Kritik am Republikaner Wie viel Hitler steckt in Donald Trump?

Als schillernde Persönlichkeit ist Donald Trump inzwischen weltbekannt. Im Kampf um das Amt des Präsidenten steht der Immobilienmogul stets im Rampenlicht – zuletzt auch wegen einer vermeintlich bekannten Handbewegung.
Eine vermeintliche Solidarisierung mit seinen Fans sorgt nun für Kritik. Quelle: AP
Donald Trump im Wahlkampf

Eine vermeintliche Solidarisierung mit seinen Fans sorgt nun für Kritik.

(Foto: AP)

BerlinGestik und Mimik zählen für Donald Trump zum Handwerkszeug im Wahlkampf. Wenn der republikanische US-Präsidentschaftskandidat seine Stimme anhebt, streckt er zur Visualisierung auch gerne mal die rechte Faust in die Höhe. Die Botschaft solle ankommen, betont Trump stets. Aufmerksamkeit erregt der polarisierende Kandidat unmittelbar vor den Vorwahlen in Michigan, Idaho, Mississippi und auf Hawaii nicht nur durch markante Worte, sondern auch durch den erneuten – zugegeben unfreiwilligen – Vergleich mit Adolf Hitler.

Am Wochenende hatte Trump seine Fans dazu aufgefordert, die rechte Hand zu heben und ihm nachzusprechen. Seine Fans sollten schwören, ihn unter allen Umständen zu wählen, sprach der Immobilienmogul. Die Anhänger taten es Trump gleich. Zahlreiche Kritiker werfen ihm nun vor, sich analog zu Adolf Hitler vor und während der Machtergreifung verhalten zu haben. Die Geste würde an den Hitlergruß erinnern.

Trump zeigte sich angesichts der Reaktionen überrascht. Er habe von den Vorwürfen nichts mitbekommen, erklärte er im amerikanischen Fernsehen. In der Nachrichtensendung „Good Morning America“ sagte Trump: „Über diesen Vergleich weiß ich nichts, aber er ist schrecklich. Ich bin darüber sicherlich nicht glücklich.“

In einem Interview in der „Today Show“ bekräftigte Trump, diese Geste sei nur als Spaßfaktor gedacht gewesen. Die Vorwürfe seien „lächerlich“. Schließlich hätten die Fans ihre Hand in Form einer Abstimmung gehoben – und eben nicht als Gruß.

Es ist nicht das erste Mal, dass Parallelen zwischen Trump und dem Diktator aus der NS-Zeit gestellt werden. Bereits in der Vergangenheit hatten einige Kritiker rhetorische Gemeinsamkeiten erkannt. Eva Schloss, Stiefschwester von Anne Frank (sie war dem Holocaust zum Opfer gefallen), sagte kürzlich, Trump benehme sich wie ein „neuer Hitler“, indem er Rassismus schüre. Die britische Zeitung „The Telegraph“ hatte Ende vergangenen Jahres gar ein Quiz entworfen, bei dem der Leser urteilen musste, ob einzelne Aussagen von Trump oder von Hitler getätigt wurden.

Wie die Präsidentschafts-Bewerber protzen und pöbeln
Der republikanische Bewerber Donald Trump
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„Ich brauche kein Geld von irgendeinem. Ich brauche die Lobbyisten nicht, Ich brauche die Spender nicht. Das ist mir egal. Ich bin wirklich reich.“

(der Multimilliardär zu seinen Wahlkampfausgaben)

Der republikanische Bewerber John Kasich
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„Es ist Zeit, dass wir den Russen eins auf die Nase hauen.“

Der republikanische Bewerber Donald Trump
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„Wenn Mexiko seine Leute schickt, schicken sie nicht ihre besten... Sie schicken Leute, die eine Menge Probleme haben, und sie bringen die Probleme zu uns. Sie bringen Drogen. Sie bringen Verbrechen. Sie sind Vergewaltiger. Und manche, nehme ich an, sind gute Leute.“

(über die mexikanischen Immigranten)

Der republikanische Bewerber Donald Trump
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„Wir müssen mit dem Bau einer Mauer anfangen. Einer großen, schönen, mächtigen Mauer... Keiner baut Mauern besser als ich, glaubt mir... Sie kann ein Tor haben, sie kann eine Tür haben. Wir lassen Leute legal hinein. Mexiko muss für die Mauer bezahlen.“

(Trump-Äußerungen zu seinem Plan, eine Mauer an der Grenze zu Mexiko zu bauen)

Die demokratische Bewerberin Hillary Clinton
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„Ihr habt vielleicht gesehen, dass ich kürzlich ein Snapchat-Konto eröffnet habe... Ich liebe es. Ich liebe es... Diese Nachrichten verschwinden alle von selbst.“

(zur Affäre um die Nutzung ihres privaten E-Mail-Servers für dienstliche Kommunikationen in ihrer Zeit als Außenministerin)

... noch ein Spruch von Clinton
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„Nun, zusätzlich zur NRA, den Krankenversicherungsgesellschaften, den Arzneimittelfirmen, den Iranern – wahrscheinlich die Republikaner.“

(auf die Frage, wen sie zu ihren Feinden zählt)

Der republikanische Bewerber Donald Trump
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„Sie fängt an, mir alle möglichen absurden Fragen zu stellen. Man konnte sehen, dass Blut aus ihren Augen kam, Blut aus ihr woher auch immer.“

(nach der ersten TV-Debatte über die Fox-News-Moderatorin Megyn Kelly)

Scharfe Verurteilungen gab es auch aus Mexiko. Der ehemalige Präsident Felipe Calderón sagte kürzlich, Trump nutze die gleichen Vorurteile und Emotionen wie einst Hitler. Der Republikaner hatte während des Wahlkampfes groß getönt, eine Mauer zu Mexiko bauen zu wollen, die das südliche Nachbarland zusätzlich zahlen müsse. Außerdem hatte er mexikanische Einwanderer pauschal mit Drogen, Kriminalität und Vergewaltigung in Verbindung gebracht.

Zu Wochenbeginn stellte der aktuelle Präsident Enrique Peña Nieto den Präsidentschaftsbewerber aufgrund seiner Rhetorik ebenfalls mit Hitler und dem italienischen Diktator Benito Mussolini gleich. In einem Interview mit mehreren mexikanischen Zeitungen sagte Peña Nieto: „So kamen Mussolini und Hitler an die Macht: Sie machten sich die (...) Probleme zunutze, mit denen sich die Menschen damals nach einer Wirtschaftskrise konfrontiert sahen.“

Der Wahlkampf bestünde daraus, für komplizierte Probleme vermeintlich simple Lösungen zu entwerfen – ohne notwendige Ernsthaftigkeit. Angesichts der Wahlen im Nachbarland sagte der mexikanische Präsident: „Ich erwarte, dass die Wähler in den USA umsichtig und moderat sein werden und am Ende steht eine Regierung, mit der wir weiter Dialogen halten wie bis jetzt.“ Er werde die Entscheidung des amerikanischen Volkes respektieren und nicht eingreifen, versicherte Peña Nieto.

Ein wirklicher Vergleich aufgrund einer Geste sei allerdings „mehr als oberflächlich“, kritisierte Klaus Schubert, Professor für Politikwissenschaft an der Uni Münster. „Das ist nicht mal mehr Unterhaltung. Trump ist ein Ego-Shooter unter völlig anderen Voraussetzungen.“

Zwar seien ebenfalls narzisstische Verhaltensweisen erkennbar, die wirtschaftliche und politische Situation müsse jedoch in einem ganz anderen Kontext bewerten werden und sei daher „in keinster Weise vergleichbar“, so Schubert.

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