Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

US-Wahlkampf und Paketbomben-Serie Obama über Trump: „Wir haben noch nie Politiker erlebt, die so schamlos lügen“

Barack Obama rechnet im Endspurt des Wahlkampfs ziemlich freimütig mit seinem Nachfolger ab. Indes gibt Hillary Clinton Trump indirekt Mitschuld an den Paketbomben.
Update: 27.10.2018 - 17:17 Uhr Kommentieren
Der frühere US-Präsident Barack Obama bei einem Wahlkampfauftritt in Detroit am Freitag. Bei einem Auftritt in Milwaukee ging er Präsident Donald Trump scharf an und warf ihm vor, Dinge einfach zu erfinden. Quelle: AP
Barack Obama

Der frühere US-Präsident Barack Obama bei einem Wahlkampfauftritt in Detroit am Freitag. Bei einem Auftritt in Milwaukee ging er Präsident Donald Trump scharf an und warf ihm vor, Dinge einfach zu erfinden.

(Foto: AP)

Milwaukee/New YorkEx-US-Präsident Barack Obama hat seinen Nachfolger Donald Trump ungewöhnlich scharf kritisiert. Bei einer Kundgebung im Staat Wisconsin warf Obama dem Präsidenten und anderen Republikanern Lügerei vor. Dazu verwies er auf ein jüngstes Versprechen Trumps, noch vor den Zwischenwahlen eine Steuersenkung durchs Parlament zu bringen.

„Der Kongress tagt vor der Wahl nicht einmal! Er denkt es sich einfach aus“, sagte Obama am Freitag vor einer Menge in der Sporthalle einer Highschool in Milwaukee. „Alles, was ich sage, könnt ihr nachschlagen“, sagte Obama. Republikaner sagten hingegen die Unwahrheit, wenn sie versprächen, Bürger mit Vorerkrankungen zu schützen, zugleich aber die in seiner Amtszeit eingeführte verpflichtende Gesundheitsversorgung abschaffen wollten.

„In unserem öffentlichen Leben haben wir noch nie Politiker erlebt, die so unverfroren, wiederholt, unverblümt, schamlos lügen. Einfach Dinge erfinden“, kritisierte Obama. „Oben nennen sie unten, schwarz nennen sie weiß.“ Beobachter sprachen von einer der bisher schärfsten und direktesten Abrechnungen Obamas mit Trumps Präsidentschaft.

Zwar nannte er seinen Nachfolger in seiner Rede nie beim Namen, sagte mit Blick auf die Zwischenwahlen am 6. November aber: „Der Charakter eures Landes steht zur Wahl.“ Bei einem weiteren Auftritt in Michigan nahm Obama die Affäre um Hillary Clintons Nutzung ihres privaten E-Mail-Servers für dienstliche Zwecke zum Anlass für neue Attacken auf Trump und die Republikaner.

„Das ist eine nationale Sicherheitskrise“

„In der letzten Wahl waren es Hillarys E-Mails: ,Das ist schrecklich. Das ist eine nationale Sicherheitskrise‘“, sagte Obama mit Blick auf Kritik der Republikaner an der Präsidentschaftskandidatin von 2016. „Dabei ging es ihnen gar nicht um die E-Mails – und wisst ihr, woran man das erkennt? Wenn es so gewesen wäre, wären sie jetzt wütend, dass die Chinesen das iPhone des Präsidenten abhören, das er in seinem Golfwagen zurücklässt.“

Obama verwies zudem auf die sogenannte Karawane mit Migranten aus Mittelamerika, die derzeit von Südmexiko aus Richtung USA marschiert. „Neuerdings versuchen sie jedem einzureden, dass er Angst vor einem Haufen verarmter, unterernährter Flüchtlinge haben muss, die 1600 Kilometer entfernt sind“, sagte er mit Blick auf Warnungen von Trump und einigen Republikanern.

„Das ist die wichtigste Sache in dieser Wahl: nicht die Gesundheitsversorgung; nicht die Frage, ob die Leute in Rente gehen können, ob etwas für höhere Löhne getan wird, unsere Straßen und Brücken wiederaufgebaut und Leute wieder in Arbeit gebracht werden können.“ Auch auf Trumps Wahlkampfversprechen, in der US-Hauptstadt „den Sumpf auszutrocknen“, ging Obama ein.

Stattdessen „sind sie nach Washington gegangen und haben losgeplündert“, sagte er – und kritisierte die Reihe von Strafverfahren im Umfeld der Trump-Regierung. „In meiner Regierung wurde niemand angeklagt“, ergänzte Obama. Der Ex-Präsident warb in Milwaukee und Michigan für Kandidaten der Demokraten. Zuletzt sorgte in den USA eine Serie von Paketbomben an bekannte Kritiker von Trump für Aufruhr.

Eine der Sendungen war an Obama adressiert, wurde aber rechtzeitig abgefangen. Der mutmaßliche Absender der Paketbomben wurde inzwischen gefasst.

Clinton über Trump: „Er peitscht die Zuschauer auf“

Nach der Festnahme hat auch Trumps Ex-Konkurrentin Hillary Clinton dem US-Präsidenten indirekt eine Mitschuld gegeben. „Wir leben in einer Zeit, in der die Atmosphäre unberechenbar und hasserfüllt ist, und wir haben einen Präsidenten, der die ganze Zeit rücksichtlose Rhetorik praktiziert, die alle möglichen Leute erniedrigen und dämonisieren soll“, sagte Clinton am Freitagabend (Ortszeit) bei einer Veranstaltung im New Yorker Kulturzentrum 92Y.

„Er peitscht die Zuschauer auf, die zu ihm kommen, und es ist fast wie eine Sucht: Er treibt sie an, und sie geben ihm das zurück, was er anscheinend braucht, um sich stark und wichtig zu fühlen“, sagte Clinton weiter. „Das ist tragisch, aber auch sehr gefährlich.“

Unter den bislang 13 sichergestellten Päckchen war auch eines an Clinton adressiert.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
  • ap
  • rtr
Startseite

Mehr zu: US-Wahlkampf und Paketbomben-Serie - Obama über Trump: „Wir haben noch nie Politiker erlebt, die so schamlos lügen“

0 Kommentare zu "US-Wahlkampf und Paketbomben-Serie: Obama über Trump: „Wir haben noch nie Politiker erlebt, die so schamlos lügen“"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.