Kabinett in den USA Trumps Ernennungen sorgen für Entsetzen

Trump besetzt erste Positionen in seinem Kabinett mit konservativen Hardlinern, Islamgegnern und einem Überwachungsfan. Bürgerrechtler und Demokraten sind schockiert. Am Wochenende könnte sich das Karussell weiterdrehen.
Update: 19.11.2016 - 16:16 Uhr Kommentieren
Der designierte US-Präsident stellt sein Kabinett zusammen. Quelle: Reuters
Donald Trump

Der designierte US-Präsident stellt sein Kabinett zusammen.

(Foto: Reuters)

WashingtonMit einem Marathon von Treffen hat der künftige US-Präsident Donald Trump am Samstag seine Auswahl von wichtigen Regierungsmitgliedern vorangetrieben. Mit besonderer Spannung wurde ein Gespräch mit Mitt Romney erwartet, bisher einer seiner schärfsten innerparteilichen Kritiker. US-Medien haben den gemäßigten früheren Gouverneur von Massachusetts in den vergangenen Tagen als einen von mehreren Anwärtern auf den Außenministerposten gehandelt. Als möglich galt aber auch, dass sich Trump lediglich um eine Versöhnung mit ihm bemüht.

Eine Nominierung Romneys für das Amt des US-Chefdiplomaten würde sich stark von Trumps bisherigen Personalentscheidungen abheben. So will der gewählte neue Präsident Senator Jeff Sessions zu seinem Justizminister machen, den ehemalige General Michael Flynn zum nationalen Sicherheitsberater und den Abgeordneten Mike Pompeo zum CIA-Direktor. Alle sind äußerst konservative Hardliner.

So reagierten denn auch Demokraten und Bürgerrechtler mit Entsetzen auf Trumps bisherige Entscheidungen. Die „New York Times“ sprach von einem Team, das den Status Quo wie ein Bulldozer niederwalzen werde. Die Entscheidung für Session sei eine „Beleidigung für die Justiz“, Flynns Nominierung „alarmierend“.

Vor diesem Hintergrund wurde spekuliert, dass sich Trump als Geste gegenüber moderateren Kreisen für den früheren Präsidentschaftskandidaten Romney als Außenminister entscheiden könnte. Er wirkt auch staatsmännischer als der ebenfalls für den Posten gehandelte New Yorker Ex-Bürgermeister Rudy Giuliani - ebenfalls ein Hardliner - und verfügt als ehemaliger Chef des Olympischen Komitees der USA internationale Erfahrungen.

Allerdings hatten der künftige Präsident und Romney bei dem Treffen in Trumps Golfclub in New Jersey starke Missstimmungen auszuräumen. Im Wahlkampf waren beide massiv übereinander hergefallen. So kritisierte Romney Trump als „Betrüger“, „unehrlich“, „raffgierig“, „schikanös“ und als „drittklassigen Showmann“. Der Multimilliardär seinerseits nannte Romney unter anderem einen „Versager“.

Das ist die neue Familie im Weißen Haus
Familie Trump bei Siegeskundgebung
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Der 45. Präsident der USA heißt Donald Trump – und die First Lady Melania. Für den Wahlsieger spielte seine Familie eine wichtige Rolle im Wahlkampf. Denn Donald Trump misstraut den meisten politischen Beratern. Nur seine engsten Angehörigen dürfen ihm ihre Meinung sagen und Ratschläge abgeben. Ob er auch als nächster Präsident der USA auf seine Familie setzt? Die neue Familie im Weißen Haus im Überblick.

Ivanka Trump
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Trumps Tochter Ivanka zeichnete im Wahlkampf ihres Vaters das Bild eines Menschen mit unglaublichen Fähigkeiten für die USA. Das Verhältnis zwischen Vater und Tochter soll so stark sein, dass sich US-Medien zeitweise ernsthaft mit der Möglichkeit beschäftigten, dass Trump seine Tochter zu seiner Stellvertreterin ernennen könnte. Die 34-Jährige zielte vor allem auf weibliche Wähler ab. Sie hat Wirtschaft studiert und führt gemeinsam mit Donald und Eric das operative Geschäft bei der Trump Organization. Ivanka Trump ist die Tochter von Trumps Ex-Frau Ivana.

Donald Trump Jr
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„Es ist mir eine Ehre, heute Abend in der Lage zu sein, Donald Trump über die nötige Hürde der Delegiertenstimmen zu verhelfen.“ Das sagte Donald Trump Jr. in Cleveland bei der Bekanntgabe der Delegiertenstimmen aus Trumps Heimatstaat New York. Diese verhalfen dem Präsidentschaftskandidaten formal zur Mehrheit in den Vorwahlen. „Glückwunsch, Dad. Wir lieben dich!“, rief er. Donald Trump Jr. ist der älteste Sohn des Kandidaten und Vizepräsident der Trump Organization. Studiert hat er genauso wie seine Halbschwester Tiffany in Philadelphia. Trump ist seit 2005 mit Vanessa Haydon verheiratet und hat fünf Kinder.

Tiffany Trump
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Trumps jüngste Tochter, Tiffany Trump, empfahl ihren Vater in ihrer Parteitagsrede als „natürlichen Mutmacher.“ Er habe sie dazu motiviert, ihr Bestes zu geben, sagte die 22-Jährige. Vor den Delegierten legte sie während der Vorwahlen zudem Zeugnis über den Charakter ihres Vaters ab...

Tiffany Trump
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Es sei Trumps Art, nie zurückzuweichen oder sich von Angst blockieren zu lassen, sagte Tiffany Trump. Ihr Vater würde nie jemandem raten, Ansprüche herunterzuschrauben oder einen Traum aufzugeben. Die 22-Jährige ging aus der Ehe mit der Schauspielerin Marla Maples hervor, mit der Donald Trump von 1993 bis 1999 verheiratet war. Tiffany Trump hat in diesem Jahr ihren Abschluss an der Universität von Pennsylvania gemacht. Ihr gehören drei Trump-Gebäude.

Eric Trump
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Auch Eric Trump hielt eine Rede auf seinen Vater. Er ist der Sohn von Ivana Trump, der ersten Ehefrau des Milliardärs.

Eric Trump
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Seine Ehefrau Lara Yunaska stand ihm bei jeder Wahlkampfveranstaltung seines Vaters zur Seite. Eric ist der Sohn von Ivana Trump, Trumps erster Ehefrau. Im Jahr 2012 wurde Eric vom „Forbes“-Magazin zu einem der Top 30-Immobiliengurus gekürt. Er leitet gemeinsam mit seinen Geschwistern das Trump-Imperium und ist Gründer.

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