US-Wahl Angst vor Donald Trump

Seite 2 von 2:
Handelskrieg befürchtet

Die protektionistischen Vorstellungen Trumps sind auch ein Grund, warum der „Economist“ einen US-Präsidenten Trump als Gefahr für die Weltwirtschaft sieht. Der Unternehmer taucht in der jüngsten Liste des Magazins zu den zehn größten Risiken für die Weltkonjunktur auf – neben der zunehmenden Bedrohung durch den radikalislamistischen Terrorismus und einem unkontrollierten Absturz der chinesischen Wirtschaft.

Die Begründung des „Economist“: „Im Fall eines Trump-Wahlsiegs könnte seine feindliche Haltung gegenüber dem Freihandel, insbesondere gegenüber China und Mexiko, rasch in einem Handelskrieg eskalieren“, erklärte das zum Wirtschaftsmagazin gehörende Analysehaus „The Economist Intelligence Unit“ (EIU).

Kaum ein Trump-Auftritt vergeht, ohne dass verbale Giftpfeile in Richtung wichtiger Handelspartner der USA geschickt werden. Besonders China hat Trump auf dem Kieker. Die Außenhandelsbilanz mit den USA komme „dem größten Diebstahl der Weltgeschichte gleich“, ereiferte er sich jüngst. Doch wer glaubt, die Chinesen hätten etwas bestellt und nicht bezahlt, liegt falsch. Es ist eher umgekehrt: Weil die USA laufend mehr im Ausland kaufen als sie exportieren, haben sie ein chronisches Defizit im Außenhandel.

Im Fall Chinas lag die Lücke im letzten Jahr bei 366 Milliarden Dollar. Trump nimmt aber nicht die amerikanischen Verbraucher und Unternehmen in die Verantwortung, die günstig Waren in China ordern. Schuld seien die Chinesen, die sie mit Währungs-Dumping und illegalen Export-Subventionen zwingen würden, über ihre Verhältnisse zu leben.

Mit diesen Firmen scheiterte Donald Trump
Casinos
1 von 9

Neben zahlreichen Gebäudekomplexen besaß Trump einst auch Casinos. Unter dem Label „Trump Entertainment Resorts“ liefen drei Spielhäuser auf seinen Namen: Trump Taj Mahal, Trump Plaza und Trump Marina. 2014 meldete Trump Entertainments allerdings zum wiederholten Male Insolvenz an. Seiner Meinung nach ein gekonnter Schachzug: „Wir nutzen die Gesetze. Wir eröffnen ein Verfahren, wir verhandeln mit den Banken, wir machen einen fantastischen Deal“, sagte er 2011 in der ABC-Talkshow „This Week“. Die Investmentfirma des bekannten Großinvestors Carl Icahn kaufte „Trump Entertainment“ im vergangenen Monat mitten im Wahlkampf und im laufendem Insolvenzplan auf. Er habe mit Casinos nichts zu tun, da stünde nur sein Name drauf, sagt der Milliardär Trump heute.

Hypotheken
2 von 9

Auf die Idee von „Trump Mortgage“, zu deutsch Trump-Hypothek, kam der Geschäftsmann im Jahr 2006 – genau ein Jahr, bevor die Immobilienblase in den USA platzte. Damals sagte er gegenüber dem Fernsehsender CNBC: „Ich denke, es ist eine großartige Zeit ein Hypotheken-Unternehmen aufzuziehen. Der Immobilienmarkt wird noch für eine lange Zeit sehr stark sein.“ Das scheint Trump allerdings vergessen zu haben. Er behauptete im Vorwahlkampf, er habe die Krise kommen sehen.

Fluggesellschaft
3 von 9

1989 kaufte Trump seine eigene Airline. Er baute die Fluggesellschaft zu einer Luxusvariante um und nannte sie „Trump Shuttle“. Die sollte Geschäftsleute zwischen New York, Boston und Washington hin- und herfliegen. Das Innere der Boeing 727 wurde nobel mit Ahorn-Täfelung und verchromten Sitzgurt-Schnallen ausgestattet, in den Toiletten wurden goldene Armaturen angebracht. Aber die Passagiere wollten lieber bessere Verbindungen. Als dann in Folge des Einmarsches irakischer Truppen in Kuwait der Ölpreis in die Höhe schnellte und der Nordosten der USA selber in eine Rezession schlitterte, war es vorbei. Trump Shuttle war überschuldet. Das Unternehmen wurde verkauft. Am Ende ging Trumps Flotte in US Airways auf.

Brettspiel ums Geld
4 von 9

1989 benannte Trump ein Brettspiel nach sich. Natürlich ging es im Stil von Monopoly darum, wer am Ende das meiste Geld hat. Kurz nach seiner Veröffentlichung wurde die Produktion des Spiels eingestellt. 2005 versuchte er es mit einer Neuauflage in Zusammenarbeit mit Parker Brothers. Aber auch diese Version war ein Flop.

Reiseportal
5 von 9

Wenn man heute GoTrump.com eingibt, wird man automatisch auf die offizielle Wahlkampfseite von Donald Trump weitergeleitet. Wo jetzt zu Spenden aufgerufen wird, befand sich vor zehn Jahren noch eine Reisesuchmaschine. Nach nur einem Jahr war die Seite offline.

Zeitschrift
6 von 9

Hier ist Trump bei einem Cover-Shooting für das „Time“-Magazin zu sehen, es gab allerdings auch Zeiten, als Trump sein ganz eigenes Magazin herausbrachte. Das beschrieb er bei der Veröffentlichung 2007 folgendermaßen: „Trump Magazine wird die Leidenschaften seiner wohlhabenden Leserschaft reflektieren.“ Nur anderthalb Jahre später wurde das Magazin für „VIPs und sehr einflussreiche Menschen“ eingestellt.

Edel-Steaks
7 von 9

Ein Steak mit dem Namen Trump gebrandmarkt: Eigens für den Verkauf über die Händlermarke „Sharper Image“ konnte man ab 2007 ganze 16 Steaks für bis zu 999 Dollar erwerben. Mittlerweile werden die Steaks nicht mehr frei für jedermann verkauft, dafür aber in jedem Gebäude serviert, das zum Trump-Imperium gehört. Für den Milliardär sind es „die besten Steaks der Welt.“

An seinem ersten Amtstag als US-Präsident will Trump China als Wechselkurs-Fälscher und unfairer Handelspartner brandmarken. Zudem will er die Einfuhrzölle drastisch erhöhen, eine Nulltoleranz-Linie gegen „Diebstahl“ geistigen US-Eigentums verhängen, und die Militär-Präsenz gegenüber China erhöhen. „Trump bricht mit 200 Jahren ökonomischer Orthodoxie“, kommentierte die „New York Times“.

Neben Protektionismus und geopolitischen Kampfansagen alarmieren auch Trumps Steuerpläne. Der Milliardär verspricht, die Mittelklasse zu entlasten und das Steuersystem zu vereinfachen. Eine Trump-Administration würde so „eine große Zahl“ an Arbeitsplätzen schaffen und die US-Wirtschaft wieder wettbewerbsfähig und wachstumsstark machen. Das Ganze dürfe aber nicht zu einer Erhöhung der Staatsschulden führen, die bereits zu hoch seien.

Verschiedene Analysen kommen aber zu dem Schluss, dass Trumps Steuersenkungen den Haushalt massiv belasten würden. Sollten die Pläne umgesetzt werden, brächen dem US-Fiskus in den nächsten zehn Jahren 10,14 Milliarden Dollar an Einnahmen weg, heißt es in einer Studie der Washingtoner Denkfabrik Tax Foundation. Um die Löcher im Haushalt zu stopfen, dürften die Staatsschulden weiter steigen.

Doch der strapazierte US-Haushalt wird an den Finanzmärkten ohnehin schon regelmäßig als Unsicherheitsfaktor gehandelt. Jedes Mal, wenn die weltgrößte Volkswirtschaft an ihre Schuldenobergrenze stößt und der Regierung die Zahlungsunfähigkeit droht, werden Anleger weltweit nervös. Das Vertrauen der Investoren auf die Probe zu stellen, ist angesichts des riesigen Finanzbedarfs der USA ein großes Wagnis.

Wer würde überhaupt von Trumps Politik profitieren? Das Tax Policy Center aus Washington fand heraus, dass nicht die US-Mittelschicht, sondern Superreiche die größten Gewinner wären. „Das oberste 0,1 Prozent der Steuerzahler – diejenigen mit Einkommen von mehr als 3,7 Millionen Dollar im Jahr 2015 - würden ab 2017 im Schnitt 1,3 Millionen Dollar an Steuern sparen“, so die Wirtschaftsforscher.

  • rtr
  • dpa
  • Bloomberg
Startseite
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%