US-Vorwahlkampf Trump geht als Sieger aus vorletzter TV-Debatte hervor

Donald Trump baut seinen Vorsprung aus: Der Immobilienmogul kann mit Attacken auf seinen ersten Verfolger Cruz Punkten. Ein anderer Top-Kandidat bleibt weiterhin blass.

Trump über Konkurrenten: „Ist er überhaupt US-Bürger?“

Gut zwei Wochen vor Beginn der Vorwahlen in den USA hat der republikanische US-Präsidentschaftsbewerber Trump einer neuen Umfrage zufolge seinen Vorsprung vor der parteiinternen Konkurrenz ausgebaut. Einer gestern veröffentlichten landesweiten Erhebung des "Wall Street Journal" und des Fernsehsenders NBC zufolge führt Trump das Bewerberfeld mit 33 Prozent Zustimmung an - 13 Prozentpunkte vor dem zweitplatzierten Senator Cruz. Die republikanischen Bewerber kamen am Abend in Charleston im Bundesstaat South Carolina zu ihrer sechsten Fernsehdebatte zusammen.

Bei ihrer vorletzten TV-Debatte lieferten sich die Kandidaten heftige Wortduelle. Das Feld der sieben Bewerber auf der Hauptbühne in Charleston (South Carolina) richtete am Donnerstag (Ortszeit) außerdem scharfe Angriffe gegen den demokratischen Amtsinhaber Barack Obama, der am Dienstag seine letzte Rede zur Lage der Nation gehalten hatte. Im November wählen die US-Amerikaner einen neuen Präsidenten, Obama tritt im Januar 2017 ab.

Hillarys potenzielle Gegenspieler
Donald Trump
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Er schmeißt mit reißerischen Parolen um sich und beherrscht damit nicht nur die Schlagzeilen, sondern auch die Umfragen. Ein politisches Amt bekleidete der Immobilienunternehmer noch nie, gewann im Jahr 2000 aber die Vorwahlen in Kalifornien. Der in New York lebende Investor hat fünf Kinder aus drei Ehen.

Jeb Bush
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Er könnte die Dynastie von Vater und Ex-Präsident George Bush Senior sowie Bruder und Ex-Präsident George W. Bush fortsetzen. Ob sein Nachname ihm im Wahlkampf hilft oder schadet, muss sich noch zeigen. Der ehemalige Gouverneur von Florida gilt als moderat und kann dank seiner Kontakte wichtige Spender hinter sich versammeln.

Scott Walker
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Walker hat als Gouverneur von Wisconsin Schlagzeilen der besonderen Art gemacht - und Nerven gezeigt. Nach einer umstrittenen Sparpolitik wollten Kritiker ihn mit einer Abstimmung aus dem Amt jagen. Doch Scott überstand den Angriff und überlebte als Gouverneur. Nach Trump rechnen ihm Demoskopen derzeit die besten Chancen aus.

Mike Huckabee
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Der Mann mit dem markanten Namen war bereits 2008 im Rennen und gewann sogar die erste Vorwahl in Iowa, musste später aber aufgeben. Seitdem tingelt der Baptistenprediger und Ex-Gouverneur von Arkansas durch die TV-Sender, etwa mit einer Talk-Show beim konservativen Sender Fox News. Er trifft besonders den Nerv der religiösen Rechten.

Ben Carson
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Der 63-Jährige ist in Medizinerkreisen weltberühmt: Der Neurochirurg gilt als Pionier der operativen Trennung Siamesischer Zwillinge. Den ersten erfolgreichen Eingriff führte er 1987 an einem deutschen Brüderpaar aus Ulm durch. Der Afroamerikaner kommt aus sehr armen Verhältnissen und gilt als konservativ.

Ted Cruz
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Der Newcomer sitzt zwar erst seit 2013 im Senat, hat aber schon durch bizarre Aktionen von sich reden gemacht - etwa mit 20 Stunden Dauerreden, wobei er teils aus Kinderbüchern zitierte. Der Texaner ist Tea-Party-Mann: Gegen Abtreibung, Waffengesetze und gegen „Big Government“. Die Parteibasis liebt ihn, Wechselwähler fürchten ihn.

Marco Rubio
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Als Sohn kubanischer Einwanderer buhlt er vor allem um die wichtigen Stimmen der Latinos. Der Senator aus Florida fordert eine umfassende Einwanderungsreform und lehnt die Annäherung zwischen Havanna und Washington vehement ab. Er gilt als enger Freund von Jeb Bush, zudem als etwas zu jung und unerfahren.

Im Mittelpunkt der vom konservativen Sender Fox News übertragenen TV-Debatte stand der Streit zwischen dem New Yorker Immobilienmagnaten Donald Trump und dem erzkonservativen Senator Ted Cruz aus Texas. Trump griff Cruz an, weil dieser in Kanada geboren wurde. Trump verwies auf die US-Verfassung, wonach nur gebürtige Amerikaner Präsident werden können. Cruz verteidigte seine Kandidatur indes damit, dass seine Mutter US-Bürgerin sei, was die meisten Verfassungsrechtler ähnlich sehen.

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Trump und Cruz liegen in den Umfragen für die erste Vorwahl im Bundesstaat Iowa gleichauf an der Spitze. In den nationalen Umfragen und auch in New Hampshire, wo die zweite Vorwahl ausgetragen wird, führt der Baulöwe dagegen deutlich.

Zuletzt konnte jedoch Senator Cruz in Iowa in den Umfragen zu dem Immobilienmogul aufschließen. Dies wertete Cruz in der TV-Debatte denn auch als Grund, warum Trump seinen Geburtsort Kanada zum Thema gemacht habe. „Die Verfassung hat sich nicht geändert - die Umfragewerte schon“, erklärte Cruz.

Während der mehrstündigen Debatte legte sich Trump auch mit dem in Umfragen bisher enttäuschenden Jeb Bush an. Der Bruder des letzten republikanischen Präsidenten George W. Bush warf Trump vor, dessen strikte Anti-Muslim-Politik sei wirr, auch sein Vorschlag, China mit Handelszöllen zu belegen, sei unsinnig. Trump entgegnete persönlich: „Wir brauchen keine schwache Person als Präsident“, sagte er mit Blick auf Bush. Das Saal-Publikum in Charleston schlug sich allerdings auf die Seite Bushs.

Insgesamt bewerben sich für die Republikaner noch ein rundes Dutzend Männer und mit Carly Fiorina auch eine Frau um das höchste politische Amt in den USA. Nach den ersten Vorwahlen in Iowa und New Hampshire Anfang Februar wird erwartet, dass sich das Feld ausdünnt. Bei den Demokraten von Amtsinhaber Obama wurde das Rennen zwischen Favoritin Hillary Clinton und Senator Bernie Sanders zuletzt enger.

  • dpa
  • ap
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