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US-Wahlkampf Streit um Trumps angebliche Äußerungen über gefallene US-Soldaten

Der US-Präsident soll einem Medienbericht zufolge gefallene US-Soldaten als „Verlierer“ bezeichnet haben. Donald Trump weißt das zurück. Joe Biden übt scharfe Kritik.
05.09.2020 - 00:44 Uhr Kommentieren
Der US-Präsident weist Vorwürfe über eine angebliche Verspottung von gefallenen US-Soldaten von sich. Quelle: AP
Donald Trump

Der US-Präsident weist Vorwürfe über eine angebliche Verspottung von gefallenen US-Soldaten von sich.

(Foto: AP)

Washington US-Präsident Donald Trump hat einen Medienbericht zurückgewiesen, wonach er gefallene US-Soldaten als „Verlierer“ bezeichnet haben soll. „Das ist eine Fake-Story von einem Magazin, dass wahrscheinlich nicht mehr lange da sein wird“, sagte Trump am Freitag im Weißen Haus. Zuvor hatte er bereits getwittert: „Ich habe unsere großartigen gefallenen Soldaten nie etwas anderes als Helden genannt.“ Den Bericht in der Zeitschrift „The Atlantic“ nannte Trump „einen schändlichen Versuch, die Wahl 2020 zu beeinflussen„.

In dem Bericht hieß es unter Berufung auf vier nicht näher genannte Quellen, Trump habe anlässlich eines geplanten Besuchs eines amerikanischen Soldatenfriedhofs 2018 gesagt: „Warum sollte ich auf diesen Friedhof gehen? Er ist voller Verlierer.“

Konkret hatte „The Atlantic“ zudem geschrieben, Trump hätte die Kriegstoten auf dem US-amerikanischen Friedhof Aisne-Marne als „Trottel“ („sucker“) bezeichnet. Aus Kreisen des Verteidigungsministeriums wurde das der Nachrichtenagentur AP bestätigt.

Trump wies auch zurück, dass er den verstorbenen Senator und Veteranen John McCain als „Verlierer“ bezeichnet und sich gegen die Trauerbeflaggung nach dessen Tod gewehrt haben soll. Trump schrieb auf Twitter über seinen früheren innerparteilichen Rivalen: „Ich war nie ein großer Fan von John McCain.“ Er habe aber „ohne zu zögern“ Trauerbeflaggung angeordnet und ein Flugzeug nach Arizona geschickt, um den Sarg mit der Leiche McCains nach Washington zu bringen.

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    Auf dem Rückweg von einer Wahlkampfveranstaltung in Pennsylvania nach Washington am Donnerstagabend (Ortszeit) äußerte sich Trump bereits empört über den Bericht von „Atlantic“-Chefredakteur Jeffrey Goldberg. „Es ist eine Schande, dass eine Zeitschrift in der Lage ist, so etwas zu schreiben“, sagte er. Sollten die in dem Bericht angeführten anonymen Quellen tatsächlich existieren, handele es sich bei ihnen um „Gesindel“ und um „Lügner“.

    US-Außenminister Mike Pompeo sprang Trump nach dem Vorwurf zur Seite. Am Freitag sagte er in der Sendung „Fox & Friends“, 2018 beim Besuch in Frankreich habe er viel Zeit mit dem Präsidenten verbracht. „Ich habe ihn die Worte nie sagen hören, die in dem Artikel beschrieben werden.“ Der Stabschef des Weißen Hauses sah in der Angelegenheit ein Wahlkampfmanöver: Es sei traurig zu sehen, wie weit die Leute gehen würden, um jemanden schlecht zu reden, sagte Mark Meadows.

    Biden: „Trump ist nicht geeignet, Oberbefehlshaber der US-Streitkräfte zu sein“

    Trumps Herausforderer Joe Biden ätzte sogleich auf Twitter: „Herr Präsident: wenn Sie unsere Truppen nicht respektieren, dann können Sie sie auch nicht führen.“ Bei einer Pressekonferenz im US-Bundesstaat Delaware fügte er hinzu, die Anschuldigungen seien „abscheulich“. Sollten sich diese bewahrheiten, sei einmal mehr klar, dass Trump absolut nicht geeignet sei, Präsident und Oberbefehlshaber der US-Streitkräfte zu sein. „Es ist krank. Es ist bedauernswert. Es ist so unamerikanisch, es ist so unpatriotisch“, sagte Biden.

    Der Präsident solle sich bei Eltern entschuldigen, die Kinder im Militärdienst verloren hätten und ebenso bei Familien mit Militärangehörigen. „Was zum Teufel denkt er, wer er ist?“ Biden tritt bei der Wahl am 3. November gegen den Republikaner Trump an.

    Trump war im November 2018 zum Gedenken an das Ende des Ersten Weltkriegs nach Frankreich gereist. Dabei hatte er den Besuch eines US-Soldatenfriedhofs abgesagt. Trump zufolge lag das am schlechten Wetter. Statt mit dem Hubschrauber hätte Trump damals mit dem Auto dorthin fahren müssen. Trump sagte nun, der Secret Service – der für den Schutz des US-Präsidenten zuständig ist – habe das damals aus Sicherheitsgründen abgelehnt. Eine entsprechende E-Mail zeigte die Sprecherin des Weißen Hauses, Kayleigh McEnany, am Freitag vor Journalisten und verwies auf mehrere Personen, die diese Version bezeugten. Das Magazin sei nicht an der Wahrheit, sondern nur an Propaganda interessiert, sagte McEnany.

    „The Atlantic“ schrieb dagegen, Trump habe den Besuch damals abgesagt, weil er Angst um seine Frisur gehabt habe und weil er nicht daran glaube, dass es wichtig sei, amerikanische Gefallene zu ehren. Am Tag nach der Absage hatte Trump allerdings einen anderen, näher gelegenen amerikanischen Soldatenfriedhof besucht – ebenfalls bei schlechtem Wetter. In dem heftigen Regen waren damals sowohl Trump als auch seine Haare nass geworden.

    Die Anschuldigung, gefallene Soldaten nicht zu ehren, ist für einen prominenten US-Politiker ein schwerer Vorwurf – und erst recht für den Präsidenten, der auch der Oberbefehlshaber der Streitkräfte ist. Das Militär genießt in den USA einen sehr hohen Stellenwert. Unter Angehörigen der Streitkräfte war das Ansehen Trumps zuletzt gesunken, wie eine Umfrage der „Military Times“ ergab. Demnach wollten 41,3 Prozent der Befragten für Biden stimmen, 37,4 Prozent für Trump.

    Mehr: Der Vorschlag des US-Präsidenten nach der Briefwahl im Wahllokal ein zweites Mal abzustimmen sorgt für Empörung. Später will er das anders gemeint haben.

    • dpa
    • ap
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