Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

US-Truppen Trumps Plan zum Rückzug von US-Soldaten sorgt für Verzweiflung

Die Pläne des US-Präsidenten, 9500 US-Soldaten aus Deutschland abzuziehen, rufen in der deutschen Politik und bei Militärs einhellige Empörung hervor.
07.06.2020 Update: 08.06.2020 - 02:23 Uhr 4 Kommentare
US-Präsident Trump plant Abzug von 9.500 US-Soldaten in Deutschland  Quelle: dpa
US-Truppen in Deutschland

Trump soll angeordnet haben, dass 9500 US-Militärs bis September abgezogen werden.

(Foto: dpa)

Berlin Mit wachsender Verzweiflung und Empörung haben deutsche Politiker auf Pläne von US-Präsident Donald Trump reagiert, die den Abzug von 9500 der bisher 35.000 in Deutschland stationierten US-Soldaten vorsehen. „Es ist kompliziert“, sagte Außenminister Heiko Maas (SPD) zum deutsch-amerikanischen Verhältnis.

„Sollte es zum Abzug eines Teils der US-Truppen kommen, nehmen wir dies zur Kenntnis“, sagte er offenkundig verstimmt der „Bild am Sonntag“ und unterstrich, die seit Jahrzehnten gewachsene Zusammenarbeit der Streitkräfte sei „im Interesse unserer beiden Länder“.

Trump hat laut „Wall Street Journal“ nach Informationen aus seiner Regierung angeordnet, dass 9500 US-Militärs bis September abgezogen würden. Ein Teil von ihnen werde nach Polen und in andere Nato-Staaten verlegt, andere kehrten in die USA zurück, habe ein Regierungsmitarbeiter gesagt.

Ein Sprecher des Nationalen Sicherheitsrats sagte indes, derzeit gebe es dazu keine Ankündigung. Das Bundesverteidigungsministerium hält laut einer ARD-Meldung die Berichte für glaubwürdig.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Auch CDU/CSU kritisierte die Trump-Ideen: Von einem „weiteren Weckruf an die Europäer“, ihr Schicksal entschiedener in die Hand zu nehmen, sprach Vize-Unionsfraktionschef Johann Wadephul.

    Der Transatlantik-Koordinator der Bundesregierung warnt vor den Folgen eines Abzugs großer Teile der US-Soldaten aus Deutschland. Damit werde von Trump die Schwächung des Westens vorangetrieben, sagte der CDU-Politiker Peter Beyer der „Rheinischen Post“ laut Vorab-Bericht aus der Montag-Ausgabe. Grundpfeiler transatlantischer Überzeugungen, Werte und Sicherheitsarchitektur würden ins Wanken gebracht. „Das ist völlig inakzeptabel, insbesondere, weil niemand in Washington es für nötig befunden hatte, zuvor den Nato-Partner Deutschland zu informieren“, so Beyer weiter.

    Trump sei „ein hoffnungsloser Fall“, sagte Nils Schmid, außenpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, dem Handelsblatt. „Eine partnerschaftliche Zusammenarbeit ist offensichtlich unmöglich und von ihm auch nicht erwünscht.“ Die Pläne wären im Ergebnis „bedauerlich und vor allem auch zum Schaden der militärischen Möglichkeiten der USA selbst“. Auch die Sicherheit Deutschlands und der europäischen Nato-Partner sei betroffen.

    Putin könnte der große Gewinner sein

    In die gleiche Richtung ging auch die Kritik der Militärs am Trump-Kurs. Der frühere Befehlshaber der US-Truppen in Europa, Ben Hodges, nannte die US-Planungen einen „kolossalen Fehler“. Die Entscheidung illustriere, „dass der Präsident nicht verstanden hat, wie essenziell die in Deutschland stationierten US-Truppen für die Sicherheit Amerikas sind“.

    Auch der ehemalige Generalinspekteur der Bundeswehr und Vorsitzende des Nato-Militärausschusses, Klaus Naumann, kritisierte Trumps Kurs: „Derartige Schritte freuen nur zwei auf dieser Welt, das sind Russland und China“, sagte der Ex-General dem „Deutschlandfunk“. Vor allem Russlands Präsident Wladimir Putin werde so zum großen Gewinner.

    Forderungen der Linkspartei, die nicht nur Trumps Abzugspläne begrüßten, sondern auch ein Ende der Stationierung von US-Atomwaffen in Deutschland forderten, seien „laienhaft und beinahe dümmlich“. Denn sie verringerten die Chancen auf Abrüstung und Rüstungskontrolle. Derweil rüste Putin „doch sehr einseitig und sehr deutlich auf, vor allem im nuklearen Bereich“.

    Polens Premierminister Mateusz Morawiecki begrüßte Trumps Pläne: Er hoffe, dass ein Teil der Truppen, die sich derzeit in Deutschland befänden, nach Polen verlegt würden. Allerdings untersagt die Nato-Russland-Grundakte eine dauerhafte Stationierung nennenswerter Nato-Verbände östlich der Oder.

    Mit Agenturmaterial

    Mehr: Trump macht mit dem geplanten Abzug Tausender US-Soldaten einen schweren Fehler. Lesen Sie hier den ganzen Kommentar.

    Startseite
    Mehr zu: US-Truppen - Trumps Plan zum Rückzug von US-Soldaten sorgt für Verzweiflung
    4 Kommentare zu "US-Truppen: Trumps Plan zum Rückzug von US-Soldaten sorgt für Verzweiflung"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Vielleicht sind die amerikanischen Soldaten verzweifelt, weil sie in die
      USA zurück müssen (zumindest teilweise) und das schöne Leben in Deutschland
      beendet ist.

    • (...) Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte posten Sie nicht mehrmals den gleichen Beitrag.

    • Verzweiflung? Erst einmal sollten damit natuerlich die Stationierungskosten sinken. Ich hoffe
      dass alle GIs gehen, und (...)
      wir unseren Haushalt erleichtern koennen. Den systematischen Aufbau des Feindbildes
      Russland und neuerdings China halte ich fuer (...).

      (...) Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

    • Ich weiß ja nicht ob ich richtig liege, aber ich begrüße den Abzug dieser Truppen. Ins. sollten die Herren aus Amerika den Standort Ramstein aufgeben, damit Deutschland nicht mehr an den teilweise mehr als umstrittenen Aktivitäten der Amerikaner beteiligt ist. Wieso soll Europa nicht in der Lage sein seine Sicherheit selbst zu gewährleisten?

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%