US-Wahlkampf und Klimapolitik Jetzt wird's schmutzig

Zum ersten Mal wird die Klimapolitik zum entscheidenden Faktor bei der US-Wahl. Die Fronten sind klar gezogen, aber das Ergebnis völlig offen. Denn dass es den Klimawandel gibt, davon sind längst nicht alle überzeugt.
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Klimapolitik wird zum wichtigsten Wahlkampfthema in den USA. Quelle: dpa

Klimapolitik wird zum wichtigsten Wahlkampfthema in den USA.

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San FranciscoEr will sie alle auf dem „Hot Seat“ sehen, auf dem heißen Stuhl: Milliardär und Philantrop Tom Steyer greift mit seinem 2013 gegründetem „PAC“, einem „Political Action Commitee“ namens „Nextgenclimate“, unablässig die an, die seiner Meinung nach den Untergang Amerikas einläuten: die politischen Verweigerer und Leugner des Klimawandels, vornehmlich in den Reihen der konservativen republikanischen Partei beheimatet.

Mit TV- und Youtube-Kampagnen spießt er die Präsidentschaftskandidaten Ted Cruz oder Marco Rubio auf, führt Jeb Bush vor, Scott Walker oder Chris Christie, den hemdsärmeligen Gouverneur von New Jersey und möglichen Anwärter auf das Oval Office. Sie alle und noch mehr mögliche Kandidaten ignorieren, verneinen oder relativieren einen von Menschen beeinflussten Klimawandel.

Doch mittlerweile hat Steyer mächtige Verstärkung bekommen: Hillary Clinton. Der Schutz des Klimas und Kampf gegen den Klimawandel ist für die frischgebackene Anwärterin auf die Kandidatur der Demokraten einer der drei wichtigsten Pfeiler ihrer Kandidatur. Daran ließ John Podesta, ihr oberster Wahlkämpfer, in seinem Tweet anlässlich ihres Starts in den Wahlkampf keinen Zweifel.

Es wird damit der erste US-Wahlkampf, in dem Klimapolitik eine entscheidende Funktion zukommt. Mit einem extrem polarisierenden Kandidatenfeld bliebe selbst überzeugten Republikanern keine Wahl als Clinton zu wählen, wenn sie sich um den Klimawandel sorgen. Eingefleischte Demokraten, die Arbeitsplätze in der Öl-, Kohle- und Gasindustrie in den USA über das Weltklima stellen, müssten republikanisch wählen.

Die Zeiten haben sich dramatisch gewandelt. Der amtierende Präsident Barack Obama und seine damalige Gegnerin Hillary Clinton zeigten sich 2008 zwar besorgt über das Thema, aber zentral war es in ihren Kampagnen nicht. Selbst Al Gore, späterer Nobelpreisträger, Umweltaktivist und Vize-Präsident unter Bill Clinton, behandelte das Thema im Wahlkampf 2000 nur als Nebensache. Etliche Stürme, Orkane, Überschwemmungen und Rekord-Dürren später ist der Klimawandel aber auch im Bewusstsein des Durchschnittsamerikaners angekommen und damit Wahlkampfthema. Das hofft Hillary Clinton zu kapitalisieren.

„Gott hat Amerika mit Kohle und Gas gesegnet“
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17 Kommentare zu "US-Wahlkampf und Klimapolitik: Jetzt wird's schmutzig"

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  • nach gegenwärtigen Stand der Forschungen wurden die Saurier Oper eines extern indizierten Ereignises. Und was haben die mit unserer Gegenwart zu tun?
    Aber schön das Sie jene Epoche zur Sprache bringen: schliesslich gab es damals viel mehr CO2 in der Luft als jetzt - und es war wärmer. Sieht also so aus als ob es da einen Zusammenhang gibt^^

  • Politik und Klimaforscher jagen derzeit dem sogenannten 2 Grad-Ziel hinterher. Im wesentlichen geht es dabei um eine Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen (u.a. CO2) in die Atmosphäre, um die Erderwärmung bis 2030 auf 2 Grad zu begrenzen. Allerdings führt die Erderwärmung u.a. zum Auftauen der Permafrostböden, was wiederum zu einer Freisetzung von Kohlenstoffgasen (vorwiegend Methan) führt. Dieser Effekt ist noch gar nicht in den Klimamodellen abgebildet. In den oberen 3 Metern der Permafrostböden weltweit sind rd. 1000 Giga Tonnen Kohlenstoff gespeichert. Im Vergleich hierzu: in der gesamten Erdvegetation weltweit sind rd. 600 Giga Tonnen Kohlenstoff gespeichert!
    Daraus lässt sich vermuten, dass die Klimaziele bei den halbherzigen, zusätzlich mit Rechentricks geschönten Aktionen unserer Klimapolitik krachend verfehlt werden.
    Was tun? Auf die nächste Eiszeit warten?
    Diese Frage hat sich auch Singer-Songwriter Sigismund Ruestig gestellt:
    http://youtu.be/s7Ivdm2-ZCQ

    http://youtu.be/-q0gF597WEA
    Viel Spaß beim Anhören.

  • Saurier??

  • Herr peter Spirat, wie schnell oder langsam eine Klimaänderung In der Vergangenheit war lässt sich aus der von Ihnen empfohlen Quelle entnehmen. Die Auswirkungen auf Flora und Fauna verraten dann die Sedimentablagerungen.
    Ich gehe davon aus dass anerkannte Messverfahren zur Altersbestimmung generell anerkannt sind

  • woher bitte wollen sie denn wissen, wie schnell / langsam früher die Klima Änderungen waren? Oder waren sie damals dabei?

    Und die Dinos hatten bestimmt viel Zeit, sich an zu passen. Weil alles ja sooo lansam ging. aber diese böswilligen Tiere wollten sich nicht anpassen. Ist schon lustig, was hier für ein Mist vom Zaun gerissen wird, nur um zu begründen, warum die aktuelle Eiszeit langsam beendet wird.



  • niemand lügt - aber es werden gerne Tatsachen verdreht oder unterschlagen.
    Ja, Eis an den Polen dürfte weniger häufig sein wie eisfreie Pole.
    Die aktuelle Klimaänderung ist jedoch keine langsame, die sich über Jahrtausende hinzieht, sondern eine sehr schnelle. Und sehr schnelle Klimaänderungen haben bislang immer einen beachtlichen Teil der Lebewesen aussterben lassen. Und genau das passiert jetzt auch wieder und niemand garantiert uns das die Rasse Mensch davon verschont bleibt.

    Ein ebenso wichtiger Grund unser Verhalten umzustellen ist Tatsache dass Öl, Kohle und Gas nicht nachwachsen (das liebe Klimaskeptiker dürfte auch ihnen bekannt sein).
    Aus einen Rohstoff den ich jetzt verbrenne, kann ich in Zukunft keine Kunststoff oder Medikamente mehr herstellen. Jeder der heute eine Änderung im Verhalten mit Fossilen Rohstoffen ablehnt, gefährdet den Wohlstand und die Gesundheit kommender Generationen.

  • @Reiner Vogels:
    "Es allerdings wohl so, daß der, der eine Tatsachenbehauptung aufstellt, die Beweislast hat. Er muß beweisen, daß seine Behauptung richtig ist."

    Das ist ja schon richtig. Nur gibt es halt nicht immer gesicherte Grundlagen. Deshalb geht es in den allermeisten Fällen des Lebens, wie auch hier, um Wahrscheinlichkeiten. Und die Behauptung, dass eine "Tatsachenbehauptung" nicht richtig ist, ist ja schließlich auch eine Tatsachenbehauptung, für die dann auch eine Beweislast besteht.

    Mit Ihren obigen Positionen beweisen Sie selber das Behauptete auch nicht
    und sind deshalb mit sich selber im Widerspruch.

  • Genau das ist doch die Frage, welche Gründe gab es denn warum die Pole Eisfrei waren und warum mit Eis bedeckt. Beschleunigt der Mensch die Prozesse oder nicht.
    Das der Mensch das Klima auf der Erde beeinflussen könnte ist glaub ich unstrittig.

  • Falle es hier im HB oder bei den werten Lesen Menschen geben sollte, die lesen können, empfehle ich, sich mal mit den weltklime über die letzten Jahr-Millionen zu befassen.

    90% der Weltzeit waren die Pole eisfrei, das ist eine Tatsache.

    Falls Menschen hierfür ursächlich waren, ist die Menschheit auch mehr als 900 Millionen Jahre alt und hatte auch seit dieser Zeit die industrielle Kulturstufe erreicht, die eine globale Erderwärumg ermöchtlichte.

    Wer als lüge hier?

  • Das macht jetzt auch nicht mehr Sinn.
    1. habe ich nicht behauptet CO2 wäre schuld oder eine mögliche Ursache
    2. Weil wir Jahrtausende keinen Beweis hatten auf einer "Kugel" zu leben waren wir stattdessen die ganze Zeit auf einer Scheibe?
    3. Was ist ein Modell? "Ein Modell ist ein beschränktes Abbild der Wirklichkeit."

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