Skandalvideos Trump stürzt Partei ins Chaos

Über Nacht sind neue vulgäre Mitschnitte einer Radio-Show aufgetaucht. Vor dem zweiten TV-Duell überlegen die Republikaner, wie sie den Präsidentschaftskandidaten Trump loswerden können. Die Wähler sehen das aber anders.
Trotz der Skandalvideos: Der republikanische Kandidat Donald Trump will auf keinen Fall seine Bewerbung für das US-Präsidentenamt zurückziehen. Quelle: AP
Donald Trump

Trotz der Skandalvideos: Der republikanische Kandidat Donald Trump will auf keinen Fall seine Bewerbung für das US-Präsidentenamt zurückziehen.

(Foto: AP)

Die Nerven liegen blank, im Trump-Tower in New York, ebenso wie in der Zentrale der republikanischen Partei in Washington. Ist Trump als Kandidat der Konservativen noch haltbar oder nicht? Parteichef Reince Priebus habe seit bekannt werden der sogenannten „Trump Tapes“ Freitagnacht alle Wahlkampfaktivitäten der Partei auf Eis gelegt, berichtet die Nachrichtenseite Politico.

48 Stunden wolle er sich Zeit nehmen, um die Strategie der Partei zu überdenken. Am Wochenende haben eine ganze Reihe von prominenten republikanischen Politikern ihre Unterstützung für den umstrittenen Kandidaten zurückgezogen, darunter die Senatoren John McCain und Robert Portman und der einflussreiche Sprecher des Repräsentantenhauses, Paul Ryan.

Diese Republikaner wenden sich von Trump ab
Donald Trump
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Die „Washington Post“ hatte am Freitag ein Video von 2005 mit vulgären und frauenverachtenden Äußerungen Trumps veröffentlicht. „Wenn Du ein Star bist, dann lassen sie Dich ran“, prahlte Trump dabei im Gespräch mit einem Fernsehmoderator. „Du kannst alles machen“. Noch in der Nacht zum Samstag entschuldigte sich Trump per Videobotschaft. Dem „Wall Street Journal“ sagte Trump dann, es gebe „null Chancen, dass ich aufgebe“. Doch über zwei Dutzend Senatoren, Abgeordnete und Gouverneure der republikanischen Partei entzogen ihrem Kandidaten die Unterstützung...

US-Senator McCain
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„Cindy und ich werden nicht für Donald Trump stimmen“, gab Senator McCain für sich und seine Frau bekannt. Trumps Verhalten und seine „erniedrigenden Äußerungen über Frauen“ machten eine Unterstützung unmöglich. McCain erklärte, er wolle bei der Präsidentschaftswahl den Namen eines Republikaners auf den Stimmzettel schreiben, der für das Amt qualifiziert sei. Der Senator aus Arizona hatte 2008 gegen Barack Obama verloren.

Condoleeza Rice
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Ex-Außenministerin Condoleeza Rice twitterte: Es reicht! Donald Trump sollte nicht Präsident werden. Er sollte sich zurückziehen.

Mike Pence
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Vizepräsidentschaftskandidat Mike Pence reagierte ebenfalls entsetzt. „Als Ehemann und Vater war ich empört über die Worte und von Donald Trump beschriebenen Handlungen", erklärte er.

Paul Ryan
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Der Präsident des US-Repräsentantenhauses, Paul Ryan, zeigte sich angeekelt und zog eine Einladung Trumps zu einem Auftritt in Wisconsin zurück.

John Kasich
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Der Gouverneur von Ohio, John Kasich, erklärte nach dem Trump-Video, die USA hätten etwas besseres verdient“.

Mitt Romney
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Auch der frühere Präsidentschaftskandidat Mitt Romney verweigert Trump die Gefolgschaft. „Ich möchte keinen Präsidenten der Vereinigten Staaten sehen, der Dinge sagt, die den Charakter der folgenden amerikanischen Generationen verändert“, sagte Mitt Romney bereits Mitte Juni 2016 in einem CNN-Interview über Donald Trump. Daher werde er bei der Präsidentenwahl am 8. November nicht für seinen Parteikollegen Trump stimmen - aber auch nicht für die designierte Bewerberin der Demokraten, Hillary Clinton.

Längst geht es nicht mehr nur um diese Wahl und den Kampf gegen Hillary Clinton. Es geht um die Zukunft der republikanischen Partei und um die Frage, wann sich die Republikaner von dem Trump-Desaster erholen können.

Unterdessen sind neue vulgäre Äußerungen Trumps aufgetaucht, dabei geht es auch um seine Tochter Ivanka. Der Nachrichtensender CNN veröffentlichte am Sonntagmorgen Auszüge aus diversen Radio-Shows des Skandal-Talkers Howard Stern, bei der Trump mehrfach zu Gast war. Im September 2004 etwa diskutieren die Herren über Trumps Tochter Ivanka. „Darf ich das sagen? Ein Wahnsinns-Hintern“, schwärmt Stern und Trump pflichtet ihm schlicht mit dem Wort „Yeah“ bei.

Zwei Jahre später diskutieren die Herren die Oberweite von Ivanka. „Sie sieht üppiger aus als sonst“, sagt Stern. Ob sie sich die Brüste hat vergrößern lassen, will der Moderator wissen und Trump verneint. „Sie war schon immer ziemlich üppig“, sagt er über seine Tochter und: „Sie ist eine unglaubliche Schönheit.“ In anderen Interviews spricht Trump über Gruppensex und über Frauen, die mit 30 Jahren das perfekte Alter hätten, aber mit 35 Jahren zu alt seien. 35 sei „Check-Out Time“, scherzte er.

Mehrheit der Wähler steht weiter zu Trump
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