Nach der US-Wahl Obama reicht den Republikanern die Hand

Ende eines harten Wahlkampfes: Barack Obama triumphiert und bekommt eine zweite Amtszeit als US-Präsident. Er will mit seinen Gegnern zusammenzuarbeiten und verspricht: „Die besten Zeiten liegen noch vor uns.“
Update: 07.11.2012 - 15:04 Uhr 38 Kommentare

Obamas Siegesrede

WashingtonEs war das erste Zeichen vom alten und neuen Präsidenten in der Wahlnacht. Die großen Fernsehsender NBC und Fox hatten ihm grade die entscheidenden Staaten zugeschlagen. Da meldet sich Obama über den Kurznachrichtendienst Twitter. „Vier weitere Jahre“, schreibt er und fügt ein Foto hinzu, das ihn selbst in einer innigen Umarmung mit seiner Frau Michelle zeigt.

Innerhalb weniger Stunden wurde das Bild Hunderttausende Male geteilt - ein Rekord. Erst knapp drei Stunden später, zeigt sich Obama gegen halb 2 Uhr morgens vor den feiernden Anhängern in seinem Hauptquartier in Chicago. „Wir haben hart gekämpft“, ruft der neue alte US-Präsident unter Jubel, „aber nur, weil uns dieses Land so wichtig ist“.

Geschafft: Dieses Siegerfoto verschickte Obama per Twitter. Quelle: dpa

Geschafft: Dieses Siegerfoto verschickte Obama per Twitter.

(Foto: dpa)

Am Ende eines spannenden Wahlabends steht nun ein Ergebnis, das so klar ist, wie es wohl die wenigsten erwartet hätten. Zwar wurde in der Nacht noch immer gezählt, aber man kann bereits festhalten: Mindestens 303 Wahlmänner-Stimmen, deutlich mehr als die 270 benötigten, konnte Obama einsammeln. Sein Konkurrent Mitt Romney kam nur auf 206 Stimmen. Das kann er nicht mehr aufholen.

Dabei war das Rennen bis zuletzt denkbar knapp. Ein Sieg Romneys wäre ebenso möglich gewesen wie ein Patt und wochenlanges Nachzählen. Doch der Demokrat Obama gewann überraschend in fast allen umkämpften „Swing States“, bei denen nicht vorher klar gewesen war, für wen sich die Bürger dort entscheiden würden.

Nur im Bundesstaat Florida ist die Auszahlung der Wählerstimmen zu einer Hängepartie geworden. Noch immer steht nicht abschließend fest, ob die 29 Wahlmännerstimmen an Barack Obama oder Wahlverlierer Mitt Romney gehen. Laut Berichten von US-Fernsehsendern lag der Demokrat Obama in Florida mit äußerst knappem Vorsprung vor dem Republikaner Romney. Doch für den Ausgang der Wahl war das Kopf-an-Kopf-Rennen in dem umkämpften „Battleground-State“ nicht mehr entscheidend.

„Ich habe für das Amt kandidiert, weil ich besorgt um Amerika bin“, sagte Romney schließlich am Abend in seinem Hauptquartier in Boston vor Obamas Auftritt und räumte seine Niederlage ein. Er zeigte sich als fairer Verlierer: „Ich bete für den Erfolg des Präsidenten bei der Führung unserer Nation“, sagte der Republikaner.

Mit Dienstagabend endet nun auch ein quälend langer, zum Ende hin zunehmend schmutziger gewordener Wahlkampf. Mehr als drei Milliarden Dollar – so viel wie nie zuvor – hatten die Kandidaten und ihre Unterstützer ausgegeben, um ihre Botschaft zu verkaufen und die jeweils andere Seite schlecht aussehen zu lassen.

Obamas wichtigste Aufgabe
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38 Kommentare zu "Nach der US-Wahl: Obama reicht den Republikanern die Hand"

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  • Das Wahlergebnis ist ein offener Schlag ins Gesicht der korrupten Bankindustrie, den Romneys Hauptgeldgebern wie JP Morgans und Credit Suisse. Ausserdem wurde der Einfluss der christlichen Extremisten auf die politische Entwicklung verhindert. Es reicht, dass die beiden Gruppen im Repräsitanten Haus noch soviel Einfluss haben.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Zu tun obigen Kommentar kann ich leider nur sagen Vergess es.
    Es sind immer die selben ,die Ihre "Meinung" zum Besten geben.
    Etwas Positives habe ich nicht gehoert.
    Aber die deutschen "Oberlehrer" wissen ja alles viel besser und werden die Welt noch retten.

  • @ American Spirit Da müssten wir erst einmal die Obrigkeitshörigkeit aus den meisten Köpfen vertreiben können. Wenn ein Bundesbürger 40.000 € investiert, um sein Auto als Geschwindigkeitskontrolle einzurichten, um damit RASER in der 30km-Zone zu fotografieren, somit also denunziert, und damit seinen Lebensunterhalt verdient, wird sich hier nix ändern. Dieses System ist in unseren Nachbarländern u n d e n k b a r. Dort steht DAS VOLK zusammen und gegen die gewählten Politiker. Hier sagt man "recht so"!

  • Es ist ja fein, dass die deutsche Presse dem Präsidenten der Vereinigten Staaten schon mal eine Agenda vorbereitet, die er gefälligst abzuarbeiten hat.

    Mein Eindruck ist, dass der sehr genau weiß, was richtig für die USA ist.
    Mein Eindruck ist aber auch, dass die Republikaner diesen Mann einfach nur scheitern sehen wollen und ihn so daran hindern wollen, Probleme zu lösen.
    Die Blockadehaltung der Republikaner wird keinen Erfolg haben. Romneys Umfragewerte stiegen, als er sich im ersten Fernsehduell um 180° drehte und von einem erzkonservativem Hardliner zum weichgespülter Mann der Mitte mutierte. Gut das dieser Kelch an der Welt vorbei gegangen ist.

    PS.: Vielen Dank noch an die Tea-Party. Ohne eure dümmlichen, weltfremden Hasstiraden gegenüber dem ersten schwarzen amerikanischen Präsidenten wäre es knapp geworden für Obama. Wenn ihr euch weiter so ins Zeug legt, wird auch der kommende amerikanische Präsident Demokrat sein.

  • Nach der Wahl ist vor der Wahl. Wenn die Republikaner die im Wahlkampf so lautstark angekündigten „neuen Jobs“ nicht zügig liefern können, wird es nach weiteren 4 Jahren noch schwerer für sie, am Stuhl des mächtigsten Demokraten der Welt zu sägen. Die vollmundigen Ankündigungen ihres erfolglosen „Spitzenkandidaten“ bereiten den Republikanern sicher größere Sorgen, als dem Präsidenten. Wer immer Mitt Romney seine Stimme gab: Nun müssen die Republikaner liefern.

  • @ihr

    "Aber die Hochfinanz würde unter Romney noch unendlich viel mehr profitieren?!"

    Da wäre ich nicht mal sicher. Die Hochfinanz braucht weiter das System des Gelddruckens und der Verschuldung. Und da liefert eher Obama.
    Insofern habe ich zuletzt mehrere Artikel gelesen, dass sich Romney in den letzten Wochen bei der WallStreet unbeliebt gemacht hat.
    Das war sein Fehler, womit er sich selbst alle Chancen zerstört hat. Gegend en Willen der FED/WallStreet wird keiner US-Präsident...

  • Es ist doch unter dem Strich völlig gleichgültig, ob Rombama oder Obney gewonnen hat, die Hintermänner setzen stets auf SIEG. Dem dummen Wahlvolk wird Demokratie vorgegaukelt, aber die Strippen ziehen die Clans der Finanzelite, die Logen, S & B, der Präsident ist nur eine Marionette. Obama hatte 4 Jahre Zeit, etwas real zu verändern. Was hat er geschafft ? Guantanamo ist nach wie vor existent, der Friedensnobelpreisträger läßt weltweit unschuldige Menschen in Stellvertreterkriegen ermorden, die Rüstung brummt, das Lügenmonopol Terrorismus floriert, und das Land kommt vor die Hunde. Mittelstand verarmt, der Dollar verliert weiter an Wert, -woran soll man diese Witzfigur denn werten ?

  • Selbstverständlich kann der Präsident auch nach weiteren 4 Jahren auf den Scherbenhaufen verweisen, den ihm sein Vorgänger überlassen hat, denn dieser Haufen ist groß genug. Obama wird von dem fatalen Missmanagement seines Vorgängers auch in Zukunft profitieren können. Um alle Schäden eventuell zu beseitigen, die ein Republikaner zu verantworten hat, braucht es 7 Leben einer Katze. Doch Präsidenten sind auch nur Menschen. Was nach der Wahl viel interessanter ist: Nun schaut die Welt auf das politische Lager der Republikaner. Mitt Romney hat im Wahlkampf viel verkündet und daran wird sich seine Partei nun praktisch messen müssen! Ab heute geht es für die Republikaner um deren Glaubwürdigkeit – und nicht mehr um die Glaubwürdigkeit des Präsidenten.

  • Aber die Hochfinanz würde unter Romney noch unendlich viel mehr profitieren?!

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