Donald Trump Der Showman ist zurück

Trumps erste Wochen als „President elect“ liefen schleppend an. Die ersten Auftritte nach drei Wochen in der Klausur nutzt er zum Befreiungsschlag. Clevere Personalien und ausgeklügelte PR überdecken seine Schwächen.
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Trump will „Mad Dog“ Mattis als Verteidigungsminister

Cincinnati The show must go on! Donald Trump, künftiger Präsident der Vereinigten Staaten, ist wieder auf der Bühne. Sprücheklopfend, wie in besten Wahlkampfzeiten, sich selbst lobend, Amerika preisend und die Medien zeihend. Gut drei Wochen nach dem Wahltag in den Vereinigten Staaten stehen die Amerikaner vor der Frage: Wen haben wir gewählt? Einen Chaoten oder einen Strategen? Und Trump beantwortet beides mit Ja.

Seine ersten beiden öffentlichen Auftritte nach drei Wochen in der Klausur nutzte er fast wie einen Befreiungsschlag. Er ließ sich feiern und feierte sein Publikum, genoss den Applaus und seine eigenen Spitzen gegen alle, die er nicht leiden kann. Doch wieder konnte er auch diesmal nicht umhin, zu hetzen, zu übertreiben, mit falschen oder schrägen Argumenten zu arbeiten und zu spalten, wo er doch eigentlich einen will. Der Bau einer Mauer an Mexikos Grenze, die Ausweisung von Ausländern – Trump war wieder ganz der Wahlkämpfer, über den halb Amerika den Kopf schüttelte, dem die andere Hälfte aber zujubelte.

Trumps erste Wochen als „President elect“ liefen schleppend an, Vieles in seinem Team wirkte wie Flickschusterei, ein bisschen so, als hätten weder er noch seine Vertrauten einen Plan für den überraschenden Wahlsieg in der Schublade. Doch dann überraschte er. Mit Personalien einerseits, mit Verhandlungsgeschick andererseits.

Klima-Skeptiker, Milliardäre und ein Wall-Street-Anwalt
Dan Coats
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Der künftige US-Präsident Donald Trump will den früheren US-Botschafter in Deutschland, Dan Coats, zum Geheimdienstdirektor ernennen. Coats war von 2001 bis 2005 US-Botschafter in Berlin unter Präsident George W. Bush. 2011 warf er Bundeskanzlerin Angela Merkel vor, sich mit der deutschen Enthaltung beim Militäreinsatz in Libyen isoliert zu haben. Als ehemaliger Senator vertrat der Konservative zudem den US-Bundesstaat Indiana im Kongress.

Jay Clayton
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Neuer Chef der US-Börsenaufsicht wird unter US-Präsident Donald Trump Jay Clayton. Clayton ist ein Mann der Wall Street. Er arbeitet bisher als Wirtschaftsanwalt in der renommierten Kanzlei Sullivan & Cromwell. Unter anderem war er an den Vorbereitungen für den Börsengang des riesigen chinesischen Internethändlers Alibaba beteiligt.

Robert Lighthizer
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Anfang Januar wurde bekannt, dass Donald Trump den 69-jährigen Robert Lighthizer zum Handelsbeauftragten der US-Regierung machen will. Lighthizer gilt als scharfer Kritiker der Handelsstrategien Chinas und als Protektionist. Der Politikveteran hat als Handelsattaché in der Reagan-Ära zahlreiche bilaterale Abkommen ausgehandelt und den Umfang unfairer Einfuhren in die USA deutlich reduziert.

Carl Icahn
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Trump wird sich zukünftig beim Starinvestor Carl Icahn Tipps zu Regulierungsfragen holen. Icahn wird kein offizieller Regierungsmitarbeiter und für seine Dienste auch nicht bezahlt, sagte ein Trump-Sprecher. Nach Trumps Wahl setzen viele darauf, dass der 70-jährige Immobilien-Milliardär die Wirtschaft unter anderem mit einer Deregulierungswelle in Schwung bringen will. Icahn ist Großaktionär mehrerer Konzerne und vielen für ein aggressives Geschäftgebaren bekannt.

Peter Navarro
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Der durch seine Bücher wie „Tod durch China“ bekanntgewordene Ökonom Peter Navarro wird in den Nationalen Handelsrat des Weißen Hauses berufen. Der 67-jährige Wirtschaftsprofessor der University of California beriet Trump bereits im Wahlkampf. In seinem Buch „Tod durch China: Wie Amerika seine industrielle Basis verlor“, das die Grundlage für einen Dokumentarfilm lieferte, wirft er der Volksrepublik beispielsweise den Diebstahl geistigen Eigentums vor.

Innenminister: Ryan Zinke
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Der Kongressabgeordnete war Kommandeur der Marine-Infanterie-Elitetruppe Navy SEALs. Das Ministerium verwaltet rund ein Fünftel der öffentliche Flächen des Landes, darunter Nationalparks. Es ist in den USA nicht für die innere Sicherheit zuständig. Das übernehmen die Ministerien für Justiz und Heimatschutz. Zinke ist gegen die Privatisierung von öffentlichem Grundbesitz, hat aber auch für Gesetze gestimmt, die Umweltauflagen in solchen Gebieten aufweichen. Trump will auf Staatsgebiet verstärkt Ölbohrungen und Bergbau erlauben.

Rex Tillerson (l.) - Außenminister
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Der Chef des US-Ölkonzerns Exxon Mobil, Rex Tillerson, soll Außenminister werden. Das ist aus dem Umfeld von Donald Trump zu hören. Der 64-Jährige hat gute Beziehungen zu Russland, das Bild zeigt Tillerson im Jahr 2012 bei einem Aufeinandertreffen mit dem russischen Staatspräsidenten Wladimir Putin.

Sein neuer Verteidigungsminister etwa, James Mattis, ist eine eigenwillige Wahl. „Mad Dog“ lautet sein Spitzname, „Verrückter Hund“. Er ist bekannt für seine markigen Sprüche. Doch Mattis passt exakt ins Bild einer Präsidentschaft Marke Trump und wenige sprechen ihm ab, einer der profiliertesten Köpfe unter den Militärs in den Vereinigten Staaten zu sein.

In seiner republikanischen Partei schuf er überraschend Ruhe. Selbst die lautstärksten Kritiker sind zahm geworden. Mitt Romney, der Trump im Wahlkampf noch einen Betrüger und Aufschneider nannte, ist plötzlich „beeindruckt“. Paul Ryan, der sich mit Trump nicht auf einer Bühne zeigen wollte, lobt „unseren künftigen Präsidenten“. Trump hat es geschafft, die Kritiker mundtot zu machen und trotzdem seine Linie durchzuziehen.

Superreiche bestimmen die Wirtschaftspolitik
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3 Kommentare zu "Donald Trump: Der Showman ist zurück"

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  • Würde die deutsche Medienlandschaft auch so abfällig über eine Clinton-elect schreiben?
    Das Wort "Lügenpresse" hat unsere Medien auch auf die falsche Bahn gelenkt. Es wird ja nicht wirklich "gelogen", es wird manipuliert. Bald nun mit jedem Artikel. Egal ob HB, SZ, FAZ.
    Das Wort "Suggestivpresse" oder "Meinungspresse" wäre treffender.
    Bekommt man eigentlich noch irgendwo neutrale Informationen?

  • Trump wird genau das durchziehen, wofür er gekauft äh gewählt wurde, nämlich als Konkursveerwalter eines sterbenden Imperiums.

  • Schwächen?!
    Trump hat gerade die US-und Deutschen Medien zerlegt und die Demokraten besiegt und sich gegen die eigene Partei durchgesetzt.
    Und kommt einer von den Medienschreiber daher und meint allen ernstes über Trump noch ein Urteil abzulierfen.
    Trump läuft jetzt erst so richtig zur Hochform auf. In einen Jahr werden die US Bürger wie eine Festung hinter Trump stehen.

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