TV-Journalistin Katy Tur im Wahlkampf Wenn Trumps Medienkritik persönlich wird

Im Wahlkampf lässt Donald Trump in kaum einer Rede scharfe Kritik an den Medien aus. Journalisten seien unehrlich – und immer mal wieder schießt er sich auch auf einzelne Berichterstatter ein. Doch eine findet Rückhalt.
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Eine von etlichen Journalistinnen, die von US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump schon persönlich scharf kritisiert wurden.
Katy Tur

Eine von etlichen Journalistinnen, die von US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump schon persönlich scharf kritisiert wurden.

WashingtonGerade hat der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump in einer Rede noch Barack Obama vorgeworfen, zu viel Wahlkampf für dessen Parteifreundin Hillary Clinton zu machen, da springt er zu einem neuen Thema: Medienschelte. „Katy, du berichtest nicht darüber. Dabei passiert hier etwas, Katy. Es passiert hier etwas, Katy“, ruft der 70-Jährige am Mittwoch bei einem Wahlkampfauftritt in Florida.

Wen Trump hier persönlich angreift, ist die TV-Journalistin Katy Tur. Sie arbeitet eigentlich als Auslandskorrespondentin in London für den Sender NBC News. Doch während des Wahlkampfs folgt sie dem Trump-Lager durch die USA – und ist Angriffe des Republikaners schon gewohnt. Während einer Pressekonferenz war Trump ihr schon einmal über den Mund gefahren: „Seien Sie ruhig, ich weiß, dass Sie [Hillary Clinton] retten wollen“, sagte er.

Trumps wiederkehrender Vorwurf: Medien würden nicht berichten, wie groß die Massen sind, die zu seinen Wahlkampfveranstaltungen kommen. Kein Auftritt vergeht, in dem der Kandidat nicht selbst eine Zahl in den Raum wirft, wie viele Zuhörer in persönlich sprechen hören wollen. Von 4.000 war am Vortag in Wisconsin die Rede – und auch dort ereiferte er sich in weit fassender Medienschelte. Journalisten seien „die unehrlichsten Menschen der Welt“, so eine seiner Aussagen.

Noch härter als Tur hatte es die Fox-News-Moderatorin Megyn Kelly im Vorwahlkampf erwischt, als Trump ihre Gesprächsführung während einer Fernsehdebatte kritisierte. „Ihr ist das Blut aus den Augen gekommen und das Blut wo immer sonst noch herausgekommen.“ Dies wurde als Anspielung auf die Menstruation der Journalistin verstanden. Trump sagte später, er habe Kellys Nase gemeint.

Die Hartnäckigkeit Kellys und auch Turs hat jedoch viele Anhänger. Am Mittwoch machte sich viel Unterstützung für Tur in den sozialen Medien breit (#ImWithTur). Journalismus-Professor Jeff Jarvis sprach sich für eine Gehaltserhöhung der Journalistin aus, und auch viele andere priesen ihre Arbeit. Für Fox-News-Moderationsstar Kelly ist wohl sogar ein Jahressalär von mehr als 20 Millionen Dollar geboten worden, damit sie nach ihrem im Juli auslaufenden Vertrag bei Fox News bleibt.

Fox-News-Chef Rupert Murdoch hatte gesagt, er hoffe „sehr bald“ eine Einigung mit Kelly zu erzielen. Die schmutzige Kritik Trumps hatte ihr zu mehr Ruhm verholfen.

„Er braucht einen Sündenbock“
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3 Kommentare zu "TV-Journalistin Katy Tur im Wahlkampf: Wenn Trumps Medienkritik persönlich wird"

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  • ".....und wenn ja, welche Konsequenzen sich daraus zukünftig ergeben werden?! Vielen Dank."

    Harald, das ist MEINE ENDUNG (VIELEN DANK)

  • die Silvesternächte 2015 (in Stuttgart, Hamburg, Köln) ...

  • „Journalisten seien unehrlich – und immer mal wieder schießt er sich auch auf einzelne Berichterstatter ein.“

    Wo der Mann Recht hat, hat er Recht!
    Schade, dass die Medien und Journalisten/-innen so unkritisch gegenüber ihrer eigenen zum Teil sehr tendenziösen Berichterstattung sind.
    Dort die Guten, und hier die Bösen - so einfach ist dass!
    Was die letzten 1 1/2 Jahre in Deutschland in Bezug auf die Medienberichterstattung abging, ist schon bemerkenswert und erstaunt einen immer wieder. Egal ob Bankenkrise inkl. Rettungspakete, die Silvesternächte 2015 mit dem negativen Höhepunkt in Köln, dem Münchener Amoklauf, die Nullzinspolitik der Notenbanken, Staatsschuldenkrisen, großangelegte „refugees welcome“ Kampagnen, geschönte Erwerbslosenzahlen, angebliche Konjunkturaufschwünge, Integrationsphantasien inkl. zweistelliger Milliarden-Euro-Pakete, bei gleichzeitig über 4,3 Mio. Menschen in der Grundsicherung und 2,5 Mio. Arbeitslosen im eigenen Land. Dazu noch eine hohe versteckte Arbeitslosigkeit (Krankheit, Umschulungen, 1-Euro-Jobs, Ü58-Jährige, die alle aus den Statistiken rausgerechnet sind). Nein Freunde der Sonne, man glaubt euch einfach nicht mehr und man respektiert eure Arbeit als Journalisten auch nicht mehr. Sie ist nichts mehr wert, genauso wie andere kreative Dienstleistungen wie z. Bsp. Fotos, Web- und Grafikdesign, Musik, usw. nichts mehr wert sind. Alles frei und kostenlos verfügbar, weshalb diesen mühsamen Broterwerben keine faire Wertschöpfung mehr gegenübersteht. Es trifft mit dem sozialen und finanziellen Abstieg eben nicht nur die Menschen im Dienstleistungsprekariat, sondern eben auch diejenigen, welche sich bisher immer in Sicherheit wiegten. Einfach mal drüber nachdenken, ob wir so wie bisher wirklich weitermachen können und wenn ja, welche Konsequenzen sich daraus zukünftig ergeben werden?! Vielen Dank.

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