Trump gewinnt Vorwahlen Der Unaufhaltbare

Mississippi, Michigan, Hawaii: Mit drei weiteren Vorwahlsiegen beweist Donald Trump seine Dominanz. Alle Versuche, ihn aufzuhalten, schlagen fehl. Zur Feier des Tages nimmt sich Trump seinen größten Kritiker vor.
Der Milliardär kostet seinen neuerlichen Erfolg aus. Quelle: dpa
Donald Trump in Jupiter, Florida

Der Milliardär kostet seinen neuerlichen Erfolg aus.

(Foto: dpa)

WashingtonZwei wichtige Siege, schön und gut, aber Donald Trump misst seinen Erfolg inzwischen in anderen Kategorien. „Wir haben Bewegung“, prahlt er, als er sich vor einem Fahnenspalier in seinem Golfclub in Jupiter, Florida, den Kameras zeigt. Nie zuvor hätten sich mehr Republikaner an den Vorwahlen beteiligt, was natürlich sein Verdienst sei. Trump kostet seinen Triumph aus, wieder einmal, es geht ja schon seit Wochen so. Ein Dutzend Vorwahlen hatte der Milliardär bisher gewonnen, Mississippi und Michigan sind am Dienstag dazugekommen.

Das republikanische Establishment versucht seit Tagen, Trump die Nominierung ihrer Partei doch noch zu entreißen. Doch das „Stoppt-Trump-Projekt“ wirkt zunehmend verzweifelt. „38 Millionen Dollar“, sagt Trump nur. So viel hätten die Geldgeber der Elite investiert, um ihn zu stoppen. Der Effekt? Gleich null. In Mississippi stimmen 50 Prozent der Wähler für Trump, in Michigan liegt er knapp unter 40 Prozent.

Fast genauso wie seine eigene Stärke freut Trump die Schwäche seiner Konkurrenten. „Lügen-Ted“, wie er den erzkonservativen Senator Ted Cruz seit Tagen nennt, lässt er in Mississippi zwölf Prozentpunkte hinter sich. In Michigan liegt er mehr als zehn Prozentpunkte vor Cruz und dem annähernd gleichstarken, oder besser gleichschwachen, John Kasich, dem moderaten Gouverneur von Ohio.

Rubio wird vom Hoffnungsträger zur tragischen Figur

Übel erwischt es Marco Rubio, „Little Marco“, wie Trump so gerne höhnt, der Darling der Großspender und Funktionäre. Einstellig in Michigan, fünf Prozent in Mississippi: der Hoffnungsträger Rubio wird zur tragischen Figur. Sollte er in einer Woche auch noch seinen Heimatstaat Florida verlieren, ist das Rennen für ihn gelaufen.

Trump zerrt an seinem Mikrofon. Er hat noch eine Rechnung offen, nicht mit Rubio, den erachtet er inzwischen nicht mehr als ebenbürtig, sondern mit Mitt Romney, dem gescheiterten republikanischen Präsidentschaftskandidaten von 2012. Romney hat Trump kürzlich als Heuchler und Blender gegeißelt, ihm vorgeworfen, eine Pleite nach der anderen verursacht zu haben.

Trumps Ansichten im Faktencheck
Donald Trump
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Der Milliardär und Republikaner Donald Trump will Präsident werden – und dafür ist ihm fast jedes rhetorische Mittel recht. Das zeigt er bei jedem Auftritt und bei jedem TV-Duell. Seine Behauptungen polarisieren und sind oft mehr als zugespitzt. Auch seine republikanischen Kontrahenten stellen Behauptungen auf. Doch was daran ist eigentlich wahr? Wir dokumentieren acht Aussagen aus dem vergangenen TV-Duell und checken sie auf ihren Wahrheitsgehalt.

Trump und Putin
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Mitbewerber Marco Rubio: „Und Wladimir Putin, für den Sie, Donald, Bewunderung ausgedrückt haben...“
Trump: „Falsch. Falsch.“
Rubio: „Donald, Sie haben gesagt, er sei ein starker Führer.“
Trump: „Falsch.“

Die Fakten: Tatsächlich bewertete Trump Putin im Vergleich mit US-Präsident Barack Obama positiv. In einem Interview des Fernsehsenders MSNBC vom 18. Dezember freute sich Trump über ein Lob des russischen Präsidenten: „Wenn dich jemand als brillant bezeichnet, ist das immer gut, besonders dann, wenn derjenige Russland lenkt.“ Als der Interviewer darauf verweist, dass Kritiker Putin vorwerfen, Gegner umzubringen zu lassen und in die Ukraine einmarschiert zu sein, erwidert Trump, dass Putin „sein Land führt, und zumindest ist er ein Führer, anders als das, was wir in diesem Land haben“.

Trump und Terror
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Trump: Angehörige der Attentäter des 11. Septembers 2001 durften um die Zeit der Anschläge herum die USA verlassen, obwohl „sie wussten, was passierte. Die Ehefrau wusste ganz genau, was passierte. Sie reisten zwei Tage vorher ab und sie sahen im Fernsehen zu, wie ihre Ehemänner ins World Trade Center, ins Pentagon flogen.“


Die Fakten: Es ist nicht bekannt, dass Verwandte der Flugzeugentführer vor oder nach den Anschlägen in den USA waren. Trump scheint Angehörige der Entführer mit Angehörigen von Osama bin Laden zu verwechseln, die sich damals in den USA aufhielten. Sie verließen das Land neun Tage nach den Anschlägen, nicht zwei Tage davor. Nachdem Bin Laden zum Hauptverdächtigen geworden war, organisierte Saudi-Arabien die Ausreise von mehr als 20 Mitgliedern von dessen Familie, zumeist Nichten und Neffen, da Racheakte seitens US-Bürgern befürchtet wurden. Die Regierung des damaligen US-Präsidenten George W. Bush wurde wegen der Ausreiseaktion scharf kritisiert.

Trump und Geld
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Marco Rubio, einer von Trumps republikanischen Kontrahenten, äußerte sich abwertend über den Geschäftserfolg des Unternehmers Trump, schließlich habe dieser „mehr als 200 Millionen Dollar geerbt“.

Die Fakten: Das ist schwer zu sagen. Trumps Vater, Fred Trump, starb 1999 und hinterließ ein Vermögen, das öffentlich auf 200 Millionen bis 250 Millionen Dollar (nach heutigem Wert 182 Millionen bis 227 Millionen Euro) geschätzt wurde. Genaue Angaben gibt es nicht, und das Vermögen sollte zwischen Trump und zweien seiner Geschwister aufgeteilt werden.

Trump und Handel
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Trump: „Beim Handel gehen wir völlig unter. . Mit China werden wir handelsmäßig 505 Milliarden Dollar verlieren. . . Mexiko, (sind es) 58 Milliarden Dollar. Japan, wahrscheinlich etwa, sie wissen es noch nicht genau, aber (da sind es) etwa 109 Milliarden Dollar.“

Die Fakten: Trump liegt beim US-Handelsdefizit mit China völlig daneben. Es betrug 2015 insgesamt 365,7 Milliarden Dollar – ein Rekord und das größte Defizit der USA mit einem anderen Land. Doch das US-Defizit mit allen Ländern zusammen lag vergangenes Jahr bei 531,5 Milliarden nach 508,3 Milliarden im Jahr 2014 – also etwa so viel wie Trump nur dem Handel mit China zuschrieb. Bei den Zahlen für Mexiko lag Trump richtig, nicht aber bei jenen für Japan. Es betrug im vergangenen Jahr nicht 109 Milliarden, sondern 68,6 Milliarden.

Trump und Folter
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Trump: Er wiederholte seine Forderung nach harten Verhörmethoden für Terrorverdächtige. „Wir sollten Waterboarding einsetzen, und wir sollten noch schärfere Mittel als Waterboarding einsetzen.“ Auf die Frage, was er tun würde, wenn sich die Streitkräfte einem solchen Befehl widersetzten, weil er gegen US-Recht verstieße, sagt er: „Sie weigern sich nicht. Sie werden sich mir nicht verweigern. Glauben Sie mir.“

Die Fakten: Angehörige der Streitkräfte sind verpflichtet, einen Befehl zu verweigern, der nach Militärrecht illegal ist. Führen sie einen gesetzeswidrigen Befehl aus, riskieren sie eine Bestrafung.

Trump und Clinton
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Trump: „Ich habe (die demokratische Präsidentschaftsbewerberin) Hillary Clinton in vielen Umfragen geschlagen. Die Pew-Umfrage kam gerade heraus. Ich habe Hillary Clinton vor kurzem in einer Fox-Umfrage geschlagen, ich habe Hillary Clinton in 'USA Today' geschlagen, ich habe sie heute in einer Umfrage in Ohio geschlagen. Ich bin der einzige, der Hillary Clinton schlägt.“

Die Fakten: Tatsächlich wird Trump in der jüngsten Fox-Umfrage von Clinton geschlagen, während eine 'USA Today'-Umfrage ihn in Führung sieht. In zahlreichen Umfragen seit Mai ist Clinton im direkten Vergleich weit häufiger die Gewinnerin als Trump. Dies sagt allerdings noch nichts darüber aus, wer bei der Wahl im Herbst letztlich die Nase vorn hat, wenn beide Parteien über ihren jeweiligen Präsidentschaftsbewerber entschieden haben.

Also hat Trump eine Produktsammlung mitgebracht: Steaks, Weinflaschen, Wasser, ein Magazin – zum Beweis seiner Geschäftstüchtigkeit. Trump verwandelt die Live-Übertragungen der TV-Anstalten in eine Dauerwerbesendung. Der Vorwahlkampf wird mit jedem Tag bizarrer.

Überraschungserfolg bei den Demokraten

Bei den Demokraten beginnt der Abend zunächst wie erwartet: mit einem überwältigenden Sieg für Hillary Clinton in Mississippi von 83 Prozent. Doch in Michigan werden die Umfragen auf den Kopf gestellt. Bernie Sanders gewann überraschend den Bundesstaat mit mehr als 50 Prozent der Stimmen.

Der 74-jährige Senator aus dem Bundesstaat Vermont bleibt damit im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der US-Demokraten weiter am Ball. Für den selbsterklärten Sozialisten ist es ein prestigeträchtiger Erfolg, für Clinton ein empfindlicher Rückschlag, vor allem weil Wählerbefragungen erneut auf ihre große Schwäche hindeuten: Ihr Glaubwürdigkeitsmangel scheint Sanders Stimmen zuzutreiben.

Allerdings ändert dies nichts an der Gesamtdynamik des Duells. Im Gegenteil: Weil Clinton in Mississippi mit einem massiven Vorsprung gewinnt, baut sie ihren Vorsprung bei den Delegierten weiter aus.

Mexikos Präsident vergleicht Trump mit Hitler

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