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US-Wahl Briefing Der Kampf ums Weiße Haus – der neue Newsletter zur Wahl in den USA

Wer macht das Rennen, Donald Trump oder Joe Biden? Im Newsletter US-Wahl Briefing verfolgen Sie alle wichtigen Geschichten im Vorfeld der US-Wahlen.
12.08.2020 - 16:54 Uhr Kommentieren
Der US-Präsident tritt im Wahlkampf gegen den Demokraten Joe Biden an. Quelle: dpa
Donald Trump (r.) und Vizepräsident Mike Pence

Der US-Präsident tritt im Wahlkampf gegen den Demokraten Joe Biden an.

(Foto: dpa)

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bieten Ihnen jeden Mittwochmittag die wichtigsten und kuriosesten Geschichten rund um die Wahlen in den USA am 3. November. Wenn der Wahltag näher rückt, werden wir unsere Schlagzahl erhöhen und Sie täglich über die vielleicht wichtigste Wahl in der US-Geschichte informieren. Los geht’s mit dem Rennen um das Weiße Haus und den Überblick über die letzten Umfragen.

Ist das Rennen um das Weiße Haus bereits gelaufen? Der demokratische Herausforderer Joe Biden führt seit Wochen deutlich in den nationalen Umfragen vor US-Präsident Donald Trump und liegt landesweit zurzeit mit einem Vorsprung von 7,2 Prozentpunkten weit vorn.

Das Sommerhoch für Biden ist aber noch keine Vorentscheidung. Hillary Clinton lag am 12. August 2016 mit 6,3 Prozentpunkten vor Trump – und verlor bekanntlich dennoch. Viel spricht dafür, dass das Rennen in den 83 Tagen bis zur Wahl spannend bleibt.

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    Präsidentschaftswahlen in Amerika sind vor allem Abstimmungen über den Amtsinhaber. Wollen die Menschen nach vier chaotischen Trump-Jahren einen Wechsel? An der Wall Street scheint man sich offenbar mit einem Präsidenten Joe Biden anzufreunden – trotz dessen Ankündigungen, die Steuern anzuheben.

    Im Mai und Juni sammelte der „Biden Action Fund“ vor allem an der New Yorker Finanzmeile mehr als elf Millionen Dollar ein. Insgesamt haben der Herausforderer und seine Unterstützer von der Finanzindustrie Wahlkampfspenden von rund 44 Millonen Dollar erhalten, weit mehr als Präsident Trump, für den die Finanzprofis nur neun Millionen übrig hatten. „Für Leute, die mit der Auswahl und Entlassung von CEOs beschäftigt sind, hätte Donald Trump schon vor einer Weile entlassen werden sollen“, zitiert die „New York Times“ den Finanzmanager James Atwood von der Private-Equity-Gesellschaft Carlyle. Auch andere Wirtschaftslenker wenden sich von Trump ab.

    Erleichtert werden Manager und Banker darüber sein, dass Biden sich für Kamala Harris als „Running Mate“ entschieden hat. Die 55-jährige Senatorin aus Kalifornien gilt in Wirtschaftsfragen als deutlich moderater als zum Beispiel Elizabeth Warren vom linken Parteiflügel der Demokraten.

    Bislang gab es in der US-Geschichte erst zwei Mal eine weibliche Kandidatin für das Amt der Vizepräsidentin: 2008 die Republikanerin Sarah Palin und 1984 die Demokratin Geraldine Ferraro. Letztere wurde damals bei einem Wahlkampfauftritt gebeten, eine Blumencorsage über ihr Handgelenk zu streifen – was sie strikt ablehnte.

    Auch die selbstbewusste Kamala Harris wird sich nicht als Blumenmädchen abspeisen lassen. Pikante Randnotiz: Trump soll zwischen 2011 und 2014 zusammen mit seiner Tochter Ivanka die damalige Generalstaatsanwältin Harris in Kalifornien mit einer Wahlkampfspende von 8.000 Dollar unterstützt haben.

    Trumps „Postboten“ könnte eine wahlentscheidende Bedeutung zukommen

    Der US-Präsident grübelt derweil darüber nach, wie er am 3. November nach 2016 erneut das scheinbar Unmögliche schaffen könnte. Als Verbündeten hat er sich dabei ausgerechnet eine der ältesten Institutionen Amerikas ausgesucht: das Post Office, dessen Wurzeln bis 1775 zurückreichen und dessen erster Chef Benjamin Franklin war.

    Trump hat im Frühjahr seinen Gesinnungsfreund Louis DeJoy zum „Postmaster-General“ gemacht. Sollten sich Voraussagen bewahrheiten, dass wegen der Corona-Pandemie weit über die Hälfte der US-Wähler ihre Stimme per Briefwahl abgeben wollen, könnte Trumps „Postboten“ eine wahlentscheidende Bedeutung zukommen. DeJoy hat der US-Post einen harten Sparkurs verordnet und die Brieflaufzeiten verlängert.

    Trump schürt jetzt Ängste, die Briefwahl könne der Wahlmanipulation Tür und Tor öffnen und deshalb die Legitimität der Wahl gefährden. Dahinter steckt die Furcht des Präsidenten, der Postbote könnte für ihn zum Hiobsboten werden und ihm das Kündigungsschreiben in den Briefkasten des Weißen Hauses werfen.

    Weiter geht es mit der Spur des Geldes, den Gedanken von US-Botschafter John Kornblum über Kamala Harris und einer kuriosen Geschichte über einen blauen Astronauten in Arizona. Nächste Woche wird meine Kollegin Annett Meiritz aus Washington über die „wichtigste US-Wahl aller Zeiten“ berichten. Darunter machen es die Amerikaner bekanntlich nicht.

    „Was bedeutet Harris für Europa?“

    Ehemaliger US-Botschafter in Deutschland. Quelle: Steffen Roth für Handelsblatt
    John Kornblum

    Ehemaliger US-Botschafter in Deutschland.

    (Foto: Steffen Roth für Handelsblatt)

    Es antwortet John Kornblum, ehemaliger US-Botschafter in Deutschland:

    „Die Wahl von Kamala Harris für das Amt der Vizepräsidentin ist vor allem deshalb für die Europäer wichtig, weil sie Biden hilft, am 3. November zu gewinnen. Biden hat sich für eine erfahrene und durchsetzungsstarke Frau entschieden. Damit unterstreicht er die hohe Bedeutung, die weibliche und nicht-weiße Wähler am 3. November haben werden. Biden war selbst acht Jahre Vizepräsident und hat durch seine Freundschaft zu Barack Obama auch Einfluss auf dessen Politik genommen. Harris kann eine ähnliche Rolle spielen. Historisch ist Bidens Entscheidung deshalb, weil mit Harris erstmals eine Frau mit afro-amerikanischen und asiatischen Wurzeln die nächste Präsidentin der USA werden könnte. Entweder, weil Biden selbst das Amt aus gesundheitlichen Gründen nicht ausführen kann oder weil er zu ihren Gunsten auf eine zweite Amtszeit verzichtet.“

    Ein Astronaut lässt Arizona blau werden und Trump rot sehen

    Im politischen Amerika gibt es eine außerirdische Spezies: Die Astronauten-Politiker. Der berühmteste von ihnen war John Glenn, der 1962 als erster Amerikaner im Orbit um die Erde kreiste und ab 1974 für 25 Jahre als demokratischer Senator auf Capitol Hill die Runden machte.

    Jetzt macht sich wieder ein prominenter Raumfahrer auf den Weg nach Washington: Der 56-jährige Demokrat Mark Kelly aus Arizona bewirbt sich für den Senat und liegt in den Umfragen mit zwölf Prozentpunkten vor der republikanischen Amtsinhaberin Martha McSally. Kelly flog zehn Jahre lang im Shuttle-Verkehr zur Internationalen Raumstation ISS.

    Nach einem Attentat auf seine Frau Gabrielle Giffords 2011 setzte er sich für schärfere Waffengesetze ein und ging in die Politik. Sollte der insbesondere bei den weiblichen Wählern beliebte Kelly gewinnen, könnte er den bisherigen „red state“ Arizona ins blaue Lager der Demokraten führen. Das ist in den vergangenen 70 Jahren nur Bill Clinton gelungen, der 1996 den Staat im Südwesten der USA für sich zu entscheiden konnte.

    Im Senat galt Arizona als feste Bank für die Republikaner, so lange der 2018 verstorbene John McCain für die Partei ins Rennen ging. Im November könnte Trumps Partei aber nicht nur eine wichtige Stimme im Senat, sondern auch die Wiederwahl in Arizona verlieren. Biden führt in dem einstmals roten Staat mit gut zwei Prozentpunkten.

    Follow the money

    Kopf an Kopf verläuft das Rennen der beiden Kandidaten um die Wahlkampfspenden. Im Juli hatte Trump wieder leicht die Nase vorn. Seit Anfang 2019 hat sein Wahlkampfteam nach eigenen Angaben mehr als eine Milliarde Dollar Wahlkampfspenden eingesammelt.

    Bei Biden sollen es mehr als 600 Millionen Dollar sein. Der Herausforderer hat trotz des monetären Rückstands große Pläne: Im Herbst will das Team Biden allein 280 Millionen Dollar für Wahlspots im TV und in den digitalen Medien ausgeben.

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    Kommentar – Pompeos Europa-Besuch zeigt, wen die US-Amerikaner als ihre wahren Freunde betrachten

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    What's next?

    • Nachdem Joe Biden sein „Running mate“ gewählt hat, werden sich die Republikaner auf Kamala Harris stürzen und sie attackieren. Trump hat sofort damit begonnen.

    • Am 17. August beginnt dann der virtuelle Parteikongress der Demokraten in Milwaukee im besonders umkämpften US-Bundesstaat Wisconsin. Biden wird am 20. August nicht live, sondern via Video zu den Delegierten sprechen.
    • Eine Woche später am 24. August ziehen die Republikaner mit ihrem ebenfalls weitgehend live gestreamten Parteikongress in Charlotte/North Carolina nach. Präsident Trump wird seine Rede am 27. August möglicherweise in der geschichtsträchtigen Stadt Gettysburg halten, wo 1863 eine der blutigsten Schlachten des amerikanischen Bürgerkriegs geschlagen wurde.

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    Harris ist die erste schwarze Frau überhaupt, die für das Amt der Vizepräsidentin kandidiert. Quelle: Reuters
    Kamala Harris

    Harris ist die erste schwarze Frau überhaupt, die für das Amt der Vizepräsidentin kandidiert.

    (Foto: Reuters)

    Kamala Harris, Tochter eines jamaikanischen Vaters und einer indischen Mutter, soll für Joe Biden vor allem die nicht-weißen Wähler gewinnen. Sie ist die erste schwarze Frau überhaupt, die für das Amt der Vizepräsidentin kandidiert.

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