Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

US-Wahl 2020 Biden hängt Sanders ab – Fünf Lehren aus den Vorwahlen in den USA

Joe Biden steht kurz vor dem wichtigen Etappenziel: Dem früheren US-Vizepräsident ist die Kandidatur der Demokraten kaum noch zu nehmen. Sanders kassiert in Michigan eine bittere Niederlage.
11.03.2020 - 09:22 Uhr Kommentieren

Biden gewinnt Vorwahlen in Missouri, Mississippi und Michigan

Berlin Amtsinhaber Donald Trump weiß seit der Nacht auf Mittwoch, mit wem er es bei den US-Präsidentschaftswahlen am 3. November – aller Voraussicht nach – zu tun bekommen wird: Joe Biden. Nach den Vorwahlen der demokratischen Partei in sechs weiteren US-Bundesstaaten hat der frühere Vizepräsident seinen letzten Rivalen Bernie Sanders deutlich abgehängt.

Jetzt geht Biden mit einem großen Vorsprung bei den Delegiertenstimmen in die weiteren Urnengänge der Demokraten. Der 77-Jährige gewann die Vorwahlen in Michigan, Missouri, Mississippi und Idaho deutlich. In Washington und North Dakota werden die Stimmen noch ausgezählt.

Für Biden ist es nach seinem Comeback in South Carolina und den zehn Siegen am sogenannten „Super Tuesday“ der dritte erfolgreiche Wahlgang hintereinander. Seinen wichtigsten Sieg konnte er in Michigan einfahren, dem Zentrum der amerikanischen Automobilindustrie. Der Bundesstaat wird auch bei den Wahlen im November zu den zwischen Demokraten und Republikanern besonders umkämpften „Battleground states“ – den „Schlachtfeldern“ – zählen.

Der weit links stehende Sanders hat zwar noch eine theoretische Chance, den Rückstand bei den kommenden Vorwahlen wettzumachen, doch das Momentum liegt eindeutig beim moderaten Biden, der in seiner Ansprache in der Wahlnacht inhaltlich bereits auf das Sanders-Lager zuging. Man teile ein gemeinsame Ziel: „Zusammen werden wir Donald Trump besiegen.“

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Überschattet wurden die Vorwahlen durch die Corona-Krise. Biden und Sanders sagten Großveranstaltungen in Cleveland im Bundesstaat Ohio ab, nachdem die dortigen Behörden vor Risiken gewarnt hatten. Sanders verzichtete insgesamt auf einen öffentlichen Auftritt in der Wahlnacht und blieb in seinem Heimatstaat Vermont. Biden hielt seine Siegesansprache in Philadelphia.

    Hier sind die fünf wichtigsten Lehren aus der Wahlnacht:

    1. Joe Biden hat es fast geschafft

    „Es ist mehr als ein Comeback“, sagte der 77-Jährige, „es ist ein Comeback für die Seele dieser Nation. Dieser Wahlkampf nimmt Fahrt auf, und ich glaube, dass wir von nun an gut abschneiden werden.“ Entscheidend für seine Siegesserie war einmal mehr die Unterstützung durch die afro-amerikanischen Wähler in den Südstaaten Mississippi und Missouri, zum anderen sein deutlicher Erfolg im „Blue-collar“-Staat Michigan. Dort ging es um die Stimmen der Industriearbeiter.

    Biden geht jetzt als Favorit in die nächsten Vorwahlen in Arizona, Florida, Illinois und Ohio am 17. März. Sollte er sich auch dort durchsetzen, dürfte das Rennen endgültig gelaufen sein. In Biden würde Trump einen Herausforderer aus der politischen Mitte bekommen, der dem auch unter Kernwählern Stimmen abnehmen könnte.

    2. Showdown im Mittleren Westen

    Vor allem sein deutlicher Sieg in Michigan ist für Biden richtungsweisend. Hier gab es nicht nur die meisten Delegierten zu gewinnen, Michigan mit der Autostadt Detroit gehört seit der vergangenen Wahl zu den sogenannten „Swing States“. Donald Trump hatte den Bundesstaat vor vier Jahren erstmals seit 2004 wieder für die Republikaner erobern können.

    Biden ist es gelungen, selbst jene Wähler aus den Arbeiterschichten im Mittleren Westen auf seine Seite zu ziehen, die 2016 noch für Trump gestimmt hatten. Für Sanders hingegen ist die Niederlage in Michigan besonders bitter. Hier hatte der Senator aus Vermont 2016 nicht nur gegen Hillary Clinton gewonnen, Sanders hatte seinen Wahlkampf in den letzten Tagen auf Michigan konzentriert.

    3. Die Biden-Koalition wird größer

    Der frühere US-Vizepräsident hat mit seinen Erfolgen am Dienstag bewiesen, dass er geographisch, sozial und ethnisch breite Wählergruppen gewinnen kann. Biden hat jetzt Bundesstaaten im Nordosten, Süden und Mittleren Westen der USA gewonnen. Er ist klarer Sieger bei den Afro-Amerikanern, führt deutlich bei den älteren Wählern und besser ausgebildeten Frauen in den Vorstädten und konnte am Dienstag aber auch in ländlichen Gebieten und bei weißen Männern Erfolge verbuchen.

    Sanders lag lediglich bei den jungen Wählern unter 30 Jahren vorn. Seine Popularität bei den Älteren dürfte Biden auch in Florida in die Hände spielen, und durch die große Unterstützung von Afro-Amerikanern ist ihm der Sieg wenig später in Georgia kaum zu nehmen.

    4. Bernie Sanders steht vor einer Gewissensfrage

    Vor vier Jahren konnte der Senator aus Vermont in Michigan einen Überraschungssieg landen und damit das Rennen um die Kandidatur der Demokraten in die Länge ziehen. Diesmal steht Sanders früher als gedacht vor der Gewissensfrage, ob er seine Kampagne beendet und sich wie die meisten anderen Kandidaten hinter Biden stellt.

    Der 78-jährige Senator gilt als Kämpfer, und seine treuen Anhänger treten oft kompromisslos auf. Sanders und seine meist jugendlichen Fans müssen sich jedoch bald entscheiden, ob ihnen die Reinheit ihrer Lehre wichtiger ist als eine breite Koalition gegen Trump.

    5. Demokraten suchen den Kampf mit Trump

    Nach den Erfolgen vom Dienstag wird Biden sich noch stärker auf die politische Auseinandersetzung mit US-Präsident Trump konzentrieren. Damit kommt er dem Wunsch vieler Demokraten entgegen, die vor allem Trump abwählen möchten. Umgekehrt wird Trump sein Twitter-Feuer auf Biden lenken. Bereits am Wochenende teilte der US-Präsident ein zuvor manipuliertes Video über Biden mit seinen mehr als 73 Millionen Followern auf Twitter.

    Grafik

    So geht es jetzt weiter: Eine Übersicht über alle Vorwahlen der Demokraten.

    Startseite
    Mehr zu: US-Wahl 2020 - Biden hängt Sanders ab – Fünf Lehren aus den Vorwahlen in den USA
    0 Kommentare zu "US-Wahl 2020: Biden hängt Sanders ab – Fünf Lehren aus den Vorwahlen in den USA"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%