Trump gegen Silicon Valley Die Maske des Clowns

US-Präsidentschaftsbewerber Donald Trump teilt in seinen Reden nur zu gern aus. Nun ist er mit seiner Mischung aus Hass, Größenwahn und Litanei über die schlimme Welt da draußen bei Apple angekommen.
Nun ist Silicon Valley dran: Donald Trump teilt aus. Quelle: ap
Donald Trump

Nun ist Silicon Valley dran: Donald Trump teilt aus.

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New YorkWie immer weiß die Öffentlichkeit nicht, ob sie lachen, weinen oder den Mann schlicht ignorieren soll. Zu abgedreht und irre scheint das, was Milliardär Donald Trump von sich gibt. Nach dem Motto: Hat er das tatsächlich gesagt?

Der republikanische US-Präsidentschaftsbewerber weiß das nicht nur. Nein, er nutzt die Unsicherheit bewusst für sich aus. Die Hass-Reden auf alles Fremde, die Provokationen, das Agitieren gegen das vermeintliche Establishment – das sind gesteuerte Eskalationen. Witzfigur Trump? Eben nicht. Der Unternehmer missbraucht die Maske des Clowns, um das auszusprechen, was sich angeblich keiner zu sagen traut. Seine Raserei ist berechnend.

Attacke gegen Silicon Valley

Nun hat der Republikaner Silicon Valley attackiert. Bei einer Rede in einer Universität in Virginia erklärte der Republikaner zwischen den üblichen Seitenhieben auf Demokratin Hillary Clinton, wenn er die Wahl gewänne, werde er Apple dazu bringen, „ihre verdammten Computer in den USA zu produzieren”.

Der iPhone-Hersteller hat große Teile der Produktion ins Ausland verlagert, darunter vor allem nach China und in die Werke von Foxconn, dem ebenso umstrittenen wie mächtigen Hersteller von Computer- und Elektronikteilen. Trumps Rhetorik ist nicht neu. Bereits im Wahlkampf 2012 hatte der Immobilien-Tycoon gegenüber dem konservativen TV-Sender Fox News erklärt, es wäre „eine tolle Sache”, wenn Apple-Chef Tim Cook eine Fabrik in den USA errichte.

Denn er weiß, was er sagt
Donald Trump
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Der Wahlkampf des Milliardärs Donald Trump um das US-Präsidentenamt hat schon einige markante Forderungen hervorgebracht, nun hat Trump erneut mächtig auf den Putz gehauen: Er spricht sich für ein komplettes Einreiseverbot von Muslimen in die USA aus. Trumps Forderung kommt wenige Tage nach einer mutmaßlichen Terrorattacke im kalifornischen San Bernardino, bei der 14 Menschen erschossen wurden. Eine Täterin hatte sich vor der Attacke als Anhängerin der Terrormiliz Islamischen Staat (IS) offenbart. Die beiden Täter waren Muslime. Die Forderung reiht sich ein in eine ganze Sammlung von provokanten Äußerungen des Unternehmers im Wahlkampf...

Waffenrecht
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Nach den Pariser Terroranschlägen vom November 2015 sorgte Trump für Aufsehen, als er den strengen Waffengesetzen in Frankreich eine Mitschuld an der hohen Opferzahl gab. „Hätten die Menschen Waffen getragen, wäre es anders verlaufen“, erklärte er bei einem Wahlkampfauftritt in Texas.

Klimaschutz
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Anlässlich des Besuchs von Papst Franziskus in den Vereinigten Staaten Ende September sagte Trump, er glaube nicht an die globale Erwärmung und halte den Klimawandel nicht für ein drängendes Problem, sondern ein natürliches Phänomen. Klimaschutz-Auflagen für amerikanische Firmen hält er daher er für falsch.

Mount Denali
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Am 29. August 2015 änderte das Geographic Names Information System (GNIS) in Abstimmung mit dem Präsidenten Barack Obama den amtlichen Namen des Berges Mount McKinley aus Respekt vor der indianischen Tradition in „Denali“. Es ist der höchste Berg Nordamerikas. Donald Trump kündigte an, im Falle seines Wahlerfolgs die Umbenennung des Berges zu revidieren.

Gleichgeschlechtliche Ehe
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Trump kann jedoch auch anders. Obwohl er sich gegenüber der gleichgeschlechtlichen Ehe generell kritisch zeigt, erklärte er, die Entscheidung des Supreme Courts über die Öffnung der gleichgeschlechtlichen Ehe solle bei den einzelnen Bundesstaaten belassen werden. Nach dem Urteil des Supreme Court zur völligen Gleichstellung mit der heterosexuellen Ehe in den USA teilte er mit, die Entscheidung müsse nun akzeptiert werden und tauge nicht mehr als Wahlkampfthema.

Gleichgeschlechtliche Ehe
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In diesem Zusammenhang forderte er Anfang September 2015 die Verwaltungsbeamte Kim Davis aus Kentucky auf, künftig nicht länger die Ausfertigung von Heiratsurkunden an homosexuelle Paare zu verweigern. Davis hatte durch ihre Weigerung für internationales Aufsehen gesorgt und war wegen ihres Verhaltens zeitweise inhaftiert worden. Andere Präsidentschaftskandidaten wie Mike Huckabee unterstützten Davis jedoch öffentlich und kritisierten Trump für seine Haltung.

Gegen Einwanderer
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Als Schutz gegen illegale Einwanderer aus Mexiko möchte Trump eine Mauer entlang der gesamten mexikanisch-amerikanischen Grenze bauen lassen „Wenn Mexiko seine Leute rüberschickt, dann schicken sie nicht ihre Besten. Sie schicken Leute, die viele Probleme haben. Sie bringen Drogen. Sie bringen Verbrechen. Sie sind Vergewaltiger. Und einige, nehme ich an, sind gute Menschen“, wetterte er gegen mexikanische Einwanderer.

Tatsächlich gerät Apple wegen seiner Produktionsbedingungen immer wieder unter öffentlichem Druck. Als Teil einer „Made in the USA”-Kampagne hatte das Unternehmen deshalb Ende 2013 rund 100 Millionen Dollar in den Aufbau eines Standorts in Texas investiert, wo nun Teile des Mac-Computers hergestellt und zusammengeschraubt werden.

Die Attacke von Trump ist bewusst gesetzt, unterstützt Silicon Valley doch traditionell die Konkurrenz. Laut der zuständigen der U.S. Federal Election Commission liegen Kandidatin Clinton und Bernie Sanders, demokratischer Senator aus Vermont, bei den Spendengeldern von Google und Co. derzeit vorn. Der Ausfall gegen Apple dürfte dafür sorgen, dass sich daran auch in nächster Zeit wenig ändert.

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