Trump und der Öffentliche Dienst „You’re fired“

Donald Trump hat seinen Wählern einen schlanken Staat versprochen. In Behörden und Ministerien in Washington geht bereits die Angst um. Trump liebe es, Leute zu feuern, sagt ein Vertrauter.
17 Kommentare
Die Behörde war im Wahlkampf ein Lieblingsfeind von Donald Trump. Jetzt fürchten viele Mitarbeiter, dass sie bald ihren Job verlieren. Quelle: dpa
Sitz der US-Umweltbehörde EPA in Washington

Die Behörde war im Wahlkampf ein Lieblingsfeind von Donald Trump. Jetzt fürchten viele Mitarbeiter, dass sie bald ihren Job verlieren.

(Foto: dpa)

San FranciscoEs soll Tränen gegeben haben, schon fast Weinkrämpfe. Am Tag nach dem Wahlsieg von Donald Trump war die Panik in der US-Umweltbehörde EPA mit Händen zu greifen, weiß CNN zu berichten. Einigen Angestellten sei geraten worden, sich krank zu melden, andere bekamen psychologische Betreuung.

Die EPA, die Environmental Protection Agency, hatte einige der ambitioniertesten Umweltziele der Obama-Administration durchgesetzt und war immer wieder Ziel wütender Angriffe von Donald Trump. Der bezeichnete den Klimawandel einmal als „Schwindel der Chinesen“ – „erfunden, um Amerikas Fertigungswirtschaft unrentabel zu machen“.

Auf Trumps Webseite kann man lesen, die Umweltbehörde werde in Zukunft „von einem echten Spezialisten in Naturbewahrung“ geleitet werden, nicht von Menschen mit „radikalen politischen Überzeugungen“. Die Neugestaltung der EPA soll Myron Ebell leiten, der in Interviews Klimaforscher als Teil einer koordinierten politischen Bewegung bezeichnet hat. Eine republikanische Abgeordnete brachte am Montag im US-Fernsehen ins Spiel, ob man die EPA nicht besser ganz auflösen und im Energieministerium eingliedern sollte.

Die EPA mag ein Extrembeispiel sein. Nichtsdestotrotz geht im öffentlichen Dienst in Washington die blanke Angst um. Ob sie berechtigt ist, wird sich noch zeigen. Auf die Frage, ob Trumps Team schon irgendwelche Behörden zu schließen plane, antwortete ein Sprecher aus dem Trump-Lager zwar ausweichend man habe „nach der Vereidigung noch jede Menge Zeit darüber zu reden.“ Doch schlimm kann es durchaus werden.

Zunächst wird es einen landesweiten Einstellungsstopp geben, von dem nur Militär, Gesundheitswesen und Sicherheitsbereiche ausgenommen sind. Freiwerdende Stellen sollen nicht wiederbesetzt werden. Während des Wahlkampfes hatte Trump sogar das Erziehungsministerium als überflüssig bezeichnet. Dessen Arbeit könnten auch die Bundesstaaten übernehmen.

Das „System“ in Washington setzt Trump praktisch gleich mit Korruption, Verschwendung und Betrug. Deshalb ist ein Trend zum „schlanken Staat“ vorgezeichnet. New Jerseys Gouverneur Chris Christie, der für eine kurze Zeit der Chef von Donald Trumps Übergangsteam war, machte schon im Sommer auf dem Wahlkongress der Republikaner klar, wohin die Reise gehen wird.

Trump befürchtete schon vor der Wahl, Präsident Barack Obama werde viele seiner politischen Mitarbeiter noch schnell zu Beamten auf Lebenszeit ernennen, was es praktisch unmöglich machen würde, sie aus ihren Positionen zu entfernen. Direkt nach seiner Vereidigung werde Trump deshalb zusammen mit dem republikanischen Kongress versuchen, ein Gesetz durchzubringen, mit dessen Hilfe es deutlich einfacher werden soll, auch Beamte auf Lebenszeit zu entlassen.

„Donald liebt es, Leute zu feuern“
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Trump und der Öffentliche Dienst - „You’re fired“

17 Kommentare zu "Trump und der Öffentliche Dienst: „You’re fired“"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Stimmt nicht. Die einzige Spielregel die es gibt, sind keine Kinder. Ansonsten ist meine Herzdame (inzw. sogar Verlobte) absolut gleichberechtigt. Und wird nach der Uni als meine persönliche Fitnesstrainerin und Ernährungscoach arbeiten. Wenn ich mit spätestens Mitte 40 mit dem Börsenzeugs aufhöre, und als GT3 -Fahrer im selbst finanzierten Team in der VLN mit einem R8 LMSultra teilnehme

  • Bin nur 2x im Jahr in der Domstadt. Im Frühjahr zur FIBO, da der Kolibri als Sportwissenschaftlerin nach dem Uniabschluss als meine persönliche Fitnesstrainerin und Ernährungscoach arbeiten wird, und wir uns dort weitergehende Expertise holen. Und im Sommer zu den Kölner Lichter wegen des geilen Feuerwerks am Rhein. Außerdem hatte ich mal dort eine City-Immobilie im Townhaus-Stil, die ich aber dieses Jahr verkauft habe.

  • Wer braucht denn " Online-Dating-Portale " wenn es Muckibuden zum Eisen biegen für uns Männer und für die Ladys den Knack-Po zum trainieren gibt ?

    Wenn ich Lust habe auf Spielbank, dann mache ich das ja auch nicht Online am PC. Sondern ziehe mir einen eleganten Smoking an, fahre nach Wiesbaden und verbinde das Ganze mit einem Besuch im Gourmetrestaurant Ente und einer Übernachtung im Nassauer Hof.

  • "Herr Fritz Porters - 18.11.2016, 11:43 Uhr

    @ Herr Hoffmann

    ich habe nicht diesen enormen politischen Sachverstand wie Sie, aber die von Ihnen beschriebene "Grünen-Sozialistischen Vernichtungspolitik".... ist das sowas wie ein "Gemüseauflauf"? :-D
    Herrlich, die Kommentare sind echt Comedy... einige Artikel im HB sind echt besorgniserregend, aber die Kommentare können einem das Lachen zurückzaubern. Danke ...muss weiter arbeiten...aber nachher schaue ich noch mal in die Kommentare...will doch auch später noch was zu schmunzeln haben..."

    @Porters

    VIELEN DANK Herr Porters,
    es ist wirklich ein immenser Zeitaufwand, von morgens bis abends zu jedem Artikel so witzige Kommentare zu schreiben.
    Bei manchen Artikeln sogar mehrere.
    Schön das Sie das zu schätzen wissen.

    Aber die Ehre gebührt nicht mir alleine. An den Comedy-Kommentaren sind noch weitere Leute beteiligt die auch gewürdigt sein wollen:
    Paff, von Horn, Trautmann, Vinci Queri, Delli, Bollmohr......

    ohne sie wäre ich hier sehr einsam !
    Danke

  • Ergänzung:

    Ich kenne die Arbeitswelt dort:

    Ansage einer Vorstandssekretärin:
    "Ich bekomme kein Gehalt, sondern Schmerzensgeld"

    Gabelstaplerfahrer"
    "Es fehlt nur noch die Peitsche, damit die Roboter schneller gefüttert werden"

    Vorstand:
    "Heut geht's net, muss noch auf Party ;-)"

    Couch:
    "Nur wer das beste Durchsetzungvermögen (das größte AL) hat, wird nach oben befördert"

    Ich glaub es ist die Kultur dort ausgiebig beschrieben !

  • @Paul

    Das ist keine Kritik und auch keine Polemik.

    Mir sind genügend Arbeitnehmer aus dieser Industrie persönlich bekannt.
    Fakt ist, man hat dort gutes Geld verdient, bei relativ geringer Eigenverantwortung.

    Im Mittelstand laufen die Uhren anders, dort erwartet man Eigenverantwortung und Eigeninitiative. Dort arbeitet man auch mal Samstag und auch am Abend etwas länger wenn erforderlich.

    Die Konsequenz, dass die Politik jahrzehntelange diese Großindustrie hofiert hat sehen wir jetzt. Weder in der Schweiz noch in Österreich ist das so ausgeprägt, wie hier in Schilda und jetz gibt's ganz einfach die Rechnung. Die Gewerkschaften sind schon lange zu heiße Luft verbreitern verkommen. Im Gegenteil, deren Funktionäre vergnügen sich mit den Vorständen um die Lemminge auf Spur zu halten.Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.
     

  • @Eibl
    Ihre Kritik an der Arbeitnehmerschaft ist unangemessen. Die Leute tun das, was die Arbeitgeber von Ihnen verlangen. Wenn es heisst Schrauben andrehen, schraubt man eben Schrauben an und wenn es heißt Meeting, Meeting, Meeting. Wird eben gemeetet. Meinen Sie, das tun die alle freiwillig?

  • Merke:

    Wenn die Medien ständig schlecht über Trump schreiben, dann war es gut für uns...

    Wenn die Medien das Merkel huldigen, dann ist Sie schlecht für uns...

  • Ich bin zwar ein absoluter Gegner von Trump. Aber: Er ist als Gegenentwurf zur etablierten politischen Clique angetreten, mit dem Versprechen dieses System auf links zu drehen und dazu gehört auch und vor allem, dass man gefälligst seine Wahlversprechen einzuhalten hat. Genau das erwarte ich jetzt von Trump. Wenn er jetzt ebenfalls alles relativiert, was er im Wahlkampf so rausgehauen hat, dann ist er nicht ein bisschen besser als alle anderen Politiker, die er so lautstark kritisiert hat. Dann sieht man auch mal, ob die Trumpisierung der Politik die Welt nun besser macht oder eben nicht. Da müssen wir jetzt alle durch. Die Amerikaner sowieso!

  • Korrekt,
    dazu werden auch die Unternehmenssteuern in England und US auf 15% runtergeschraubt.

    Das müsste den Umverteilern hier schlichtweg den Verstand rauben, weil sie überhaupt keine Alternativen mehr haben !!!

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%