Brandbrief und Gegenkandidat Prominente Republikaner fallen Trump in den Rücken

50 republikanische Sicherheitsexperten haben sich in einem beispiellosen Anti-Trump-Aufruf von ihrem Kandidaten distanziert. Trump fehlten Charakter, Werte und Erfahrung. Der Angegriffene reagierte prompt – und zornig.
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Donald Trump verliert in der eigenen Partei an Rückhalt. Quelle: Reuters
Donald Trump

Donald Trump verliert in der eigenen Partei an Rückhalt.

(Foto: Reuters)

50 prominente Sicherheitsexperten der Republikaner haben mit scharfen Worten vor einer Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten gewarnt – dem Kandidaten ihrer eigenen Partei. „Herrn Trump fehlen der Charakter, die Werte und die Erfahrung, um Präsident zu sein“, hieß es in einer Erklärung der Fachleute, die am Montag bekannt wurde. „Er schwächt die moralische Autorität der USA als Führerin der freien Welt. Es sieht so aus, als ob es ihm an Basiswissen über und Glauben an die US-Verfassung, US-Gesetze und US-Institutionen sowie religiöse Toleranz, Freiheit der Presse und eine unabhängige Justiz mangelt.“ Zwar hätten die Unterzeichner auch Zweifel an der von den Demokraten nominierten Kandidatin Hillary Clinton. Aber: „Niemand von uns wird für Donald Trump stimmen.“

„Aus außenpolitischer Sicht ist Donald Trump nicht qualifiziert, Präsident und Oberster Befehlshaber der Streitkräfte zu sein“, hieß es zudem. „Vielmehr sind wir davon überzeugt, dass er ein gefährlicher Präsident wäre, unter dem die nationale Sicherheit und das Wohlergehen des Landes Risiken ausgesetzt wären.“ Zwar seien viele Amerikaner frustriert, dass die US-Regierung Probleme im In- und Ausland nicht löse. „Aber Donald Trump ist nicht die Antwort auf die gewaltigen amerikanischen Herausforderungen und auf diese wichtige Wahl. Wir sind überzeugt, dass er der rücksichtsloseste („most reckless“) Präsident in der amerikanischen Geschichte wäre.“

Unter den Republikanern gibt es seit vielen Monaten Kritik an Trump, die bis heute anhält. Die Erklärung ist unter anderem unterzeichnet vom ehemaligen CIA-Direktor Michael Hayden, dem ehemaligen Heimatschutzminister Michael Chertoff, dem Ex-Direktor aller US-Nachrichtendienste John Negroponte und den ehemaligen US-Handelsbeauftragten Carla Hills und Robert Zoellick. Einige der genannten haben unter einem oder mehreren republikanischen US-Präsidenten gearbeitet. Organisiert wurde die Erklärung von Philip Zelikow, der Condoleezza Rice in ihrer Zeit als US-Außenministerin beriet.

Donald Trump reagiert wütend auf die beispiellose öffentliche Distanzierung der 50 US-Republikaner. Bei den Unterzeichnern des Anti-Trump-Aufrufs handele es sich um „nichts anderes als eine gescheiterte Washingtoner Elite, die sich an ihre Macht klammert“, hieß es in einer Erklärung Trumps.

Der Präsidentschaftskandidat machte die Unterzeichner des Aufrufs für gravierende Fehlentscheidungen verantwortlich. Ihnen sei die „katastrophale Entscheidung zur Invasion Iraks“ und der Aufstieg der Dschihadistenmiliz IS anzulasten. Sie hätten die Welt „weniger sicher gemacht“, kritisierte Trump.

Früherer CIA-Offizier als unabhängiger Kandidat
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24 Kommentare zu "Brandbrief und Gegenkandidat: Prominente Republikaner fallen Trump in den Rücken"

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  • @ Herr carlos santos

    "Heißt aber NIE dass die USA oder sogar die NATO unter dem Befehl von Russland in der Zukunft handeln soll !!!!! "

    Verstehe Sie jetzt überhaupt nicht mehr. Sie schreiben so, als ob Russland anstrebt, zuerst die USA und später die NATO zu befehligen.Also russische Generäle befehligen in Zukunft die USA und NATO? Mir ist da nichts bekannt.

    Sie wissen da offensichtlich mehr.

  • @ Herr carlos santos

    >> UND DIE NATO MUSS WEITER UND STÄRKER HANDELN...

    etwa sich für das SCHNELLE ABSETZEN VON BASCHAR al ASSAD SICH IN SYRIEN EINSETZEN ! >>

    Was dichten Sie hier für einen Mist zusammen ?

    Seit wann ist die NATO für die Absetzung von ASSAD zuständig ?

    Ist das nicht das Syrische Volk ?

  • Herr Peter Klose09.08.2016, 13:22 Uhr
    Also irgendwo kann man die Aggression der Verfasser des Brandbriefes schon nachvollziehen, ist doch Trump die maximale Provokation weil Umkehrung ihrer bisherigen Politik.
    So habe ich Trumps Pläne verstanden:
    - Beendigung der Konfrontation mit Russland und stattdessen Kooperation

    -----

    Heißt aber NIE dass die USA oder sogar die NATO unter dem Befehl von Russland in der Zukunft handeln soll !!!!!

    UND DIE NATO MUSS WEITER UND STÄRKER HANDELN...

    etwa sich für das SCHNELLE ABSETZEN VON BASCHAR al ASSAD SICH IN SYRIEN EINSETZEN !

    ES WIRD KEINEN FRIEDEN IN SYRIEN GEBEN SOLANGE BASCHAR al ASSAD NICHT AUS DER REGIERUNG IN SYRIEN ABGESETZT WURDE !!!

    UND ...die GANZE WELTWIRTSCHAFT LEIDET WEITERHIN...

    solange das Konflikt in Syrien nicht erledigt ist !

    KEIN WACHSTUM FÜR RUSSLAND...KEIN WACHSTUM FÜR EUROPA !!!

    Im Gegenteil...die Fronten werden sich verhärten zwischen Ost und West !

    Was früher die Atomwaffen im kalten Krieg ausmachten...

    werden in Zukunft die STILLE WIRTSCHATSGEBIETE EROBERUNGEN AUSMACHEN !

    Und da ist der schleichender Fuchs aus Russland Erfolgreicher als etwa Europa !
    Und wenn nicht...steht der ehemaliger KGB sofort da als Berater und Indikator für die Wege und Mitteln die aus russische Seite zu handhaben und zu befolgen sind !

    Egal ob Putin oder einen anderen an der russische Machtspitze steht !


  • 50 republikanische Sicherheitsexperten haben sich in einem beispiellosen Anti-Trump-Aufruf von ihrem Kandidaten distanziert. Trump fehlten Charakter, Werte und Erfahrung. Der Angegriffene reagierte prompt – und zornig.

    ----------------------

    Republikaner in dem USA sind nicht alle Republikaner !

    Die USA braucht nicht immer Feinde von außen...

    weil die USA Feinde in der Regierung haben...

    bei den Republikaner als auch bei den Demokraten !!!


  • Mrs. Hillary Clinton is sick, therefore it is a President of the United States under other security risks

  • @Herr Old Harold

    "We came, we saw, he died. Haaaah, haaa!"

    Wer Trump für eine Gefahr für die Welt hält, sollte sich mal das diabolische Gelächter von Frau Clinton ansehen, wie sie die grausame Hinrichtung des lybischen Staatschefs Ghaddafi beklatscht und bejubelt:
    https://www.youtube.com/watch?v=Fgcd1ghag5Y

    Aktuell wird lybisches Staatsgebiet wieder von USA bombardiert, weil sämtliche staatlichen Strukturen nach Ghaddafis Tod zerstört wurden.

  • Also irgendwo kann man die Aggression der Verfasser des Brandbriefes schon nachvollziehen, ist doch Trump die maximale Provokation weil Umkehrung ihrer bisherigen Politik.
    So habe ich Trumps Pläne verstanden:
    - Beendigung der Konfrontation mit Russland und stattdessen Kooperation
    - Beendigung oder zumindest deutliches Zurückfahren der aussenpolitischen Aggression und Dominanzstreben insbeondere in den aktuellen Krisenregionen, die von u.a. einer US-Aussenministerin Killary Clinton für Generationen in chaos, Zerstörung und Auflösung aller staatlichen Strukturen gebombt wurden.
    - Konzentration der wirtschaftlichen anstrengungen auf das Inland USA, statt weiterem Ausbau von bilateralen Freihandelszonen.
    Ganz allgemein ein Zurückfahren der weltweiten Dominanzbestrebungen, für die insbesondere auch wieder beispielhaft Killary steht.
    Also für mich sind das ausserordentlich positive Perspektiven und ich kann nur hoffen, dass die Entwicklung tatsächlich in diese Richtung geht.

    Was die Person trump und das Gepolter im wahlkampf angeht, so sehe ich das zuallererst als ziemlich erfolgreiche Strategie um die Enttäuschten und Verachter der bisherigen Politik überhaupt an die Wahlurnen zu bekommen. Ich halte ihn nicht für den gefährlichen Triebgesteuerten, als den ihn seine Gegner in der Öffentlichkeit darstellen. Frau Clinton ist hier sehr erfolgreich mit ihren Provokationen, auf die Trump immer wieder in der erhofften, zornigen Weise reagiert. Gerade durch das Lobpreisen der Veteranen hat Trump sich in die Defensive drängen lassen und mit Ggenangriff geantwortet, statt eines angemessenen:
    Wenn Clinton, Bush und Obama die völkerrechtswidrigen Kriege gar nicht erst angezettelt hätten, wären die meisten der Gefallenen noch am Leben.


  • Die Demokraten wären gut beraten, die Leibwächter für ihre Präsidentschaftskandidatin jetzt auf eigene Kosten zu verdoppeln und zu verdreifachen.

    Es wird sich mit Sicherheit ein Schwachkopf finden, der "seinen Helden" Trump auf jeden Fall an die Macht bringen will.

    Und gegen einen unbekannten Ersatzkandidaten der Demokraten hätte Trump "Freie Fahrt"!

  •  Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • @Herr Julian Defourny
    - Ich stelle mir gerade vor, wie die Kuba-Krise 1962 ausgegangen wäre, wenn anstelle eines John F. Kennedy ein Donald Trump hätte entscheiden können. -

    Ich nicht, da 1. Donald Trump noch nicht vereidigter Präsident der USA ist. 2. Die Kuba-Geschichte schon sehr lange her ist und daher mit der heutigen Zeit nicht vergleichbar. 3. Man sich dann auch vorstellen könnte, was gewesen wäre, wenn Wilhelm II. und der Russische Zar sich damals nicht borniert und unprofessionell verhalten hätten oder Angela Merkel schon 2003 schon Bundeskanzlerin gewesen wäre?

    Wenn man sich etwas zeitnäher vorstellen möchte, dann: Hätte Trump den Irak-Krieg angezettelt, wie hätte er sich in der Ukraine verhalten und zwar vor dem 18. Febr. 2014 …. etc. ?

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