Sarah Palin unterstützt Trump Zwei Provokateure verbünden sich

Donald Trump und Sarah Palin: Die Politiker und Reality-Show-Stars machen gemeinsame Sache. Dass Palin den Milliardär offiziell unterstützt, ist nicht nur eine Niederlage für Ted Cruz - sondern auch für die Tea-Party.
Sarah Palin unterstützt nun offen Donald Trump. Quelle: ap
Trump und Palin

Sarah Palin unterstützt nun offen Donald Trump.

(Foto: ap)

San Francisco„Ihr werdet sehen, dass unsere Veteranen wieder besser behandelt werden als illegale Immigranten“. Sarah Palin läuft wieder zu großer Form auf. Schlagwort nach Schlagwort, Parole auf Parole, Lob auf Lob. Donald Trump, der Multi-Milliardär, der kein Elite-Mensch ist, der harte Arbeiter, der nur will, dass andere auch Erfolg haben. „Morgen packt der „frühere Präsident“ Barack Obama seine Teleprompter und Selfie-Sticks ein und wird sich auf den Weg zurück nach Chicago machen. (…) Auf dem Weg dorthin wird er den goldglitzernden Trump-Tower überfliegen und er hat ihn erbaut“, ruft sie energetisch in die Runde und zeigt mit dem linken Arm auf einen großen Mann mit herabhängenden Armen, unbeweglich bis auf ein breites Grinsen im Gesicht: Donald Trump.
Am Ende gibt er seine Bewunderung für diese „spektakuläre Person“ zurück: „Vom ersten Tag an wusste ich, wenn ich das mache, dann brauche ich ihre Unterstützung“. Zum laut plärrenden Durchhaltesong „Eye oft the Tiger“ aus dem Boxer-Streifen „Rocky“ verlassen dann beide die Bühne in Ames in Iowa.

Schwere Niederlage für Cruz

Die frühere Ikone der ultrakonservativen Tea-Party, Sarah Palin, unterstützt offiziell die Präsidentschaftskandidatur von Donald Trump. Es ist ein wichtiger parteiinterner Sieg für den New Yorker Milliardär und Republikaner Trump, der zuletzt gegen den texanischen Senator Ted Cruz stark in Hintertreffen geraten war. Denn eigentlich ist Cruz der Kandidat der ultra-konservativen Tea-Party, eine bislang einflussreiche Gruppe innerhalb der Republikaner. Ihre und Sarah Palins Unterstützung hatten Cruz 2012 in den Senat gehievt. Bislang hatte Palin beide gelobt und als die fähigsten Kandidaten herausgestellt.

Denn er weiß, was er sagt
Donald Trump
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Der Wahlkampf des Milliardärs Donald Trump um das US-Präsidentenamt hat schon einige markante Forderungen hervorgebracht, nun hat Trump erneut mächtig auf den Putz gehauen: Er spricht sich für ein komplettes Einreiseverbot von Muslimen in die USA aus. Trumps Forderung kommt wenige Tage nach einer mutmaßlichen Terrorattacke im kalifornischen San Bernardino, bei der 14 Menschen erschossen wurden. Eine Täterin hatte sich vor der Attacke als Anhängerin der Terrormiliz Islamischen Staat (IS) offenbart. Die beiden Täter waren Muslime. Die Forderung reiht sich ein in eine ganze Sammlung von provokanten Äußerungen des Unternehmers im Wahlkampf...

Waffenrecht
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Nach den Pariser Terroranschlägen vom November 2015 sorgte Trump für Aufsehen, als er den strengen Waffengesetzen in Frankreich eine Mitschuld an der hohen Opferzahl gab. „Hätten die Menschen Waffen getragen, wäre es anders verlaufen“, erklärte er bei einem Wahlkampfauftritt in Texas.

Klimaschutz
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Anlässlich des Besuchs von Papst Franziskus in den Vereinigten Staaten Ende September sagte Trump, er glaube nicht an die globale Erwärmung und halte den Klimawandel nicht für ein drängendes Problem, sondern ein natürliches Phänomen. Klimaschutz-Auflagen für amerikanische Firmen hält er daher er für falsch.

Mount Denali
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Am 29. August 2015 änderte das Geographic Names Information System (GNIS) in Abstimmung mit dem Präsidenten Barack Obama den amtlichen Namen des Berges Mount McKinley aus Respekt vor der indianischen Tradition in „Denali“. Es ist der höchste Berg Nordamerikas. Donald Trump kündigte an, im Falle seines Wahlerfolgs die Umbenennung des Berges zu revidieren.

Gleichgeschlechtliche Ehe
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Trump kann jedoch auch anders. Obwohl er sich gegenüber der gleichgeschlechtlichen Ehe generell kritisch zeigt, erklärte er, die Entscheidung des Supreme Courts über die Öffnung der gleichgeschlechtlichen Ehe solle bei den einzelnen Bundesstaaten belassen werden. Nach dem Urteil des Supreme Court zur völligen Gleichstellung mit der heterosexuellen Ehe in den USA teilte er mit, die Entscheidung müsse nun akzeptiert werden und tauge nicht mehr als Wahlkampfthema.

Gleichgeschlechtliche Ehe
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In diesem Zusammenhang forderte er Anfang September 2015 die Verwaltungsbeamte Kim Davis aus Kentucky auf, künftig nicht länger die Ausfertigung von Heiratsurkunden an homosexuelle Paare zu verweigern. Davis hatte durch ihre Weigerung für internationales Aufsehen gesorgt und war wegen ihres Verhaltens zeitweise inhaftiert worden. Andere Präsidentschaftskandidaten wie Mike Huckabee unterstützten Davis jedoch öffentlich und kritisierten Trump für seine Haltung.

Gegen Einwanderer
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Als Schutz gegen illegale Einwanderer aus Mexiko möchte Trump eine Mauer entlang der gesamten mexikanisch-amerikanischen Grenze bauen lassen „Wenn Mexiko seine Leute rüberschickt, dann schicken sie nicht ihre Besten. Sie schicken Leute, die viele Probleme haben. Sie bringen Drogen. Sie bringen Verbrechen. Sie sind Vergewaltiger. Und einige, nehme ich an, sind gute Menschen“, wetterte er gegen mexikanische Einwanderer.

Doch am Ende kann nur einer um das Weiße Haus kandidieren und Palin setzt auf Trump. Für Cruz dürfte das eine schwere Niederlage sein. Cruz warf Trump vor, zu sehr demokratischen Idealen nachzuhängen und Freund der Clintons zu sein. Trump wiederum stellte öffentlichkeitswirksam die Frage ob Cruz, da in Kanada geboren, trotz amerikanischer Mutter überhaupt Präsident werden könnte. Eine fatale Situation für die Wähler, die Palin nun entschieden hat. Nun können sich die Tea-Party-Anhänger mit Palin von der Vergangenheit verabschieden und ins neue Donald-Land wechseln. Das wiederum ist nicht nur ein Sieg für Trump, sondern auch eine Niederlage für die Tea-Party. Es ist das Eingeständnis, dass Trump jetzt die Ein-Mann-Tea-Party ist, der die republikanischen Wähler zulaufen. Sarah Palin scheint das zu wissen. Sie verlässt rechtzeitig das sinkende Schiff und wechselt zum neuen Liebling.

Von McCains „Running Mate“ zum Reality-Star
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