US-Waffenindustrie boomt Millionen frische Handfeuerwaffen pro Jahr

Die Amerikaner diskutieren über schärfere Waffengesetze – und decken sich noch kräftig ein: Nie wurden so viele Schießeisen gekauft wie im Dezember, dem Monat des Amoklaufs von Newtown. Goldenen Zeiten für die Industrie.
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Ein Kunde in einem Waffengeschäft in Texas. Quelle: dapd

Ein Kunde in einem Waffengeschäft in Texas.

(Foto: dapd)

WashingtonDer Appell klingt dramatisch. „Niemals gab es einen wichtigeren Zeitpunkt beizutreten“, schrieb die US-Waffenlobby National Rifle Association (NRA) diese Woche auf ihrer Facebook-Seite. Denn „Anti-Waffen-Abgeordnete“ planten „drakonische“ Gesetze. Die NRA werde deshalb alles tun, um diese Pläne zu stoppen, versprechen die Waffenfreunde: „Aber dafür brauchen wir Ihre Unterstützung!“

Es ist die Woche, in der die traumatisierten Schüler der Sandy Hook Elementary School in Newtown, Connecticut, zum ersten Mal seit dem Amoklauf wieder ihre Klassenzimmer betreten. Die Bluttat vom 14. Dezember, bei der 20 Kinder und 7 Erwachsene erschossen wurden, hat Amerika geschockt – und die neu entflammte Diskussion um schärfere Waffengesetze hält noch immer an. Es ist zugleich die Woche, in der Demokraten im Kongress einen neuen Vorstoß zum Verbot von Sturmgewehren wagen.

Genug Gründe für die mächtige NRA also, jetzt erst recht für ihre Sache zu kämpfen. Ständig und schriller denn je gegen wettert sie gegen jeden Versuch, das durch den Zweiten Verfassungszusatz garantierte Recht auf Waffenbesitz einzuschränken. Die Logik ist einfach: Nicht weniger Waffen machen uns sicher, sondern mehr. „Das einzige, das einen bösen Kerl mit einer Waffe aufhalten kann, ist ein guter Kerl mit einer Waffe“ – so hatte es NRA-Vize Wayne LaPierre nach dem Amoklauf formuliert.

Bei vielen Amerikanern scheinen die Warnungen der NRA anzukommen: Sie rennen den Waffenverkäufern die Bude ein. Eine Statistik darüber führt die Bundespolizei FBI, die kurze Hintergrundchecks bei jedem veranlasst, der eine Waffe kaufen will. Demnach überprüfte sie im Dezember knapp 2,8 Millionen Menschen – ein neuer Rekord, wie die Behörde am Mittwoch mitteilte.

Überhaupt geht das Jahr 2012 mit 19,5 Millionen Checks als Rekordjahr in die Geschichte ein. Wobei die wirkliche Zahl noch viel höher liegen dürfte: Schätzungen zufolge laufen rund 40 Prozent aller Waffenverkäufe privat oder auf Waffen-Shows ab und benötigen keinen Segen des FBI.

US-Produktion: Sechs Millionen Waffen pro Jahr
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6 Kommentare zu "US-Waffenindustrie boomt: Millionen frische Handfeuerwaffen pro Jahr"

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  • Bei aller Schrecklichkeit des angerichteten Massakers und seinen tragischen Begleiterscheinungen sollte man sich die oberflächliche Zustimmung zu einer schwerwiegenden Thematik genau überlegen.
    Auf die Ungereimtheiten bei den Ermittlungen (Gewehrmunition) kann sich jeder sein eigenes Bild machen.Darauf will ich nicht eingehen.

    Es geht in der aktuellen Diskussion nicht darum ein simples Gesetz zu ändern, sondern die Verfassung eines Landes.
    Als diese von weisen Männern beim damaligen Verfssungskonvent niedergeschrieben wurde, haben die sich etwas dabei gedacht und sehr genau abgewogen.Nicht umsonst ist die US-Verfassung eines der schönsten und abitioniertesten Dokumente der Weltgeschichte.
    Auch als 1791 der zweite Zusatz (Waffenbesitz) hinzugefügt wurde, ist das sicher nicht ohne Bedacht geschehen.
    Man wollte sicherstellen, daß zur Machtausübung der Regierung (damals noch von kolonialen Einflüssen infiltriert) immer auch ein Gegengewicht im Land hat - um sicherzustellen, daß der wirkliche Souverän im Land immer das Volk ist.

    Daher wurde explizit erwähnt, daß das die Bevölkerung das Recht hat geregelte bewaffnete Milizen zu bilden um die Verfassung vor Gefahren zu schützen.
    Daß dies durchaus auch die eigene Regierung sein kann, wird im zweiten Absatz der Declaration of Independence von 1776 angedeutet, nämlich daß das Volk das Recht hat, eine ungerechte oder ungerechtfertigte Regierung zu beseitigen oder zu ändern.

    Wenn man sich diesen Sachverhalt vor Augen hält, reden wir da nicht über einen Wahnsinnigen Mörder sondern über das Machtgleichgewicht zwischen Volk und Regierung.
    Klar daß es dem Wolf nicht gefällt wenn die Schafe gut bewaffnet sind! Klar auch, daß wer sein Land ausbluten und verarmen läßt sich irgendwann vor dem Zorn der Bevölkerung schützen muß.
    Somit will der Wolf gern den Schafen die Waffen wieder wegnehmen...

  • Live, Drink, Drive, Act and use your gun responsibly!
    auch die Beherrschung und der Einsatz von Waffen ist erlernbar! Das weiss noch jeder Wehrdienst-Absolvent!
    Dort wurden wir auch nicht zu Killer ausgebildet oder haben beim WAche-Laufen, unueberlegt die Schusswaffen eingesetzt. unter Jaegern ist die Zahl der Moerder nicht hoeher als im Bundesdurchschnitt!

  • Wenn man mit Waffen das Land eingenommen hat (und die Indigenen umbringt), ist man natuerlich besorgt das andere mit Waffengewalt es einem wieder abnehmen koennten. Ich denke diese Urangst ist Systemimmanent in den USA - da fuehrt kein Weg raus

  • Definieren Sie "verantwortungsvollen Waffenbesitz"! Daß die USA davon weit entfernt sind, zeigt die Anzahl der Morde im Verhältnism zur Einwohnerzahl. Solange jeder Möchtegern-Sheriff aus subjektiven Bedrohungsgefühlen heraus jeden x-beliebigen Passanten über den Haufen schießen kann, ist von "verantwortungsvoll" jedenfalls nichts zu merken.

  • ich finde es nicht gut, wenn jeder eine waffe zu hause hat. was gibt einem das recht andere leute über den haufen zu schiessen, ohne ausbildung und kenntnisse schon gleich gar keine ! klar ist ein einbruch ärgerlich, aber den täter gleich zur erschiessen kann ja auch nicht die richtige lösung sein ! mit waffen beginnt nur der krieg, alle menschen sagen wir wollen keinen krieg, aber jeder will eine waffe, wo ist da die logik ?

  • Ohne diese Waffen in verantwortungsvollen privaten Haenden würde in den USA weitaus mehr Kriminalität herrschen!
    Einbrüche Diebstahl Überfälle Gewalt auf Bahnstationen etc.
    Die Police raet dort gerade dazu, sich mit Waffen zu schuetzen, da sie solche Verbrechen nur begrenzt oder garnicht verhindern geschweige aufklaeren kann!
    In Deutschland sollte der private Waffenbesitz ebenfall zugelassen werden, denn kann die Polizei kaum solche Verbrechen am Privteigentum, am braven Bürgern vermeiden, geschweige denn aufzuklären und somit die Schäden kompensieren!
    Wer schon einmal einen oder mehrere Einbrüche erlebt hat, weiss wovon ich rede:
    Geld, Wertsachen weg, Verwuestungen, Schäden, Ärger mit der Versicherung und ein meist nicht präzises Polizeiprotokoll!
    Um Täter auf frischer Tat nachzustellen, sollten diese zumindest mit Hunden den Tätern nachjagen, die auf frischer Tat gestört werden!
    Aber wie sieht die Realität des Polizeieinsatzes aus?
    Das Einbruchsdezernat nimmt die Einbrüche auf, erkennt, dass es sich um Beschaffungskriminalität für Drogen handelt! Aber die Kollegen der Drogen-Kriminalität werden noch nicht einmal zeitnah über diese Fälle informiert, um gezielt nach signifikanten Drogeneinkäufen zu fahnden!
    Der Fall wird ad acta gelegt, Punkt!
    Durch die Möglichkeit eines ARMED RESPONSE werden Täter insbesondere bei Einbrüchen, Ueberfällen klar abgeschreckt.
    Nur durch bewaffnete Bürgerwehren und generellen Zugang zu Waffen für verantwortungsbewusste Bürger können wir uns auch hier nur vor Eigentumsdelikten signifikant schützen.
    Mit der Gun unter dem Kopfkissen schläft’s sich sicherer!
    Politiker, Richter Staatsanwälte, Bürgermeister etc werden entweder duch Personenschutz oder/ und Waffenbesitz geschuetzt! Was hat der brave Bürger zum Selbstschutz? Etwa die Polizei?
    Warum diese gezielt beabsichtigte Ungleichbehandlung? Warum lassen wir uns dies gefallen und den verantwortungsvollen Waffenbesitz verbieten? Wer kann das eigentlich verantworten?

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