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„Calexit“-Bewegung California Dreamin'

Die Kalifornier sind stinksauer. Mehr als 66 Prozent haben für Clinton gestimmt, aber bekommen haben sie Trump. Nun werden Rufe nach Eigenständigkeit laut – doch eine Trumpfkarte hält den Staat im Würgegriff der USA.
11.11.2016 - 13:00 Uhr 40 Kommentare
Ein nicht unerheblicher Teil der Amerikaner verachtet Kalifornien. Quelle: Reuters
Demonstranten in LA

Ein nicht unerheblicher Teil der Amerikaner verachtet Kalifornien.

(Foto: Reuters)

San Francisco So ein paar milde belächelte Spinner träumten schon seit Jahren davon: Ein souveräner Staat Kalifornien, nur über Verträge eingebunden in die USA. Aber seit der Wahl des US-Präsidenten ist „Yes California“ eine angesagte Internetadresse, die 35-seitige Anleitung zur Abspaltung aus dem Verbund der Vereinigten Staaten von Amerika ein gefragter Download. Der Hashtag #calexit liegt auf Twitter im Trend, und die Likes auf Facebook explodieren.

Das liegt nicht zuletzt am Tech-Multimillionär Investor Shervin Pishevar. Der Mitgründer von Hyperloop One und Uber-Investor rammte noch am Dienstag Pflöcke ein. „Wenn Trump gewinnt, werde ich eine legale Kampagne gründen und finanzieren, um Kalifornien zu einem eigenständigen Staat zu verwandeln. Was in den USA von Superreichen finanziert wird, muss man heute ernst nehmen.

„Aus unserer Sicht vertreten die USA so viele Dinge, die im Konflikt zu unseren Werten stehen und mit einer andauernden Bundesstaatlichkeit werden wir diese anderen Staaten immer weiter subventionieren, zu unserem eigenen Nachteil und dem unserer Kinder“, bekennen die Gründer der Initiative offen. Wer ein paar Jahre in den USA gelebt hat, der weiß, was damit gemeint ist. Die Masse der Amerikaner verachtet Kalifornien. Für viele der Bewohner der hochreligiösen Bundesstaaten des „Bible Belt“, des Bibel-Gürtels, oder des „Rust Belt“, den alten Industriestaaten im Inneren der USA, ist Kalifornien nur ein einziges Sodom und Gomorra. Bevölkert wird es von gottlosen Hippies, Schwulen und Lesben, die nichts von traditionellen Werten halten. Im Süden dann Los Angeles mit dem verlotterten Hollywood und der größten Porno-Industrie der Staaten, im Norden superreiche Tech-Kids und Städte wie San Francisco, die sich weigern ohne Grund (schwere Verbrechen) illegale Einwanderer an die Bundesbehörden auszuliefern. Städte, die der kommende Präsident Donald Trump finanziell ausbluten und so zur Kooperation zwingen will. Das hat er unter lautem Jubel seiner Anhänger schon angekündigt.

Kalifornien ist stinksauer. Zu über 66 Prozent sind die Stimmen an Hillary Clinton gegangen, und bekommen haben sie Trump. Jeden Tag gibt es seitdem größere und kleinere Proteste. Der Surfer- und Programmierer-Staat wäre auch nicht der erste, der die auch in Deutschland bekannten Bayrischen Gelüste nach Eigenständigkeit hegt: Als Barack Obama 2012 wiedergewählt wurde, entstand in Texas eine breite Bewegung, den kreuzkonservativen Staat mit den riesigen Ölvorräten aus den USA herauszulösen. Am Ende ist es aber nie dazu gekommen.

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    Der künftige US-Präsident Donald Trump will den früheren US-Botschafter in Deutschland, Dan Coats, zum Geheimdienstdirektor ernennen. Coats war von 2001 bis 2005 US-Botschafter in Berlin unter Präsident George W. Bush. 2011 warf er Bundeskanzlerin Angela Merkel vor, sich mit der deutschen Enthaltung beim Militäreinsatz in Libyen isoliert zu haben. Als ehemaliger Senator vertrat der Konservative zudem den US-Bundesstaat Indiana im Kongress.

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    (Foto: AFP)
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    Trump wird sich zukünftig beim Starinvestor Carl Icahn Tipps zu Regulierungsfragen holen. Icahn wird kein offizieller Regierungsmitarbeiter und für seine Dienste auch nicht bezahlt, sagte ein Trump-Sprecher. Nach Trumps Wahl setzen viele darauf, dass der 70-jährige Immobilien-Milliardär die Wirtschaft unter anderem mit einer Deregulierungswelle in Schwung bringen will. Icahn ist Großaktionär mehrerer Konzerne und vielen für ein aggressives Geschäftgebaren bekannt.

    (Foto: Reuters)
    Peter Navarro
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    Der durch seine Bücher wie „Tod durch China“ bekanntgewordene Ökonom Peter Navarro wird in den Nationalen Handelsrat des Weißen Hauses berufen. Der 67-jährige Wirtschaftsprofessor der University of California beriet Trump bereits im Wahlkampf. In seinem Buch „Tod durch China: Wie Amerika seine industrielle Basis verlor“, das die Grundlage für einen Dokumentarfilm lieferte, wirft er der Volksrepublik beispielsweise den Diebstahl geistigen Eigentums vor.

    (Foto: picture-alliance)
    Innenminister: Ryan Zinke
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    Der Kongressabgeordnete war Kommandeur der Marine-Infanterie-Elitetruppe Navy SEALs. Das Ministerium verwaltet rund ein Fünftel der öffentliche Flächen des Landes, darunter Nationalparks. Es ist in den USA nicht für die innere Sicherheit zuständig. Das übernehmen die Ministerien für Justiz und Heimatschutz. Zinke ist gegen die Privatisierung von öffentlichem Grundbesitz, hat aber auch für Gesetze gestimmt, die Umweltauflagen in solchen Gebieten aufweichen. Trump will auf Staatsgebiet verstärkt Ölbohrungen und Bergbau erlauben.

    (Foto: Reuters)
    Rex Tillerson (l.) - Außenminister
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    Der Chef des US-Ölkonzerns Exxon Mobil, Rex Tillerson, soll Außenminister werden. Das ist aus dem Umfeld von Donald Trump zu hören. Der 64-Jährige hat gute Beziehungen zu Russland, das Bild zeigt Tillerson im Jahr 2012 bei einem Aufeinandertreffen mit dem russischen Staatspräsidenten Wladimir Putin.

    (Foto: dpa)

    Doch Kalifornien ist reich, das Bruttosozialprodukt ist nur wenig geringer als das von Deutschland. Man könnte sich den Alleingang leisten. Zumindest ist das im Prinzip so. Denn in der Realität ist der Golden State fast immer pleite und hat mit die höchsten Steuern in den USA. Nach Ansicht der Yes-California-Gründer hat das einen einfachen Grund: 16 Milliarden Dollar an Steuergeldern fließen netto jedes Jahr nach Washington D.C, damit heruntergewirtschaftete Bundesstaaten über Wasser gehalten werden. Die Kalifornier müssen im Gegenzug Schulden machen und Steuern erhöhen. Die Debatte erinnert an die lautstarke Diskussion um die „Geber- und Nehmerländer“ in Deutschland. Und wenn das Geld im Land bleibt, so die Argumentation, wer braucht dann noch die paar Millionen, mit denen Trump San Francisco oder San Jose unter Druck setzen will. Das Geld flösse in Infrastruktur und Schulen.

    Verlockung zum Ausstieg ist so groß wie nie
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    40 Kommentare zu "„Calexit“-Bewegung: California Dreamin'"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Herr Robbie McGuireq Es ist doch nur der Handelsblatt Troll.

    • Herr Hofmann,

      bei Ihrem Allround-Wissen könnte ich mir vorstellen, dass Sie auch gut in die Trump-Mannschaft passen würden. Seien Sie ehrlich, hat man Sie bereits schon angesprochen?

    • Herr Marc Hofmann11.11.2016, 17:18 Uhr
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      "Frau Annette Bollmohr
      Als gäbe es nicht mehr als genug Sinnvolleres zu tun, und zwar für jeden."

      Wie zum Beispiel aber auch jeden Artikel zu kommentieren.....
      --------------------------------------------------
      Da heben Sie sich, werter Herr Hofmann, doch wohltuend ab. Sie kommentieren nur eine marginale Anzahl der Artikel und das auch nur mit einem treffenden Kommentar. Sie sind nicht so gestrickt wie diese "Vielkommentierer". Das macht Sie so symphatisch. Machen Sie weiter so.

    • Der Ausstieg aus den USA wurde anno 1861-65 schon einmal probiert und wuerde heute wie damals aus den gleichen Gruenden scheitern. Einfach mal ein Geschichtsbuch lesen oder am Internet googeln.

    • "Frau Annette Bollmohr
      Als gäbe es nicht mehr als genug Sinnvolleres zu tun, und zwar für jeden."

      Wie zum Beispiel aber auch jeden Artikel zu kommentieren.....

    • Heute gibt es eine kleine Feier auf den Sieg von Trump, mit einen Glas auf die Freiheit, Gerechtigkeit und “Pursuit of Happiness”, Deutschland sollte der USA betreten, da man ohnehin von dort regiert wird.

    • @Herr Marc Hofmann, 11.11.2016, 16:16 Uhr

      "Es gibt aber auch keinen Grund daran zu zweifeln, ich verstehe Ihren Kommentar nicht!?
      Natürlich wird der einfache Bürger nach vier Jahren besser gestellt sein.
      Er muss dann nicht mehr in die dämliche Krankenversicherung einzahlen, denn die will Trump stoppen.
      Dafür baut Trump Luxushotels,Casinos und Golfpätze. Das hält den Bürger fit."

      Sie schreiben, wie Sie Verstand haben. Kann man wohl nix machen.

    • "Frau Annette Bollmohr
      Als gäbe es nicht mehr als genug Sinnvolleres zu tun, und zwar für jeden."

      Wie zum Beispiel aber auch jeden Artikel zu kommentieren.....

    • Reden wir mal über die Comedy die Obama hinterlassen hat:

      - in den 8 Jahren der Obamaregierung wurden 10 BILLIONEN neue Schulden gemacht, mehr als alle Präsidenten zusammen in der fast 250 jährige Geschichte der USA
      - 50% der Amerikaner haben weniger als 400 USD Reserven
      - 40 Millionen Amerikaner leben von Lebensmittelmarken
      - 2 Länder in Nahost und Afrika in Grund und Boden gebombt was Millionen Flüchtlinge und zestörte Existenzen bedeutet
      - Tausende tote Unschuldige Zivilisten, Frauen und Kinder durch persönlich genehmigte Drohnenangriffe und das als Friedensnobelpreisträger
      - die USA ist nur eine Schritt von einem Krieg mit Russland was gleichzeitig wegen der NATO einen neuen und letzten Weltkrieg bedeutet

      usw. usw. usw.

      Bei dieser Bilanz kann selbst Mickey Maus oder Donald Duck kaum schlechter sein.

    • "Zum Glück sind die Kommentare hier alle nur Comedy und nicht ernst gemeint sonst müssten man wohl glauben, dass Trump ein echter Messias und Best Buddy ist."

      Herr Porters,
      Sie liegen völlig falsch. Hier ist alles Ernst gemeint, Es gibt aber auch keinen Grund daran zu zweifeln, ich verstehe Ihren Kommentar nicht!?
      Natürlich wird der einfache Bürger nach vier Jahren besser gestellt sein.
      Er muss dann nicht mehr in die dämliche Krankenversicherung einzahlen, denn die will Trump stoppen.
      Dafür baut Trump Luxushotels,Casinos und Golfpätze. Das hält den Bürger fit.

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