US-Wahlkampf Romney wird die Steuer-Debatte nicht los

Mitt Romney und die Steuern: Es ist kein gutes Kapitel in seinem Wahlkampf. Die Diskussion überlagert andere wirtschaftspolitische Themen. Auch das Dressurpferd seiner Frau ist Teil des Steuer-Streits.
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Wegen der Steuer-Debatte kann Mitt Romney bei Wirtschaftsthemen weniger punkten als erwartet. Quelle: Reuters

Wegen der Steuer-Debatte kann Mitt Romney bei Wirtschaftsthemen weniger punkten als erwartet.

(Foto: Reuters)

New YorkVielleicht ist es nur ein Bluff. Aber er funktioniert! Es ist eine gute Woche her, als der Demokratische Senator Harry Reid in einem Interview offenbarte: Er habe aus einer "extrem glaubwürdigen Quelle" erfahren, dass Mitt Romney zehn Jahre lang gar keine Steuern gezahlt habe.

Die Nachricht sorgte für ein Beben im politischen Washington. Und es ist genau das, was der Verbündete von US-Präsident Barack Obama damit erreichen wollte: Reid hat es so geschafft, die skurrile Diskussion um Romneys Steuerunterlagen in den Mittelpunkt zu rücken. Selbst an Tagen, an denen ein Anstieg der Arbeitslosenquote gemeldet wird, kann der republikanische Präsidentschaftskandidat nicht mit seiner Wirtschaftskompetenz glänzen. Denn alle reden nur über eines: Das Geheimnis um seine Steuerunterlagen.

Seit Wochen kann der ehemalige Chef der Private-Equity-Firma Bain Capital die unangenehme Diskussion um sein Vermögen nicht abschütteln. Selbst die eigene Partei hat erkannt, dass Romneys Geheimniskrämerei gefährlich ist und wichtige Wählerstimmen zu kosten droht. Mehrere Unterstützer haben ihn deshalb bereits öffentlich aufgefordert, weitere Steuererklärungen zu veröffentlichen.

Romney spielt ein riskantes Spiel. Eigentlich wollte er ganz mit der US-Wahlkampftradition brechen und gar keine Steuerunterlagen veröffentlichen. Dabei war es ausgerechnet sein Vater George, der 1967 in seinem glücklosen Rennen ums Weiße Haus als Vorbild vorangegangen war. Die Unterlagen aus zwölf Steuerjahren präsentierte Romney senior damals der Öffentlichkeit - mit dem Argument: Wer nur die Unterlagen aus einem Jahr veröffentliche, könne viel einfacher tricksen.

Der erfolgsverwöhnte Mitt gab schließlich nach: Zähneknirschend legte er die Unterlagen für das Jahr 2010 vor und eine Schätzung für 2011. Der Inhalt war ein gefundenes Fressen für Obamas Team: 2010 hatte Romney noch drei Millionen Dollar auf einem Schweizer Bankkonto, das ein Jahr später jedoch aufgelöst wurde. Andere Teile seines auf rund 250 Millionen Dollar geschätzten Vermögens liegen in Steuerparadiesen wie den Bermudas und den Cayman Islands. Der Steuersatz betrug 2010 13,9 Prozent und damit deutlich weniger als die 35 Prozent, die viele andere Amerikaner zahlen müssen.

"Wie kann Romney das Thema wechseln?", wurde sogar in der Frühsendung des Fernsehsenders MSNBC diskutiert. Wie es scheint, derzeit nicht mit positiven Schlagzeilen. Bei einer Wahlkampfveranstaltung sprach der designierte Präsidentschaftskandidat der US-Republikaner unter Bezug auf den tödlichen Amoklauf an einem Sikh-Tempel von einem "Scheich-Tempel" und den "Scheich-Leuten" (englisch: sheik). Er sagte, er komme gerade aus Illinois, wo er an einer Schweigeminute zu Ehren der Menschen teilgenommen habe, die ihr Leben "an diesem Scheich-Tempel" verloren haben.

Er habe darauf hingewiesen, dass das Verbrechen aus vielen Gründen eine Tragödie sei, unter anderem deswegen, weil diese Menschen, "die Scheich-Menschen", zu den friedlichsten und liebenswürdigsten Personen zählten, die man sich vorstellen könne. Bei der Veranstaltung in Illinois hatte Romney den Namen der Sikh-Religion noch korrekt ausgesprochen.

Sein Sprecher Rick Gorka erklärte, der Kandidat habe "ähnlich klingende Wörter falsch ausgesprochen". Es liege ihm fern, gläubige Sikhs zu beleidigen.

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6 Kommentare zu "US-Wahlkampf: Romney wird die Steuer-Debatte nicht los"

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  • @Osterwelle: Danke, dem ist nichts hinzuzufügen.

  • @Hotsix. Ich glaube Sie irren sich. Es wird nicht falsch verstanden, was von vielen hier (zu dennen Sie sich offenbar auch zählen) in den Kommentaren zu Thema USA hergebrochen wird. Das Elementare dass von solchen Typen gehaßt wird sind die USA, bzw. auch Republikaner und ihr Kandidat. Dass sie diese, bzw. diesen, als Lügner, Betrüger und Mörder bezeichnen, dokumentiert meine Behauptung in allerbester Weise. Warum sie das Tun ist allzu durchschaubar, denn sie werden wohl ihre politische Grundeinstellung haben. Und in dieser steht an erster Stelle Schwarz auf Weiß geschrieben: USA hassen!! Denn, wenn es anders wäre, wie Sie behaupten, dann müßten Ihre Meinungen bei der Kritik der Mörder dieser Welt an erster Stelle sichtbar sein. Sie sind es jedoch nicht. Vielfach nehmen Sie sie sogar in Schutz nur um die USA wieder beschimpfen und kritisieren zu können. Aber selbst wenn die Amerikahasser von Wut platzen sollten, USA bleiben (trotz aller ihrer Fehler) für die freiheitliebenden Menschen ein Symbol, denn sie trotz aller ihrer Wutausbrüche nicht kleiner machen können. Einen schönen Tag !

  • Jaja, schöne Verschwörungstheorien die sie hier absondern. Schreiben sie doch einfach das es die Weisen von Zion sind die den amerikanischen Präsidenten einsetzen.
    Kann gar nicht so viel essen wie ich Kotzen will, wenn ich so nen Schwachsinn lese.

  • Da haben sie was falscher verstanden, wir hassen nur die Lügner, Betrüger und Mörder - egal aus welchem Land die kommen. Leider gibt es davon auch welche in den USA.

    Was Romney angeht - er ist schon durch die Welt gereist und hatte mit allen wichtigen Staatsoberhäuptern gesprochen - meinen Sie das hätte er getan, wenn nicht schon feststeht, dass er der nächste Präsident wird?

    Immer wenn ein Präsidentschaftskandidat das in den letzten Jahrzehnten gemacht hat, wurde er der nächste Präsident.

    Zufälle gibt's ^^

  • Na was wäre die Welt/Deutschland ohne so tolle, kluge und perfekte Mitmenschen wie Sie. Letztens noch gelesen wie viele Weltkonzne in den USA in den letzten 30 Jahrn gegründet worden sind. Was haben Sie da zu bieten als Deutscher? Also außer Ihrem Amerika-Hass bzw Ihrer Überheblichkeit?

  • Scheich-Menschen ... Was kann man von College-Alumni in den USA eigentlich noch erwarten? Offensichtlich nicht viel! In puncto Allgemeinbildung stecken unsere Freunde anscheinend schon länger in der Rezession.

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