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US-Wahlkampf Umfrage-König Joe Biden gerät bei TV-Debatte ins Kreuzfeuer

Der Wahlkampf der US-Demokraten wird härter. Ex-Vizepräsident Joe Biden muss sich zunehmend für seine politische Vergangenheit rechtfertigen.
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Zu Beginn der Debatte bat Biden Harris, „nicht so hart“ mit ihm zu sein. Sie ignorierte die Bitte. Quelle: AFP
Joe Biden zwischen Kamala Harris (r.) und Cory Booker (l.)

Zu Beginn der Debatte bat Biden Harris, „nicht so hart“ mit ihm zu sein. Sie ignorierte die Bitte.

(Foto: AFP)

Washington Der US-Präsident sitzt am Abend der großen Demokraten-Show im Weißen Haus, knapp zwei Flugstunden entfernt. Und doch ist Donald Trump dauerpräsent im Fernsehstudio in Detroit, wo seine potenziellen Herausforderer für die Präsidentschaftswahlen 2020 diskutieren.

Trump hat erneut eine Debatte über Rassismus provoziert, seit Wochen attackiert er Kongressabgeordnete mit dunkler Hautfarbe. Zuletzt traf es den afroamerikanischen Abgeordneten Elijah Cummings: dessen Wahlkreis in der Großstadt Baltimore sei ein „widerliches, von Ratten befallenes Drecksloch“, so Trump.

Für die US-Demokraten, die Trump im kommenden Jahr aus dem Amt vertreiben wollen, bietet der aggressiv nationalistische Kurs neue Angriffsfläche in einer entscheidenden Phase des frühen Wahlkampfs.

„Ich als weiße Politikerin kann den Frauen in den Vorstädten, die Trump gewählt haben, etwas von weißem Privileg erzählen“, meinte die New Yorker Senatorin Kirsten Gillibrand im Studio. „Wenn ihre Söhne mit einer Tüte M&M’s in der Tasche und Hoodie durch die Straßen laufen, brauchen sie keine Angst um ihr Leben haben“, sagte sie in Anspielung auf Polizeigewalt gegen Schwarze. „Ihre weiße Haut schützt sie.“

Für den Latino Julián Castro, Bauminister im Kabinett von Barack Obama, war klar: „Trump ist ein Rassist“. Und die Afroamerikanerin Kamala Harris, die erste schwarze Präsidentin der USA werden will, stellte kühl fest: „Wir sind besser als das.“

Am Dienstag- und Mittwochabend traten 20 von insgesamt 24 demokratischen Präsidentschaftskandidaten erneut gegeneinander an – und zum letzten Mal in dieser üppigen Besetzung. Weil es so viele Bewerber gibt, wurden sie auf zwei Abende aufgeteilt. Bei der nächsten Runde im September ist das wohl nicht mehr notwendig, dann wird nach Umfragewerten und Spenden ausgesiebt.

Die überregionalen TV-Debatten sind wichtig für das Rennen um die Nominierung für die Präsidentschaftskandidatur, die im Sommer 2020 auf einem Parteitag festgelegt wird. Im Buhlen um Geld und Unterscheidbarkeit zählt jede Fernsehminute, mit fortschreitendem Wahlkampf grenzen sich deshalb die vielen Kandidaten voneinander ab.

Zwei Komplexe beschäftigen die Demokraten besonders: Kann Ex-Vizepräsident Joe Biden vom Umfrage-Thron gestoßen werden – und wenn ja, von wem? Außerdem: Wie links wollen und dürfen die Demokraten sein, wenn sie einen Präsidenten schlagen wollen, dem eine konservative Anhängerschaft zujubelt?

Biden spricht Trump direkt an

Die Frage von Schwarz und Weiß, von Bürgerrechten in Zeiten einer immer diverser werdenden Bevölkerung und menschlichen Dramen an der Grenze zu Mexiko stehen im Zentrum dieser Überlegungen. Das Trump-Lager versucht, die Demokraten als Sozialisten zu brandmarken, die allen Flüchtlingen Krankenversicherung und Ausbildung bezahlen wollen.

Und die Demokraten appellieren an Amerikas Werte als Einwanderungsnation. Bei diesem Thema kann Biden eigentlich glänzen, schließlich war er Vize unter Barack Obama, dem ersten Afroamerikaner im Weißen Haus.

Im Wahlkampf präsentiert er sich als Gegenmodell zu einem spaltenden Präsidenten. In der Debatte wendet er sich direkt an Trump: „Das ist Amerika! Und wir sind stark wegen unserer Diversität, nicht trotzdem. Wir lieben unser Land, wir bleiben hier, und wir überlassen es sicherlich nicht Ihnen.“

Biden wirkte souverän, man konnte ihn sich gut als Trumps Herausforderer vorstellen. 40 Jahre politische Karriere haben ihn zu einem Schwergewicht gemacht, er ist international respektiert und erfahren. Aber sein Alter und politisch umstrittene Entscheidungen, wie die Zustimmung zum Irak-Krieg, machen ihn angreifbar. Auch im Zuge der Rassismus-Debatte wollte seine Konkurrenz klarmachen, dass es glaubwürdige Alternativen gibt.

„Nicht so hart mit mir sein!“
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