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US-Wahlkampf Romney lässt Obamas Heuschrecken-Vorwurf abperlen

Der Kandidat der Republikaner bleibt farblos, aber noch hat Amtsinhaber Barack Obama das Rennen um die US-Präsidentschaft noch lange nicht gewonnen. Daher greift er zu härteren Angriffen auf den Herausforderer Romney.
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US-Präsident Barack Obama im Wahlkampf. Quelle: AFP

US-Präsident Barack Obama im Wahlkampf.

(Foto: AFP)

WashingtonAls am Anfang des Jahres die parteinternen Gegenkandidaten den Republikaner Mitt Romney als geldgierigen Investor brandmarkten, hatten sie damit beim Wähler wenig Erfolg. Präsident Barack Obama macht nun die gleiche Erfahrung: Sein jüngster Wahlkampfspot, der Romneys Vergangenheit als Geschäftsmann ins Visier nimmt, funktioniert nicht. Mehr noch: Obama, der am 6. November als US-Präsident wiedergewählt werden möchte, verliert gegenüber dem Republikaner kontinuierlich an Boden.

Landesweit liefern sich Obama und Romney inzwischen ein Kopf-an-Kopf-Rennen. In Florida, einem der entscheidenden Swingstates, auf den es bei der Wahl im Herbst ankommen könnte, liegt Romney nach einer Umfrage der Quinnipiac Universität inzwischen sogar mit sechs Punkten vor Obama. Bei den Wahlen 2008 siegte Obama dort noch – und legte damit den Grundstein zu seinem Erfolg. Doch mit einer im landesweiten Vergleich überdurchschnittlichen Arbeitslosenrate von neun Prozent und anhaltenden Turbulenzen auf dem Immobilienmarkt sinkt der Glaube der Menschen in Florida, dass Obama die ökonomische Wende bald gelingen wird.

Was Obama und Romney unterscheidet
US first family attends Easter services at a church
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Zur Person: Barack Obama

geb. 1961 auf Hawaii

1988 Sozialarbeiter in Chicago

1991 Jura-Examen in Harvard

1992 Verheiratet mit Michelle Obama

ab 1992 Bürgerrechtsanwalt und Uni-Dozent

1996 Wahl in den Senat in Illinois

2004 Wahl in den US-Senat für Illinois

seit 2009 US-Präsident

(Foto: dpa)
Republican presidential candidate and former Massachusetts Governor Mitt Romney talks to reporters after a brief meeting with a group of veterans in Concord
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Zur Person: Mitt Romney

geb. 1947 in Detroit

1967 mormonischer Missionar in Frankreich

1969 Verheiratet mit Ann Romney

1975 Abschlüsse in Wirtschaft und Jura in Harvard

ab 1975 Unternehmensberater

1984 Gründung einer eigenen Investmentfirma

2002 Vorsitzender Olympia-Organisationskomitee in Salt Lake City

2003-2007 Gouverneur von Massachusetts

2008 Erfolglose erste Bewerbung um Präsidentschaftskandidatur

(Foto: Reuters)
New York City Goes To The Polls In Midterm Election
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Umfragewerte (Stand 30.4., Quelle: Realclearpolitics.com)


Obama: 47,4 Prozent

Romney: 44,1 Prozent

(Foto: AFP)
Chicago Federal Reserve Hosts Educational "Money Museum"
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Wahlkampfspenden (Stand 30.4., Quelle: New York Times)


Obama: 197 Millionen Dollar

Romney: 87 Millionen Dollar

(Foto: AFP)
General Motors Posts Highest-Ever Profit In 2011
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Wirtschaftspolitik

Obama musste die Konjunktur nach der größten Wirtschaftskrise seit dem Zweiten Weltkrieg auf Trab bringen. Er setzte auf zusätzliche Staatsausgaben von Hunderten Milliarden Dollar, die in Infrastruktur, Abwrackprämien und Steuergutschriften gesteckt wurden. Die Regierung meint, damit Millionen Arbeitsplätze gesichert beziehungsweise geschaffen zu haben und hält neue Ausgabeprogramme für sinnvoll. Er will zugleich den Staatsschulden mit Einsparungen an anderer Stelle begegnen, auch bei Sozialausgaben, setzt aber auch auf Steuererhöhungen für Reiche.

Romney bezeichnet Obamas Wirtschaftspolitik als gescheitert. Weitere Konjunkturmaßnahmen lehnt er ab. Stattdessen will er sich für einen massiven Defizitabbau und die Stärkung freier Marktkräfte einsetzen. Vor allem sollen Regulierungen abgebaut werden, etwa in der Umweltpolitik. Jegliche Steuererhöhungen lehnt er ab.

(Foto: AFP)
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Außenpolitik

Die Außenpolitik von Obama ist von Multilateralismus geprägt - er setzt auf Diplomatie und bei Konflikten auf internationale Zusammenarbeit. Das vor seiner Amtszeit eingeleitete Ende des Krieges im Irak hat er forciert, zudem setzt er sich für einen zügigen, verantwortungsvollen Abzug aus Afghanistan ein. Er fährt eine harte Linie gegen feindlich gesinnte Staaten wie den Iran, ohne auf Kriegseinsätze zu dringen. Im Kampf gegen Terroristen geht er dagegen mit beispielloser Härte vor.

Romney kritisiert den Präsidenten für seine „zu weiche“ Außenpolitik. Obama „entschuldige“ sich zu häufig für die USA und habe international ohne Not die Führungsrolle abgegeben. Er selbst verfolge für Amerika eine Strategie der Stärke - Truppenabzüge dürften nicht überstürzt werden. Einen baldigen Militärschlag gegen den Iran lehnt er ausdrücklich nicht ab. Kritisch äußerte er sich über eine Entspannungspolitik zu Ländern wie Russland oder Kuba.

(Foto: Reuters)
Protester march in Pittsburgh
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Soziales


Obama steht für die größte Gesundheitsreform in der Geschichte der USA, die Millionen bislang unversicherten Amerikanern einen Schutz bieten soll. Das Gesetzeswerk wird derzeit vom Verfassungsgericht geprüft und könnte bereits im Juni widerrufen werden. Außerdem ist er gegen den Abbau von Hilfen etwa für Arbeitslose oder Rentner, lehnt aber Einsparungen bei den Sozialkosten nicht grundsätzlich ab.

Die von den Republikanern scharf abgelehnte Gesundheitsreform ist für Romney eine delikate Angelegenheit: Obama hat sie laut Experten in großen Teilen von einem Gesetz übernommen, das Romney als Gouverneur von Massachusetts eingeführt hatte. Nun aber will er das Werk als Präsident sofort abschaffen. Auch andere Sozialprogramme müssen seiner Ansicht nach wesentlich gekürzt werden.

(Foto: Reuters)

„Der Präsident hat keinen blassen Schimmer davon, wie man eine Wirtschaft wieder in Gang bringt“, sagte Romney jetzt in einem Interview mit der Zeitschrift „Time“ – und nutzt die offene Flanke, die die flauen Konjunkturdaten bieten, weidlich aus. Romney möchte die Abstimmung im November alleine zu einem Referendum über Obamas ökonomische Bilanz machen. Obama hingegen arbeitet sich an Romneys Reichtum und dessen Geschäftspraktiken ab.

Als Gründer und Chef der Investmentfirma Bain Capital hatte sich Romney mit geliehenem Kapital bei zahlreiche Unternehmen mit dem Ziel eingekauft, diese mit Profit später wieder zu verkaufen. Dabei haben tausende Menschen ihre Jobs verloren, allerdings gelang in vielen Fällen durch die Sanierung auch der „Turnaround“ von in Not geratenen Firmen.

 Doch die Angriffe auf den Geschäftsmann Romney stoßen nicht nur bei den Konservativen im Land auf Kritik. Auch prominente Demokraten wie der Ex-Gouverneur von Pennsylvania, Ed Rendell, und der Bürgermeister von Newark, Cory Booker, fühlen sich bei den Spots der Obama-Kampagne unwohl. „Mir gefällt der ganze Ton der Angriffe nicht“, sagte Rendell. Booker bezeichnete die Attacken gar als „ekelerregend“ – und das ausgerechnet in einer der prominentesten Talkshows des Landes, „Meet The Press“.

Zu tun hat die Kritik aus den eigenen Reihen zum einen damit, dass Mäkeleien am Erfolg anderer in den USA grundsätzlich nicht gut ankommen. Zum anderen aber hatte die Wall Street die Demokraten über viele Jahre hinweg regelmäßig mit Spendengelden versorgt. Die Kampagne gegen Romney, der als rücksichtslose „Heuschrecke“ portraitiert wird, nehmen viele Banker Obama deshalb auch ganz persönlich übel. Nach Recherchen des „Centers for Responsive Politics“ hat sich der Spendenfluß aus dieser Branche bereits sichtlich zu Gunsten der Republikaner verlagert. 57 Prozent aller Spenden gingen an die Konservativen – so viel wie zu diesem Zeitpunkt seit Jahren nicht mehr.

 

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5 Kommentare zu "US-Wahlkampf: Romney lässt Obamas Heuschrecken-Vorwurf abperlen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Die Finanzkrise fing 9/11 an: fast wie gerufen für die G.W.Bush Administration.
    +++ Beitrag von der Redaktion editiert +++

  • Mick ist ja auch keine Heuschrecke: ein weiter schwerreicher US-Millionör, der US-amerikanischen Slums Mores zu lehren wünscht:
    Lets pray 4 freedom and other niggers.
    Romney kann das.

  • Als Obama die Macht übernahm fing unmittelbar danach die Finanzkrise an.
    Das Land wurde durch eine katastrophale Wirtschaftspolitik (8 Jahre Bush)der Republikaner zugrunde gerichtet.
    Amerikaner ich würde mich schämen, wenn auch nur ein einziger Deutscher sich seine Krankenversicherung nicht leisten könnte. 46 Mio (15 %) Amerikaner haben keine Krankenversicherung. Obama war der einzige der sich dieses Problems annahm. 40% der weltweiten Rüstungsausgaben (550 Mrd. Dollar) gehen auf das Konto der USA. Obama hat die Militärausgaben um 20% gesenkt.

  • 1. Obama is president and few American presidents have ever lost re-election. 2. Obama will get the urban vote in the 2 largest states, California and New York. 3. Obama will get the young vote, and 3, Obama will get the black and immigrant vote. That should leave Romney in the dust somewhere.

  • Romney würde die Konsolidierung der Staatsfinanzen und die neue Friedferigkeit der USA nach innen und außen stören. Das wünsche ich den Amerikanern nicht.

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