USA beklagen Agenteneinsatz Agenten drängen geflohene Chinesen zur Rückkehr

Chinesische Agenten reisen offenbar gezielt in die USA ein, um dort Landsleute aufzuspüren, die wegen Korruption gesucht werden. Ziel der Aktion: Illegale Gelder auftreiben und die Flüchtlinge zurück nach China drängen.
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Die Operation sei Teil des Kampfes gegen Korruption – heißt es aus Peking. Quelle: Reuters
100 Yuan

Die Operation sei Teil des Kampfes gegen Korruption – heißt es aus Peking.

(Foto: Reuters)

WashingtonDie US-Regierung hat sich in Peking offenbar über Agenten beschwert, die in den Vereinigten Staaten versuchen, geflüchtete Chinesen mit Druck zur sofortigen Rückkehr zu bewegen. Die USA seien zunehmend besorgt über die Präsenz dieser von der chinesischen Regierung entsandten Beamten, die wahrscheinlich als Touristen oder mit Handelsvisa einreisten, berichtete die „New York Times“ unter Berufung auf US-Regierungsvertreter. So hätten Offizielle aus Washington kürzlich chinesischen Stellen die Forderung übermittelt, diese Praxis einzustellen. Das Thema könne den für September geplanten Besuch von Präsident Xi Jinping im Weißen Haus „komplizieren“, hieß es.

Der Zeitung zufolge handelt es sich um Undercover-Agenten des für Strafverfolgung zuständigen chinesischen Ministeriums für öffentliche Sicherheit. Dieses sei mit einer Operation namens „Fuchsjad“ beauftragt, Chinesen, die sich ins Ausland abgesetzt haben, aufzuspüren und mit Einschüchterungstaktiken zur Rückkehr zu bewegen. Zu ihrer Taktik gehörten etwa Drohungen an Familienmitglieder.

In manchen Fällen gehe es auch darum, unrechtmäßig erworbene Gelder nach China zurückzuholen. Die Operation sei Teil des Kampfes Xis gegen Korruption – eine Kampagne, die in China sehr populär sei. Nach Angaben des chinesischen Ministeriums seien seit vergangenem Jahr 930 Verdächtige zurückgeführt worden, allein mehr als 70 freiwillig in diesem Jahr. Die Aktivitäten der Agenten, die ihre Zielpersonen beispielsweise mit Drohungen gegen Familienmitglieder in China unter Druck setzten, hätten sich in den USA in den vergangenen Monaten verstärkt.

  • dpa
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6 Kommentare zu "USA beklagen Agenteneinsatz: Agenten drängen geflohene Chinesen zur Rückkehr "

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  • China und die USA
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    China jagt Steuerkriminelle, die USA jagt Whistleblower .
    China will sie heim ins Reich holen, Obama will sie "neutralisieren" (töten).

  • Hallo Herr Lehmann,

    woher will man denn wissen, inwieweit diese Investitionen durch eigenes Geld getätigt wurden? Island war z.B. vor der Krise ja auch in der Lage mit Nichts riesige Summen zu bewegen... plötzlich war dann nichts mehr da. Und wir waren im westlichen (öffentlichen) System nicht in der Lage solche Querverbindungen zu verfolgen (und wollten es ja auch gar nicht, siehe Sub-Prime). Wieso glauben wir dann zu wissen, was im geschlossenen China wirklich da ist? (ausserdem wollen wir das ja wiederum nicht wissen). Solange also alle glauben, dass China reich ist, kann China sich alles leisten... Die riesigen virtuellen Gelder können sich aber in Sekundenbruchteilen auflösen, wie gehabt (und natürlich da, besonders da wo die riesigen Summen sind).

  • Weil Sie alles am Dollar messen, ist Ihre Ansicht richtig! Falls Sie aber jetzt nicht nur den Dollar als Ursprungswert=1 ansehen, sondern insgesamt chinesische Zahlungsströme, z.B. Yuan-Rubel Swap, dann sieht das Bild erheblich anders aus. Hinzukommen ca. 200 Mrd. in Infrastrukturbanken, ca. 300 mrd. Kredite nach Südamerika, 50 mrd. nach Pakistan, inkl. Investitionen in Züge durch Eurasien, Nicaragua-Kanal, also Geld ist da in Dollar! Des Weiteren stoßen die US-Staatsanleihen ab und stoßen Dollarreserven ab. Also strategisch gesehen sind da enorme Zahlungsströme vorhanden. Wer weiss denn ob die die Goldreserven richtig angeben, Physisch stimmt die Menge nunmal nicht mit dem aufm Papier.

  • Hallo Herr Lehmann,

    lassen Sie mich da widersprechen. Mein Punkt ist, dass niemand absolut niemand weiss, wie der finanzielle Zustand von China ist. Doch China hat Auslandsschulden, vor ein paar Tage hier zuletzt kam die Meldung, dass die chin. (Staats-)Unternehmen sich noch dazu in Dollar verschuldet haben.

    Gold haben ist ja nicht schlecht, aber vor ein paar Wochen kam die Nachricht, dass China wieder seine Goldbestände veröffentlicht hat und alle enttäuscht waren, wie wenig es war. Ab gesehen davon, ist alles physische Gold der Welt im Vergleich zu den Papiergeldmengen vernachlässigbar (also vor der Inflation)

    Nochmal: es ist mehr so eine gefühlte Tatsache, dass China überall auf der Welt Geld hat (wie Lehman auch 1 Tag vor der Pleite). Woher soll es denn kommen? Die Geldbestände beraubt von korrupten Beamten, Riesen-Immoblienblase im Land, 2009 in der Krise hat China 50% der eigenen Wirtschaftsleistung durch neues Geld geschöpft,.... nur die Reserven wurden nie korrigiert... Überschüssige Handelsbilanz? Siehe Beitrag von Finn-Mayer Kukuck hier auf Handelsblatt.com. Exporterfolge: siehe vor ein paar Monaten hat China ein plus von 20% in die EU gehabt (während Draghi gegen die Stagnation die Geldpresse anwarf...) die Zahlen waren also rein gelogen..

    Den chinesische Reichtum kennt doch jeder nur vom Hörensagen, sprich von der Veröffentlichung der Partei. Ein Pilotenspiel funktioniert auch bis 5 Minuten vor dem Crash...

  • Denke eher jetzt geht der Währungskrieg los. Klingt nach ner Heimhohlaktion was noch geht, bevors zu spät ist.Wie soll China denn Pleite gehen? Selbst wenn die Währungsreserven nicht da sind, hat China nicht sehr viele Auslandsschulden, die stehen anders da als Europa oder USA. Des Weiteren müssen Sie sich mal die Goldeinfuhren inkl. Eigenproduktion von China der letzten Jahre ansehen.

    Mir macht das aus unserer Sicht eher Angst, wenn China wieder zusperrt gibts ein sauberes Gerumpel. Vor allem wenn China seine Investitionen/Auslandskonten (privat/staatlich) aus USA und Europa abzieht wirds richtig derb, da diese dann enorme Dollarmengen freisetzen. Was übrigens auch den Abbau von Dollarreserven erklärt und die Umschichtung auf Edelmetalle, andere Währungen und aktuellen riesigen Dollarinvestitionen zeigt.

  • Sehr interessant, dass das Thema jetzt wieder hochkocht. Ich habe vor Jahren dazu die Nachrichten (schätze mal so 2010/2011) gelesen, dass offizielle chinesische Berichte darstellen, dass China so dreistellige Milliardenbeträge an US-$ verliert. Wie es halt dann in einem Land wie China ist, diese wurden nie abgeschrieben (weil sowas ja nicht sein kann, weil es nicht sein darf). Unsere Finanzeliten hat aber gar nicht interessiert, dass es keine Korrektur der Zahlen gab. Das China wächst und rieseige finanzielle Reserven hat, war ja ein Glaubenssatz.

    China braucht jetzt massiv Geld, die ausgewiesenen Reserven sind wahrscheinlich gar nicht mehr da. Die Börse kann auch nur mit Geld gestützt werden.

    Der Yuan wird abgewertet, dazu wird gemeldet, dass China aber Dollar verkauft... also alles nicht konsistent! Würde mich nicht wundern, wenn China plötzlich wie Lehman pleite ist (da glaubte es vorher auch keiner). Solche Zusammenbrüche erfolgen dann doch immer sehr plötzlich (siehe auch SU). Lustig ist dann nur, wie die ganzen Experten, die das nie thematisiert haben, sich rauswinden...

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