US-Verteidigungsminister Mattis „Wir prüfen noch Informationen über mutmaßlichen Giftgasangriff in Syrien“

Nach einem Angriff weisen zahlreiche Patienten im syrischen Duma Gift-Symptome auf. Die Verantwortlichkeit für den Anschlag ist weiter unklar.
Update: 11.04.2018 - 19:49 Uhr 2 Kommentare
Syrien: Hinweise auf Giftgasangriff verdichten sich Quelle: dpa
Konflikt in Syrien

Die Hinweise auf einen Giftgasangriff im syrischen Duma nehmen zu.

(Foto: dpa)

Berlin/Mainz/GenfDie Hinweise auf einen Giftgasangriff im syrischen Duma verdichten sich. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) teilte am Mittwoch mit, bei etwa 500 Krankenhauspatienten seien Anzeichen und Symptome festgestellt worden, die aufträten, wenn man giftigen Chemikalien ausgesetzt sei. Die WHO verurteilte den mutmaßlichen C-Waffen-Angriff und forderte ungehinderten Zugang zu dem betroffenen Gebiet, um zu helfen und die Folgen zu bewerten.

UN-Hilfsorganisationen können bislang nicht in die Enklave Ost-Ghuta und die dazu zählende Rebellenbastion Duma. Die syrische Regierung hat erklärt, sie sei für den Vorfall in Duma nicht verantwortlich.

Die USA arbeiten nach Darstellung von Verteidigungsminister James Mattis noch daran, Informationen zu dem mutmaßlichen Giftgasangriff in Syrien zu prüfen. Als Mattis am Mittwoch gefragt wurde, ob er genügend Beweise dafür gesehen habe, um die syrische Regierung für den Angriff zu beschuldigen, sagte er: „Wir sind noch dabei, die Geheimdienstinformationen auszuwerten, wir selbst und unsere Verbündeten. Wir arbeiten noch daran.“ Das Pentagon sei bereit, Trump militärische Optionen zur Verfügung zu stellen, erklärte er.

Auch der Nahostexperte Günter Meyer von der Universität Mainz bezweifelt, dass der mutmaßliche Giftgasangriff auf das Konto der Regierung von Staatschef Baschar al-Assad geht. Die Erkenntnisse für eine solche Schuldzuweisung reichten absolut nicht aus, sagte der Leiter des Zentrums für Forschung zur Arabischen Welt dem Sender hr-info.

Auch ergebe eine solche Attacke aus Sicht der syrischen Regierung „absolut keinen Sinn“. Meyer erinnerte daran, dass zum fraglichen Zeitpunkt die letzten islamistischen Aufständischen vor dem Abzug aus ihrer ehemaligen Hochburg Ost-Ghuta standen.

Der Professor geht von einem Angriff „unter falscher Flagge“ aus. „Wenn es überhaupt einen solchen Angriff gegeben hat, dann wurde er insbesondere von der Gruppe der sogenannten Weißhelme inszeniert, die eine Vielzahl von ähnlichen Fällen bereits über die Bühne gebracht haben.“ Diese wollten so ein Eingreifen der USA in den Konflikt provozieren.

Meyer hatte die Weißhelme bereits in einem Interview von n-tv.de Mitte März als „Propagandainstrument“ westlicher Regierungen kritisiert und darauf verwiesen, dass die Organisation von Großbritannien und den USA mit Millionenbeträgen unterstützt wird.

US-Präsident Donald Trump wolle sich als „starker Mann“ präsentieren und vor allem Israel unterstützen, sagte Meyer. Dazu gehöre die Bekämpfung der Gegner Israels, zu denen Syrien gehöre. Spätestens Donnerstag sei nach seiner Einschätzung ein „massiver Militärschlag“ von Kriegsschiffen im Mittelmeer auf Militärstützpunkte in Syrien zu erwarten.

Bei dem gemeldeten Giftgaseinsatz am Samstag sollen nach neuen, korrigierten Angaben der Weißhelme mindestens 42 Menschen getötet worden sein. Mehr als 500 Personen würden in Krankenhäusern behandelt. Die USA machen die syrische Regierung dafür verantwortlich. Russland erklärte, die Rebellen hätten den Angriff inszeniert. Moskau ist im Bürgerkrieg ein Verbündeter der syrischen Regierung; die USA sind für deren Sturz.

  • dpa
  • rtr
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2 Kommentare zu "US-Verteidigungsminister Mattis: „Wir prüfen noch Informationen über mutmaßlichen Giftgasangriff in Syrien“"

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  • Und unsere Regierung ist Teil dieser Kriegspropaganda. Das waere auch im zweiten Irak-
    Krieg der Fall gewesen, falls Frau Merkel gewonnen haette. S'ist Krieg, s'ist leider Krieg und
    ich begehere nicht schuld daran zu sein. Als ueberzeugter Kapitalist saehe ich lieber die
    Linke an der Regierung!

  • Allein die Tatsache, daß auf allen Fotos von angeblichen Opfern nur Kinder zu sehen sind, also genau die Bevölkerungsgruppe die das größte Mitleid auf sich zieht, und nicht etwa Erwachsene oder sogar Soldaten, zeigt daß es reine Kriegspropaganda ist. Es scheint sich seit dem 1. Weltkrieg nichts geändert zu haben, dort gab es analog diese Propaganda mit Kindern als angebliche Opfer.

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