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US-Wahlkampf 2020 „Keep America Great“ – Trump setzt beim Wahlkampfauftakt auf altbewährte Rezepte

Donald Trump bewirbt sich um eine zweite Amtszeit. Bei seinem ersten Wahlkampfauftritt geht es darum, seine Kernklientel zu begeistern.
Update: 19.06.2019 - 07:28 Uhr Kommentieren
Trumps neues Wahlkampfmotto macht deutlich: Es geht nun ums Bewahren. Quelle: Reuters
„Keep America Great“

Trumps neues Wahlkampfmotto macht deutlich: Es geht nun ums Bewahren.

(Foto: Reuters)

San Francisco Das Amway Center in Orlando ist eine der größten Arenen, in denen Donald Trump bislang gesprochen hat. Hier, im US-Bundestaat Florida, hat der US-Präsident am Dienstag offiziell seinen Wahlkampf für eine zweite Amtszeit als Präsident der USA eingeläutet.

Gemeinsam mit seinen Anhängern werde er „Amerika weiterhin großartig machen“ und dann dafür sorgen, dass es auch „wirklich großartig bleibt“, sagte Trump vor knapp 20.000 jubelnden Menschen. Und: „Wir werden nicht verlieren.“

Trumps erster Auftritt im zweiten Wahlkampf macht deutlich: Der Republikaner kann längst die Massen bewegen. Rund 120.000 Anfragen für ein kostenloses Ticket seines Orlando-Auftritts seien eingegangen, sagte der US-Präsident zu seinen Fans.

Der Eindruck, den sein Auftritt vermittelte: Aus dem ruppig krakeelenden Kandidaten von 2016 ist mittlerweile ein ruppig krakeelender Präsident geworden – mit inzwischen fast drei Jahren Erfahrung im Amt.

Dabei setzt Trump bei seiner Wahlkampf-Rhetorik auf bewährte Rezepte: Mit scharf vorgetragenen Angriffen gegen die Medien, gegen demokratische Kandidaten und Ex-Kandidaten sowie mit Einwürfen wie „Hillarys E-Mails“ und „Hexenjagd“ in Bezug auf die Russland-Ermittlungen bringt er den Saal auf Temperatur.

Trump verspricht nichts Neues

Dann spricht er über das, was er als seine politischen Erfolge erachtet – von der Neuverhandlung des Nafta-Handelsvertrags, über die US-Gesundheitsreform und den Handelskonflikt mit China bis zum Rückgang der Arbeitslosenzahlen in den USA.

Vor allem am Thema Arbeitsmarkt kommen Trumps Gegner kaum vorbei: Die Arbeitslosenrate ist unter Trumps Ägide auf einem Tiefpunkt angelangt, die US-Wirtschaft boomt. So ändert er dann auch sein Wahlkampfmotto von „Make America Great Again“ zu „Keep America Great“ – in der zweiten Amtszeit soll es eben auch darum gehen, das Erreichte zu bewahren.

Das, was Trump in seiner Rede verspricht, ist nicht neu: Kampf gegen illegale Einwanderung, das Versprechen von Millionen von Rückführungen illegaler Einreisender, eine große, noch schönere Mauer, weitere Handelskonfrontationen mit China.

Trump macht klar, dass er hier ist, um seine Kernwählerschaft zufriedenzustellen – nicht, um etwa Konflikte zwischen der republikanischen und der demokratischen Wählerschaft abzumildern. Stattdessen polarisiert Trump wie so oft: Die Demokraten seien vom Hass zerfressen und vorurteilsbeladen, stichelt er.

Die Reaktion aus dem demokratischen Lager ließ nicht lange auf sich warten: US-Präsidentschaftsbewerber Bernie Sanders hat Trumps Wahlkampfauftritt als „eine anderthalb Stunden lange Ansprache voller Lügen und Verzerrungen“ bezeichnet, bei der der US-Präsident „totalen, absoluten Unsinn“ geredet habe. Der Präsident sei „ein Mann, der mit den Nöten einfacher Menschen fremdelt“ , ein Mann, der bezwungen werden müsse, so Sanders in einer live gestreamten Reaktion.

Demokraten liegen in der Wählergunst

Für Trump wird es nun darum gehen, sich gegen den Gewinner oder die Gewinnerin aus den demokratischen Vorwahlkämpfen durchzusetzen. Die Demokraten treten in dem aktuellen Wahlkampf mit über 20 Kandidaten an, darunter der frühere Vize-Präsident Joe Biden, von Trump mit dem Schmähnamen „Sleepy Joe“ belegt.

Biden und andere Top-Kandidaten der Demokraten liegen in den jüngsten Umfragen immer vor Trump in der Wählergunst, wenn gefragt wird, wer von zwei Kandidaten gewinnen sollte. Das ist ein Problem für den Präsidenten, der zugleich mit konstant schlechten Zustimmungsraten für seine Politik leben muss. Sein Rezept dagegen ist einfach: „Egal, für welchen demokratischen Kandidaten man stimmt, man stimmt für radikalen Sozialismus und das Ende des amerikanischen Traums“, so Trump. Das kommt gut an bei seinen Fans an diesem Dienstag.

Dass Trump seinen Wahlkampfauftakt in Florida bestreitet, ist indes kein Zufall. Der Sonnenstaat im Süden ist mit 29 Wahlmännern gemeinsam mit New York der drittgewichtigste Bundesstaat im US-Wahlsystem nach Texas und Kalifornien – und mit Abstand der größte „Swing State“. Darunter versteht man jene US-Staaten, bei denen man mit einem gezielten Wahlkampf noch Mehrheiten verändern kann.

In Kalifornien zum Beispiel geht das nicht: Dort gehen Trumps Chancen, das Land jemals für die Republikaner zu gewinnen, gegen Null. Da würde ein Auftritt Trump wenig nützen. Aber ein kraftvoller Auftakt in Florida kann die nötige PR-Wirkung entfalten. Für Trump war das offenbar kraftvoll genug.

Mehr: Donald Trump attackiert die Zeitung wegen eines Berichts über US-Cyberangriffe. Der Präsident wirft der „New York Times“ einen „virtuellen Akt des Hochverrats“ vor.

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