitag auf Twitter. Er forderte Christine Blasey Ford auf, die Anzeigendokumente von damals vorzulegen.

Zuvor hatte Trump vermieden, Fords Namen öffentlich zu verwenden oder ihre Aussage in Zweifel zu ziehen.

Inzwischen haben sich auch außerhalb des Senats zwei Lager gebildet. In Unterstützerschreiben meldeten sich in den vergangenen Tagen Hunderte Frauen zu Wort, die sich hinter die Vorwürfe stellten und der Professorin aus Kalifornien Glaubwürdigkeit bescheinigten. Eine frühere Mitschülerin berichtete, es habe damals im Jahr 1982 entsprechende Gerüchte gegeben.

Auf der anderen Seite attestierten auch viele Unterstützer Brett Kavanaugh einen tadellosen Lebenswandel. Ford erklärte, Kavanaugh habe sie vor mehr als 30 Jahren während einer Hausparty in Maryland auf ein Bett gedrückt und versucht, sie auszuziehen, sagte sie der „Washington Post“.

Die Ernennung des Supreme-Court-Richters ist in den USA ein riesiges Politikum. Die Personalie könnte dem Obersten Gericht - höchste Instanz in vielen relevanten gesellschaftlichen Fragen - auf Jahrzehnte hinaus ein konservatives Übergewicht geben.

Die oppositionellen Demokraten wehren sich vehement gegen die Ernennung und versuchen, die Abstimmung zur endgültigen Bestätigung bis nach den Zwischenwahlen am 6. November zu verzögern - in der Hoffnung, dann eine eigene Mehrheit zu haben und Kavanaugh in letzter Sekunde noch verhindern zu können.

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  • dpa
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