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Clinton vs. Trump Taugen die Wahlkämpfer als Marke?

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„Amerika ist ein heldensuchendes Land“
Trumps Ansichten im Faktencheck
Donald Trump
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Der Milliardär und Republikaner Donald Trump will Präsident werden – und dafür ist ihm fast jedes rhetorische Mittel recht. Das zeigt er bei jedem Auftritt und bei jedem TV-Duell. Seine Behauptungen polarisieren und sind oft mehr als zugespitzt. Auch seine republikanischen Kontrahenten stellen Behauptungen auf. Doch was daran ist eigentlich wahr? Wir dokumentieren acht Aussagen aus dem vergangenen TV-Duell und checken sie auf ihren Wahrheitsgehalt.

(Foto: dpa)
Trump und Putin
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Mitbewerber Marco Rubio: „Und Wladimir Putin, für den Sie, Donald, Bewunderung ausgedrückt haben...“
Trump: „Falsch. Falsch.“
Rubio: „Donald, Sie haben gesagt, er sei ein starker Führer.“
Trump: „Falsch.“

Die Fakten: Tatsächlich bewertete Trump Putin im Vergleich mit US-Präsident Barack Obama positiv. In einem Interview des Fernsehsenders MSNBC vom 18. Dezember freute sich Trump über ein Lob des russischen Präsidenten: „Wenn dich jemand als brillant bezeichnet, ist das immer gut, besonders dann, wenn derjenige Russland lenkt.“ Als der Interviewer darauf verweist, dass Kritiker Putin vorwerfen, Gegner umzubringen zu lassen und in die Ukraine einmarschiert zu sein, erwidert Trump, dass Putin „sein Land führt, und zumindest ist er ein Führer, anders als das, was wir in diesem Land haben“.

(Foto: AFP)
Trump und Terror
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Trump: Angehörige der Attentäter des 11. Septembers 2001 durften um die Zeit der Anschläge herum die USA verlassen, obwohl „sie wussten, was passierte. Die Ehefrau wusste ganz genau, was passierte. Sie reisten zwei Tage vorher ab und sie sahen im Fernsehen zu, wie ihre Ehemänner ins World Trade Center, ins Pentagon flogen.“


Die Fakten: Es ist nicht bekannt, dass Verwandte der Flugzeugentführer vor oder nach den Anschlägen in den USA waren. Trump scheint Angehörige der Entführer mit Angehörigen von Osama bin Laden zu verwechseln, die sich damals in den USA aufhielten. Sie verließen das Land neun Tage nach den Anschlägen, nicht zwei Tage davor. Nachdem Bin Laden zum Hauptverdächtigen geworden war, organisierte Saudi-Arabien die Ausreise von mehr als 20 Mitgliedern von dessen Familie, zumeist Nichten und Neffen, da Racheakte seitens US-Bürgern befürchtet wurden. Die Regierung des damaligen US-Präsidenten George W. Bush wurde wegen der Ausreiseaktion scharf kritisiert.

(Foto: dpa)
Trump und Geld
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Marco Rubio, einer von Trumps republikanischen Kontrahenten, äußerte sich abwertend über den Geschäftserfolg des Unternehmers Trump, schließlich habe dieser „mehr als 200 Millionen Dollar geerbt“.

Die Fakten: Das ist schwer zu sagen. Trumps Vater, Fred Trump, starb 1999 und hinterließ ein Vermögen, das öffentlich auf 200 Millionen bis 250 Millionen Dollar (nach heutigem Wert 182 Millionen bis 227 Millionen Euro) geschätzt wurde. Genaue Angaben gibt es nicht, und das Vermögen sollte zwischen Trump und zweien seiner Geschwister aufgeteilt werden.

(Foto: AFP)
Trump und Handel
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Trump: „Beim Handel gehen wir völlig unter. . Mit China werden wir handelsmäßig 505 Milliarden Dollar verlieren. . . Mexiko, (sind es) 58 Milliarden Dollar. Japan, wahrscheinlich etwa, sie wissen es noch nicht genau, aber (da sind es) etwa 109 Milliarden Dollar.“

Die Fakten: Trump liegt beim US-Handelsdefizit mit China völlig daneben. Es betrug 2015 insgesamt 365,7 Milliarden Dollar – ein Rekord und das größte Defizit der USA mit einem anderen Land. Doch das US-Defizit mit allen Ländern zusammen lag vergangenes Jahr bei 531,5 Milliarden nach 508,3 Milliarden im Jahr 2014 – also etwa so viel wie Trump nur dem Handel mit China zuschrieb. Bei den Zahlen für Mexiko lag Trump richtig, nicht aber bei jenen für Japan. Es betrug im vergangenen Jahr nicht 109 Milliarden, sondern 68,6 Milliarden.

(Foto: dpa)
Trump und Folter
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Trump: Er wiederholte seine Forderung nach harten Verhörmethoden für Terrorverdächtige. „Wir sollten Waterboarding einsetzen, und wir sollten noch schärfere Mittel als Waterboarding einsetzen.“ Auf die Frage, was er tun würde, wenn sich die Streitkräfte einem solchen Befehl widersetzten, weil er gegen US-Recht verstieße, sagt er: „Sie weigern sich nicht. Sie werden sich mir nicht verweigern. Glauben Sie mir.“

Die Fakten: Angehörige der Streitkräfte sind verpflichtet, einen Befehl zu verweigern, der nach Militärrecht illegal ist. Führen sie einen gesetzeswidrigen Befehl aus, riskieren sie eine Bestrafung.

(Foto: dpa)
Trump und Clinton
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Trump: „Ich habe (die demokratische Präsidentschaftsbewerberin) Hillary Clinton in vielen Umfragen geschlagen. Die Pew-Umfrage kam gerade heraus. Ich habe Hillary Clinton vor kurzem in einer Fox-Umfrage geschlagen, ich habe Hillary Clinton in 'USA Today' geschlagen, ich habe sie heute in einer Umfrage in Ohio geschlagen. Ich bin der einzige, der Hillary Clinton schlägt.“

Die Fakten: Tatsächlich wird Trump in der jüngsten Fox-Umfrage von Clinton geschlagen, während eine 'USA Today'-Umfrage ihn in Führung sieht. In zahlreichen Umfragen seit Mai ist Clinton im direkten Vergleich weit häufiger die Gewinnerin als Trump. Dies sagt allerdings noch nichts darüber aus, wer bei der Wahl im Herbst letztlich die Nase vorn hat, wenn beide Parteien über ihren jeweiligen Präsidentschaftsbewerber entschieden haben.

(Foto: dpa)

Seine Marke reicht also vielleicht, um ihn ins Weiße Haus zu hieven?
Möglicherweise. Zu seinem Markenkern gehört auch der Überraschungseffekt. Donald Trump ist einfach unberechenbar. Seine Chancen hängen meines Erachtens davon ab, wie sehr er es schafft, sich in den kommenden Monaten auch Wählergruppen außerhalb des republikanischen Lagers zu öffnen und dort mit sachgerechten Vorschlägen und seiner unternehmerischen Kompetenz zu punkten.

Wie ist es zu bewerten, dass sich der Wahlkampf mehr und mehr zu einer One-Man-Show entwickelt?
Wir sehen in diesem Wahlkampf wieder einmal, dass Amerika ein heldensuchendes Land ist. Charakterköpfe werden sehr schnell gehypt. Hierzulande ist das kolossal anders. Wir sind ein heldenskeptisches Volk – unter anderem, weil wir 1933 einen Helden zu viel aufs Podest gehoben haben. In Amerika jedoch führt der Heldenfokus dazu, dass im Wahlkampf Köpfe und Marken eine überragend hohe Bedeutung haben.

Warum ist das so?
Das hängt sicher mit der US-amerikanischen DNA zusammen. Die ur-amerikanischen Werte wie Selbstverwirklichung, Ehrgeiz und Freiheit werden durch starke Persönlichkeiten an der Spitze verkörpert. Und vergessen Sie nicht: Kraft und Macht der Medien sind in den USA deutlich stärker.

Wie steht es um die Marke Hillary Clinton?
Um wieder bei einem Wort zu bleiben: nebulös. Ihrer Marke fehlt es an Profil. Bereits 2008, bei ihrem ersten Wahlkampf und der anschließenden Niederlage gegen Barack Obama, hat sie den spielentscheidenden Fehler gemacht, auf eine eindeutige Mission zu verzichten. Obama gewann mit seiner Marke die Herzen der Wähler. Und nun tappt Clinton zum zweiten Mal in die gleiche Falle. Es fehlt wieder die eindeutige Positionierung. Die Menschen wissen nicht, wofür sie steht. Sie wechselt zu oft die Positionen. Und sie begeht einen weiteren großen Fehler, den starke Marken nie begehen: sie reagiert statt zu agieren.

Woran machen Sie das fest?
Sie betont in fast epischer Art und Weise, Amerika sei immer noch großartig genug. Damit will sie Trump den Saft entziehen, doch sie macht sein Mantra nur noch stärker – er zieht noch mehr Aufmerksamkeit auf sich. Clinton zeigt damit, dass sie selbst keine eigene Botschaft hat. Das ist ein Zeichen des etablierten, machtorientierten Politikbetriebs. Ich glaube aber, dass das der Holzweg ist. Ecken und Kanten sind doch das, was starke Marken ausmachen.

Kann ihre zurückhaltende Art nicht auch von Vorteil sein?
Nur, wenn sie die Strategie verfolgt, vom schwächeren Konkurrenten und seinen Fehlern zu profitieren. Doch was ist das für ein lausiger Anspruch einer Persönlichkeit, die sich für das einflussreichste Amt des Planeten bewirbt?

Sollte Trump nicht nachlegen, könnte Clinton also trotz ihrer Fehler die Wahl gewinnen.
Ja, das ist ziemlich paradox. Sie könnte dann zum geringeren Übel werden, weil ein Teil der Amerikaner Trump dann vermeiden will. Ich würde mich allerdings nicht darauf verlassen.

„Hillary hat die Emotionalität einer Gefriertruhe“
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1 Kommentar zu "Clinton vs. Trump: Taugen die Wahlkämpfer als Marke?"

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  • Lieber einen Dödel als Präsident, als weiterhin korrupte Präsidenten, die sich von der Wirtschaft ihren Wahlkampf bezahlen lassen und danach dort in der Schuld stehen, sagen sich inzwischen viele US-Wähler.

    In Deutschland geht es dagegen etwas subtiler zu:

    Wenn ein Hinterbänkler wieder einen sicheren Listenplatz haben will, muss er so abstimmen, wie es ihm vom Fraktionsvorsitzenden vorgegeben wird. Die Fraktionsvorsitzenden, oder ihre Parteichefs, die so im Sinne der Wirtschaft abstimmen lassen, erhalten nach dem Ausscheiden aus dem Parlament einen lukrativen Job im Aufsichtsrat eines Wirtschaftsunternehmens. Das deutsche Korruptionskonstrukt nennt sich FraktionsZWANG.

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