Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

US-Wahl Briefing Trumps misslungener Coup: Biden steht vor einer Herkulesaufgabe

Der Schock über den Sturm auf den US-Kongress ist groß, die Lage politisch unübersichtlich. Für Trump könnte die anarchische Nacht von Washington ein juristisches Nachspiel haben.
07.01.2021 - 12:37 Uhr 3 Kommentare
Unterstützer von Donald Trump haben am Mittwoch das Capitol in Washington gestürmt. Quelle: via REUTERS
Sturm auf das Capitol

Unterstützer von Donald Trump haben am Mittwoch das Capitol in Washington gestürmt.

(Foto: via REUTERS)

Bei seiner ersten Rede als US-Präsident nach der Vereidigung im Januar 2017 versprach Donald Trump, Amerikas „Carnage“ zu beenden. Vier Jahre später verabschiedet sich Trump zum Ende seiner chaotischen Amtszeit zwar nicht mit einem „Gemetzel“, aber doch als geistiger Brandstifter eines Aufstands von ihm verblendeter Wutbürger.

Quelle: AFP
Zustände im Capitol
(Foto: AFP)

Man muss weit zurückgehen in der amerikanischen Geschichte, um ähnliche Bilder zu finden wie die vom Sturm auf den Kongress letzte Nacht. Historiker vergleichen die gewalttätigen Proteste gegen das Herz der Demokratie Amerikas mit dem Niederbrennen des Kapitols durch englische Truppen 1814.

Trump selbst trägt die Verantwortung für den Angriff auf die amerikanische Demokratie. Hatte er doch kurz vor den Ausschreitungen seine Anhänger bei einer Protestkundgebung gegen die verlorene Wahl vom 3. November dazu aufgerufen, zum Kapitol zu marschieren und „Stärke“ zu zeigen.

Schon in den Wochen zuvor hatte er seine Anhänger immer wieder mit Falschinformationen und Verschwörungstheorien über das angebliche gefälschte Wahlergebnis angestachelt und behauptet, der Sieg sei ihm gestohlen worden.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Noch ist der Schock über die Ereignisse in Washington zu groß, die Lage zu unübersichtlich, um alle politischen Folgen abschätzen zu können. Sicher ist, dass Trumps Coup ins Leere laufen und Joe Biden am 20. Januar zum nächsten US-Präsidenten gewählt werden wird.

    Der US-Kongress hat seine Arbeit wieder aufgenommen, die Einsprüche einiger Republikaner gegen die Wahlergebnisse aus den umkämpften US-Bundesstaaten abgelehnt und den Wahlsieg Joe Bidens bestätigt. Und zwar deutlicher als gestern noch absehbar war.

    Einige republikanische Senatoren haben nach dem Schock der Nacht ihre Petitionen zurückgezogen. Trump hat in den eigenen Reihen weitere Anhänger verloren, selbst Wendehälse wie Senator Lindsey Graham aus South Carolina sagen jetzt: Genug ist genug.

    Ob die anarchische Nacht von Washington noch ein juristisches Nachspiel für Trump haben wird, ist nicht ausgemacht. Demokraten vom linken Flügel fordern bereits ein neues Amtsenthebungsverfahren gegen den Noch-Präsidenten.

    Dass es in den noch verbleibenden 14 Tagen seiner Amtszeit dazu kommt, ist jedoch unwahrscheinlich. Einige Republikaner aus Trumps eigenem Kabinett erwägen offenbar, den außer Kontrolle geratenen Präsidenten nach dem 25. Zusatzartikel der US-Verfassung wegen Unfähigkeit im Amt abzusetzen.

    Diese Forderung hat sogar der amerikanische Industrieverband National Association of Manufacturers (NAM) erhoben. Nachdem viele Wirtschaftsvertreter vier Jahre lang den Kopf eingezogen und sich mit Trump arrangiert haben, erheben sie jetzt endlich die Stimme. Wohl auch, weil sie gemerkt haben, dass es ohne Demokratie und Rechtsstaat keine freie und florierende Wirtschaft geben kann.

    Trump hat inzwischen offenbar kalte Füße bekommen und fürchtet nun einen Aufstand aus den eigenen Reihen. Sein Pressesprecher Dan Scavino twitterte heute Morgen eine Erklärung des Präsidenten, in der Trump eine friedliche Amtsübergabe an Joe Biden am 20. Januar zusichert.

    Angesichts der Tumulte in Washington ist die politisch wichtigste Nachricht der letzten Stunden fast untergegangen: Die demokratischen Kandidaten Raphael Warnock (im Bild links) und Jon Ossoff (im Bild rechts) haben ihre Stichwahlen zum Senat im US-Bundestaat Georgia gewonnen. Die Demokraten verfügen damit in beiden Kammern des Kongresses über eine Mehrheit.

    Dank des Doppelsieges kann der künftige US-Präsident nun durchregieren. Quelle: Reuters
    Raphael Warnock (links) und Jon Ossoff

    Dank des Doppelsieges kann der künftige US-Präsident nun durchregieren.

    (Foto: Reuters)

    Dieser unerwartete Sieg im traditionell republikanischen Südstaat Georgia macht Joe Biden die Arbeit zunächst leichter. Kann er doch jetzt seine Wunschkandidaten für sein Kabinett einfacher durch den Kongress bestätigen lassen.

    Auch die von Biden geforderten großzügigen Konjunkturhilfen, die von ihm geplanten Steuererhöhungen und seinen „Green Deal“ kann der neue Präsident nach seiner Vereidigung am 20. Januar auf den Weg bringen. Der Sturm auf das Kapitol trübt jedoch die Freude des Demokraten.

    Seine Hauptaufgabe, das tief gespaltene Land nach dem Trump-Trauma wieder zusammenzuführen, dürfte nun noch schwieriger werden.

    Latest news:

    Mehr: Was als Protest gegen die Wahlen begann, ist zum Sturm auf den US-Kongress eskaliert.

    Startseite
    Mehr zu: US-Wahl Briefing - Trumps misslungener Coup: Biden steht vor einer Herkulesaufgabe
    3 Kommentare zu "US-Wahl Briefing: Trumps misslungener Coup: Biden steht vor einer Herkulesaufgabe"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Danke an die Redaktion des Handelsblatt fürs moderierende Eingreifen, trotz meines emotionalen Posts. Tatsächlich fallen derartige populistische Kommentare hier in letzter Zeit leider häufiger auf.

    • Was geben sie hier für eine gequirlte Scheiße von sich, Ole Gallardo? Ist ihnen noch nicht aufgefallen, dass Tichy mittlerweile hier entlassen wurde? Unerträglich wie lautstarke Populisten wie sie immer wieder die Kommentarspalten im Handelsblatt zuspammen. Sämtliche Gerichtsverfahren, die von Trump und seinen Steigbühelhaltern angestrengt wurden, wurden abgewiesen, selbst vor dem Supreme Court, der von ihm mit einer Mehrheit konservativer Richter besetzt wurde. Sie sollten sich dringend professionelle Hilfe suchen.

    • (...) Beitrag von der Redaktion gelöscht. Unterstellungen oder Verdächtigungen ohne Bezug oder glaubwürdige Argument, die durch keine Quelle gestützt werden, sind nicht erwünscht.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%