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Mike Pence wird Running Mate Trump macht Kongress-Veteran zu seinem Vizekandidaten

Was für ein Hin und Her. Am Ende hat Trump dann doch bestätigt, was seit einem Tag in der Luft lag: Mike Pence soll sein Vize werden. Der Konservative soll vieles davon mitbringen, was der Nummer eins fehlt.
Update: 15.07.2016 - 18:15 Uhr
Donald Trump will mit Mike Pence in das Rennen um das Weiße Haus gehen. Quelle: AFP
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Donald Trump will mit Mike Pence in das Rennen um das Weiße Haus gehen.

(Foto: AFP)

Washington Donald Trump hat Mike Pence, Gouverneur von Indiana, als seinen Kandidaten für das Amt des US-Vizepräsidenten ausgewählt. Das bestätigte Trump, voraussichtlicher Präsidentschaftskandidat der US-Republikaner, am Freitag auf Twitter.

Pence ist sehr beliebt bei Evangelikalen und Sozialkonservativen. Er ist ein großer Verehrer des früheren US-Präsidenten Ronald Reagan, der bei den Republikanern bis heute hoch geachtet wird.

Die Nominierung ist auch ein Signal an den rechten Block der Republikaner. Pence ist ein Republikaner eher klassischer Prägung und ein sehr entschiedener Gegner gleichgeschlechtlicher Ehen. Er ist so solide, dass er Trump nicht die Schau stehlen wird.

Konservative reagierten am Freitag begeistert. Pence muss nun im Verlauf des am Montag beginnenden Parteitags der Republikaner in Cleveland offiziell gekürt werden.

Für Trump (70) ist wichtig, dass sein Vize all das mitbringt, was er selbst als politischer Quereinsteiger nicht hat. Er darf ihm nicht zu ähnlich sein, muss politische und administrative Erfahrung haben - und er muss die wichtigen Flügel der Republikaner zufriedenstellen.

Pence unterstützte anfangs den Präsidentschaftsbewerber Ted Cruz. Einige seiner bisherigen Positionen weichen von denen Trumps erheblich ab, so etwa positive Äußerungen über internationale Handelsabkommen, die Trump in geltender Form rundweg ablehnt.

Am Samstag soll es eine gemeinsame Pressekonferenz von Trump und Pence geben. Der Nominierungsprozess verlief erst offen, dann zunehmend intransparent und zuletzt regelrecht chaotisch. Eigentlich ist die Nominierung des „Running Mate“ ein Höhepunkt des Wahlkampfs. Trump hat diese Chance nicht genutzt.

Das versprechen die Präsidenten-Anwärter
Steuern
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Hillary Clinton: Sie will Spitzenverdiener stärker besteuern. So sollen Zusatzeinnahmen von 1,1 Billionen Dollar zusammenkommen. Das Geld soll in u.a. in Kinderbetreuung fließen.

(Foto: dpa)
Steuern
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Donald Trump: Er hat eine gewaltige Steuersenkung versprochen, profitieren würden aber vor allem die Reichen. Der Plan würde innerhalb von zehn Jahren ein 9,5-Billionen-Dollar-Loch in den Staatshaushalt reißen.

(Foto: Reuters)
Außenpolitik
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Hillary Clinton: Die Demokratin setzt auf Kontinuität und Verlässlichkeit. Sie ist aber eher bereit, amerikanische Interessen militärisch durchzusetzen als Präsident Obama, etwa in Syrien, wo sie eine Flugverbotszone fordert.

(Foto: AFP)
Donald Trump
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Donald Trump: Das Doktrin des Republikaners lautet: America First. Er will für Freund und Feind „unberechenbar“ sein, befürwortet Folter und malt sich eine gute Zusammenarbeit mit Wladimir Putin aus.

(Foto: AP)
Freihandel
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Hillary Clinton: Im Vorwahlkampf hat Clinton Handelsabkommen kritisiert. Sie fordert Nachbesserungen zugunsten der Mittelschicht – ohne den Freihandel jedoch grundsätzlich in Frage zu stellen.

(Foto: AFP)
Freihandel
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Donald Trump: Er will die gesamte internationale Wirtschaftsstruktur umkrempeln, Freihandelsverträge aufkündigen und China mit Strafzöllen belegen. Experten warnen vor einem Wirtschaftskrieg.

(Foto: dpa)
Energie
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Hillary Clinton: Sie gibt das Ziel aus, die Energiewende fortzusetzen und den Kampf gegen den Klimawandel zu verstärken. Wind- und Solarstrom sollen ausgebaut, die Kohleverbrennung beendet werden.

(Foto: Reuters)

Trump hat seine Suche ausgiebig inszeniert, Kandidaten getroffen, zu sich kommen lassen und danach sein stetes Lob getwittert. Vergleiche mit seiner Show „The Apprentice“ (der Lehrling) lagen nahe. Angeblich war Trumps engstes Umfeld sehr uneins in der Frage, wer der richtige Kandidat sei.

Bereits am Donnerstag hatten US-Medien Pence unter Berufung auf Trumps Umfeld genannt. Dann aber hieß es aus dessen innerstem Kreis, nichts sei entschieden. Trumps Sohn Donald Jr. sagte, es bleibe dabei, dass am Freitag verkündet werde. Sein Vater allein entscheide. Der zog die Ankündigung am Abend zurück, begründete das mit der tödlichen Attacke in Nizza, um dann letztlich doch zu verkünden.

Zuletzt waren neben Pence noch New Jerseys Gouverneur Chris Christie und die Ex-Republikanergröße Newt Gingrich im Rennen. Die beiden hatten ihre großen Hoffnungen bis zuletzt auch öffentlich geäußert.

Gegen Christie könnte neben einem Trump mitunter ähnlichen, lauten Auftreten gesprochen haben, dass er den Vater von Jared Kushner hinter Gitter brachte, Trumps Schwiegersohn und Intimus.

Christie wird jetzt in einem Schattenkabinett Trump als Kandidat für das Amt des Justizministers und Generalbundesanwalts gehandelt.

Gingrich ist zwar ein Intimfeind der Clintons und erfahrener Strippenzieher. Seine extreme Verdrahtung in Washington könnte ihm aber auch zum Nachteil gereicht haben. Er wäre womöglich als frühere Parteigröße nicht als Zeichen eines Neuanfangs gedeutet worden.

Gingrich wird nun als Aspirant für den Posten des Stabschefs eines Präsidenten Trump im Weißen Haus genannt.

Zur Rolle des Vizepräsidenten im Wahlkampf sagen Wahlforscher, die Frage des „Running Mate“ oder „VP“ sei vor allem für die Medien wichtig. Dieser würde nach Herkunft ausgewählt, um einen wichtigen Staat zu sichern, oder um einen bestimmten Parteiflügel zufriedenzustellen.

Untersuchungen sagen, dass ein erkorener Vize am Wahltag selber eher wenig relevant für die Entscheidung ist. Andererseits ist der Vize derjenige, der bei einem Unglücksfall der Nummer eins Präsident der Vereinigten Staaten wird.

  • ap
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