Zahlungen von prorussischen Kräften? Trumps Wahlkampfmanager steht auf Schwarzgeld-Listen

Donald Trump muss einen weiteren Rückschlag hinnehmen. Der Name seines Wahlkampfmanagers taucht auf Zahlungslisten in der Ukraine auf. Clintons Wahlkampfmanager ließ sich diese Steilvorlage nicht entgehen.
Update: 15.08.2016 - 19:17 Uhr

Trump: „Ich habe nichts zu verbergen“

Kiew/New YorkDer Wahlkampfmanager des US-Präsidentschaftskandidaten Donald Trump ist in den Verdacht geraten, Schwarzgelder in Millionenhöhe von russlandfreundlichen Kreisen in der Ukraine erhalten zu haben. Wie die „New York Times“ am Montag berichtete, wird der Politikberater Paul Manafort in einem Geheimdokument der Partei des ukrainischen Ex-Präsidenten Viktor Janukowitsch als Empfänger illegaler Zahlungen gelistet. Manafort wies die Vorwürfe vehement zurück.

Manafort hatte jahrelang für Janukowitsch, einen Verbündeten des russischen Staatschefs Wladmir Putin, gearbeitet. Dies war auch schon bislang bekannt. Janukowitsch wurde im Februar 2014 durch pro-westliche Kräfte gestürzt und flüchtete nach Russland.

Die „New York Times“ berichtete nun unter Berufung auf ukrainische Anti-Korruptions-Ermittler, dass Manaforts Name in einem handgeschriebenen Register von Janukowitschs Partei der Regionen insgesamt 22 Mal auftauche. Dieses 400-seitige Dokument weise ihn als Empfänger von insgesamt 12,7 Millionen Dollar (rund 11,35 Millionen Euro) im Zeitraum von 2007 bis 2012 aus. Allerdings sei noch nicht nachgewiesen, dass Manafort die illegalen Zahlungen tatsächlich erhalten habe.

Der Trump-Manager nannte die Schwarzgeld-Verdächtigungen „haltlos, widersinnig und töricht“. Er warf der „New York Times“ vor, „absichtlich die Fakten zu ignorieren“ und seine Reputation zu attackieren, „statt ehrlich zu berichten“.

Trump, der zuletzt mit einer Serie provokanter Äußerungen für Stürme der Entrüstung gesorgt hatte und dessen Umfragewerte eingebrochen sind, hatte in den vergangenen Tagen seine Attacken auf die Medien massiv verstärkt. Er warf ihnen eine „unehrliche“ Berichterstattung über seinen Wahlkampf vor und sagte am Freitag sogar, Journalisten seien „die niedrigste Lebensform“.

Der Schwarzgeld-Verdacht gegen Manafort ist insofern besonders brisant, als der republikanische Präsidentschaftskandidat ohnehin bereits im Geruch steht, Russland übermäßig freundlich gesonnen zu sein. Das Team seiner demokratischen Rivalin Hillary Clinton forderte von Trump denn auch Aufklärung über die „Besorgnis erregenden Verbindungen“ zwischen seinem Wahlkampfstab und „Kreml-freundlichen Elementen in der Ukraine“.

Manafort arbeitete mit engem Vertrauten Putins zusammen
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