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USA Allianz gegen Niedergang der Stadt: New Yorks CEOs setzen Bürgermeister De Blasio unter Druck

Die erschütternden Bilder der Coronakrise aus dem Frühjahr haben viele New Yorker dauerhaft verschreckt. CEOs fordern mehr Führung von De Blasio.
12.09.2020 - 11:04 Uhr Kommentieren
Im Lockdown wurde New York zur Geisterstadt. Seitdem kehrt das Leben nur langsam zurück. Quelle: Reuters
Manhattan

Im Lockdown wurde New York zur Geisterstadt. Seitdem kehrt das Leben nur langsam zurück.

(Foto: Reuters)

New York In einem Brief an den Bürgermeister haben 160 CEOs von New Yorker Unternehmen ihrem Unmut Luft gemacht und fordern eine stärkere Führung von Bill De Blasio: Es herrsche weitverbreitete Angst wegen der mangelnden öffentlichen Sicherheit und Sauberkeit und der bedrohten Lebensqualität.

„Wir müssen eine starke, klare Botschaft senden, dass unsere Mitarbeiter, Kunden, Klienten und Besucher in ein sicheres und gesundes Arbeitsumfeld zurückkommen“, fordern die Vorstandsvorsitzenden, die Banken wie Goldman Sachs, Citi und JP Morgan ebenso repräsentieren wie KPMG, Pfizer, Macy’s, WeWork und Etsy.

„Trotz des Erfolgs im Eindämmen des Coronavirus sind so viele New Yorker arbeitslos wie noch nie, von Obdachlosigkeit oder anderen Risiken bedroht“, schreiben sie. Die Menschen würden nur langsam zurückkehren, „wenn wir ihre Sorgen über die Sicherheit und Lebensqualität unserer Nachbarschaften nicht schnell adressieren“.

Sechs Monate nach dem Beginn des Corona-Desasters in New York wollen die Unternehmen ihre Mitarbeiter wieder zurück in ihre Büros schicken. Dabei steckt die amerikanische Finanzhauptstadt in einem Dilemma: Nachdem im April Bilder von Kühllastern mit Leichen um die Welt gingen, hat der einstige Hotspot die Ausbreitung des Coronavirus mittlerweile zwar relativ gut unter Kontrolle – aber das öffentliche Leben kommt nur langsam zurück. So haben die Menschen immer noch Angst vor vollen U-Bahn-Waggons und mangelnden Abständen zu anderen Menschen in der einst so lebendigen Stadt.

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    Und: Die fehlenden Steuereinnahmen stellen den Bürgermeister vor enorme Herausforderungen. Er fordert seit Monaten, mehr Geld leihen zu dürfen. 

    Angesichts der Geldknappheit sollen mehr als 20.000 Angestellte der Stadt entlassen werden. De Blasio hat bereits die Stadtreinigung reduziert und auch der Polizei Gelder abgezogen.

    Das blieb nicht ohne Folgen: Die Kriminalitätsraten sind zuletzt gegenüber dem Vorjahr deutlich gestiegen. Donald Trumps Wahlkampagne über angebliche Plünderungen verängstigen jene, die in ihre Feriendomizile oder in die Vorstädte geflohen sind, zusätzlich.

    Der New Yorker Bürgermeister soll die Stadt wieder sicherer machen. Quelle: AP
    Bill De Blasio

    Der New Yorker Bürgermeister soll die Stadt wieder sicherer machen.

    (Foto: AP)

    „Als Arbeitgeber, die zu New York City und seinem Wiederaufstieg von den gesundheitlichen und wirtschaftlichen Folgen der Covid-19-Epidemie stehen, sind wir zuversichtlich, dass New York ein blühendes globales Zentrum für Handel, Innovation und Möglichkeiten bleiben kann und soll“, schreiben die 160 CEOs, die der „Partnership for New York“ angehören.

    Die einflussreiche Organisation vertritt die Interessen der großen Unternehmen der Stadt und zeichnet ein düsteres Bild: Sie rechnet damit, dass bis zum Ende der Krise jeder Dritte der insgesamt 240.000 Mittelständler der Stadt seine Türen für immer schließen wird.

    Schon jetzt wurden durch den Lockdown bei Restaurants, Bars, Reinigungen, Friseuren, Einzelhändlern und anderen kleinen und mittelständischen Betrieben 520.000 Stellen vernichtet, wie aus einem aktuellen Bericht der Organisation hervorgeht. Restaurants durften bisher nur draußen öffnen – und nun dürfen sie im Innenraum ein Viertel ihrer Plätze besetzen.

    Banken wollen zurück nach Manhattan

    Vor allem die Banken wollen in den kommenden Wochen die ersten Mitarbeiter wieder zurück an ihre Schreibtische schicken. Die Bankentürme waren seit Beginn der Pandemie nur mit weniger als zehn Prozent der Belegschaft besetzt.

    JP Morgan Chase, die größte US-Bank, plant offenbar, führende Manager aus dem Handel und Vertrieb ab dem 21. September wieder in der Zentrale in Manhattans Büroviertel Midtown arbeiten zu lassen. Das betreffe jedoch nur einen Bruchteil der Mitarbeiter aus diesen Abteilungen.

    Auch Dreck wird zum Problem in der Metropole. Quelle: AFP
    Müll

    Auch Dreck wird zum Problem in der Metropole.

    (Foto: AFP)
    Viele New Yorker sind von Arbeitslosigkeit und Obdachlosigkeit bedroht. Quelle: Reuters
    Armut

    Viele New Yorker sind von Arbeitslosigkeit und Obdachlosigkeit bedroht.

    (Foto: Reuters)

    Wer zu einer Risikogruppe gehöre oder Familienmitglieder habe, die besonders gefährdet seien, der könne auch länger von zu Hause arbeiten, berichtete das „Wall Street Journal“. Gleiches gelte für Mitarbeiter, die sich um schulpflichtige Kinder kümmern müssten.

    Goldman Sachs plant eine langsame Rückkehr einiger Händler ab Oktober. Sie sollen in einem Rotationsverfahren zum Teil im Büro und zum Teil von zu Hause arbeiten. Doch die Investmentbank betonte, dass sie dabei äußerst vorsichtig vorgehen wolle. „Wir unterstützen weiterhin ein kollaboratives und flexibles Umfeld“, heißt es in einer Memo, die Mitarbeiter auch auffordert, mit ihren Vorgesetzten gemeinsam nach Lösungen zu suchen.

    Insgesamt gaben sich die Bank-CEOs überrascht, wie gut das Arbeiten von zu Hause funktioniere, das alle großen Banken im März angeordnet hatten. Doch die Synergien in den Handelsräumen lassen sich im virtuellen Raum nur schwer ersetzten, räumen Händler ein. Daher hat diese Gruppe Vorrang bei der Rückkehr ins Büro. Auch das Überwachen von Compliance-Regeln sei im Büro einfacher als zu Hause.

    Eine ganze Reihe von Unternehmen denkt derzeit über neue Büro-Konzepte nach. Barclays-CEO Jes Staley machte im April Schlagzeilen, als er ankündete, dass Bürotürme mit Tausenden von Mitarbeitern „der Vergangenheit angehören“. Die Citigroup denkt über eine Reihe kleinerer Büros in den Vorstädten nach.

    Immerhin: Staley will nicht ganz auf die Bürokultur verzichten und sucht Medienberichten zufolge gerade nach einem kleineren Büroraum in New York. Dem Finanzdienstleister Bloomberg zufolge interessiert sich die britische Bank für eine Fläche im neuen Viertel Hudson Yards, das erst im vergangenen Jahr eröffnet wurde, in den letzten Monaten jedoch einem Geisterviertel glich.

    Mehr: New York war das frühe Epizentrum der Pandemie. Nun verlassen Bewohner im Rekordtempo die Stadt.

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