Handelsminister Wilbur Ross Trump setzt auf den „König der Bankrotteure“

Wilbur Ross hat einst das Imperium von Donald Trump vor dem Kollaps gerettet. Nun macht dieser den Ex-Banker zum Handelsminister. Der Spezialist für Konkursfälle bringt klare Rezepte für die Sanierung der Wirtschaft mit.
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Der Investor und Ex-Banker soll neuer Handelsminister der USA werden. Quelle: AP
Donald Trump (links) und Wilbur Ross

Der Investor und Ex-Banker soll neuer Handelsminister der USA werden.

(Foto: AP)

San FranciscoEs ist eine alte Freundschaft. Als Banker im Auftrag der Rothschild Inc musste sich Wilbur Ross um eine Investition kümmern, die schiefgelaufen war: Das Trump Taj Mahal Casino in Atlantic City. Es gehörte einem New Yorker Immobilienmogul namens Donald Trump, der unter einer Schuldenlast von drei Milliarden Dollar zu kollabieren drohte. Wilbur Ross vertrat damals die Interessen großer Anleihen-Gläubiger.

„Wir hätten das Taj Mahal in den Bankrott treiben können, und es wäre Aus gewesen mit ihm“, sagte Ross im Interview mit der „New York Post“ über die damalige Zeit. Und eigentlich wollte er das auch. Aber nachdem er mehr Zeit mit Trump verbracht habe, habe er sich anders entschieden. Die Gläubiger überzeugten Trump, Teile des Anlagevermögens zu verkaufen, strikte Kostensenkungen durchzuführen und seine Verschuldung herunterzufahren.

Trumps Immobilienimperium überlebte, und für Ross zahlt sich die Loyalität aus. Während des Wahlkampfs, den er finanziell stark unterstützte, war er Top-Berater für Handelsfragen. Jetzt folgt der Aufstieg zum Handelsminister. In dieser Position wird der heute 79-Jährige eine, wenn nicht die zentrale Schlüsselfigur zur Umsetzung der ehrgeizigen wirtschaftlichen Wachstumspläne sein, die der designierte US-Präsident Trump seinen Wählern versprochen hat. Neben 3,5 bis vier Prozent Wachstum im Bruttosozialprodukt sind das 25 Millionen neue Arbeitsplätze.

Ross, der in Palm Beach in Florida nur einen Steinwurf von Trumps Sommerresidenz lebt, fällt die Aufgabe zu, die komplizierten Beziehungen zu ausländischen Handelspartnern zu pflegen und zu gestalten. Dazu gehören natürlich auch China und Mexiko, denen Trump bereits einen Handelskrieg angedroht hat, und die EU. Das geplante transatlantische Handelsabkommen ist für Trump nicht das Papier wert, auf dem es geschrieben ist, und Ross sieht das genauso.

Klima-Skeptiker, Milliardäre und ein Wall-Street-Anwalt
Dan Coats
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Der künftige US-Präsident Donald Trump will den früheren US-Botschafter in Deutschland, Dan Coats, zum Geheimdienstdirektor ernennen. Coats war von 2001 bis 2005 US-Botschafter in Berlin unter Präsident George W. Bush. 2011 warf er Bundeskanzlerin Angela Merkel vor, sich mit der deutschen Enthaltung beim Militäreinsatz in Libyen isoliert zu haben. Als ehemaliger Senator vertrat der Konservative zudem den US-Bundesstaat Indiana im Kongress.

Jay Clayton
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Neuer Chef der US-Börsenaufsicht wird unter US-Präsident Donald Trump Jay Clayton. Clayton ist ein Mann der Wall Street. Er arbeitet bisher als Wirtschaftsanwalt in der renommierten Kanzlei Sullivan & Cromwell. Unter anderem war er an den Vorbereitungen für den Börsengang des riesigen chinesischen Internethändlers Alibaba beteiligt.

Robert Lighthizer
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Anfang Januar wurde bekannt, dass Donald Trump den 69-jährigen Robert Lighthizer zum Handelsbeauftragten der US-Regierung machen will. Lighthizer gilt als scharfer Kritiker der Handelsstrategien Chinas und als Protektionist. Der Politikveteran hat als Handelsattaché in der Reagan-Ära zahlreiche bilaterale Abkommen ausgehandelt und den Umfang unfairer Einfuhren in die USA deutlich reduziert.

Carl Icahn
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Trump wird sich zukünftig beim Starinvestor Carl Icahn Tipps zu Regulierungsfragen holen. Icahn wird kein offizieller Regierungsmitarbeiter und für seine Dienste auch nicht bezahlt, sagte ein Trump-Sprecher. Nach Trumps Wahl setzen viele darauf, dass der 70-jährige Immobilien-Milliardär die Wirtschaft unter anderem mit einer Deregulierungswelle in Schwung bringen will. Icahn ist Großaktionär mehrerer Konzerne und vielen für ein aggressives Geschäftgebaren bekannt.

Peter Navarro
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Der durch seine Bücher wie „Tod durch China“ bekanntgewordene Ökonom Peter Navarro wird in den Nationalen Handelsrat des Weißen Hauses berufen. Der 67-jährige Wirtschaftsprofessor der University of California beriet Trump bereits im Wahlkampf. In seinem Buch „Tod durch China: Wie Amerika seine industrielle Basis verlor“, das die Grundlage für einen Dokumentarfilm lieferte, wirft er der Volksrepublik beispielsweise den Diebstahl geistigen Eigentums vor.

Innenminister: Ryan Zinke
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Der Kongressabgeordnete war Kommandeur der Marine-Infanterie-Elitetruppe Navy SEALs. Das Ministerium verwaltet rund ein Fünftel der öffentliche Flächen des Landes, darunter Nationalparks. Es ist in den USA nicht für die innere Sicherheit zuständig. Das übernehmen die Ministerien für Justiz und Heimatschutz. Zinke ist gegen die Privatisierung von öffentlichem Grundbesitz, hat aber auch für Gesetze gestimmt, die Umweltauflagen in solchen Gebieten aufweichen. Trump will auf Staatsgebiet verstärkt Ölbohrungen und Bergbau erlauben.

Rex Tillerson (l.) - Außenminister
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Der Chef des US-Ölkonzerns Exxon Mobil, Rex Tillerson, soll Außenminister werden. Das ist aus dem Umfeld von Donald Trump zu hören. Der 64-Jährige hat gute Beziehungen zu Russland, das Bild zeigt Tillerson im Jahr 2012 bei einem Aufeinandertreffen mit dem russischen Staatspräsidenten Wladimir Putin.

Daneben ist der Handelsminister der Verbindungsmann des Weißen Hauses zu Amerikas Wirtschaftsführern. Seine Vorgaben, zum Beispiel hinsichtlich Strafzöllen oder anderen protektionistischen Maßnahmen, entscheiden mit darüber, ob Arbeitsplätze in den USA wettbewerbsfähiger werden. Ein Weg, dies zu erreichen, sei der Abbau von „überflüssiger Regulierung“, was Amerikas Unternehmen 200 Milliarden Dollar an zusätzlichen Gewinnen einbringen werde. Außerdem ist eine dramatische Senkung der Steuersätze für Unternehmen ein Kernpunkt.

Das gesparte Geld, da ist er sicher, wird dann investiert und dazu benutzt, mehr Arbeitsplätze zu schaffen. Das hört sich an wie eine Neuauflage der Theorie der „Trickle Down“-Economy der Republikaner unter Ronald Reagan. Sie besagt, dass man nur den Reichen, zum Beispiel durch Steuersenkungen, mehr von ihren Gewinnen lassen muss. Diese Füllhörner voll Geld würden dann über die Schaffung neuer Arbeitsplätze auch über den Armen entleert.

Spezialist für marode Industrien
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