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USA Ehemaliger US-Präsident George Bush ist tot

George H. W. Bush verbrachte fast sein ganzes Leben gemeinsam mit seiner Frau Barbara. Nun stirbt er rund ein halbes Jahr nach ihr. Das Land trauert.
Update: 01.12.2018 - 11:27 Uhr Kommentieren
Der ehemalige US-Präsident verstarb am Freitag, dem 30. November, im Alter von 94 Jahren in Texas. Auf seinen Wunsch wird es keinen Trauerzug durch Washington geben. Bush wird voraussichtlich am Donnerstag auf dem Gelände seiner Präsidentenbibliothek in College Station an der Seite seiner Ehefrau Barbara und seiner 1953 verstorbenen Tochter Robin beigesetzt. Quelle: dpa
George H. W. Bush

Der ehemalige US-Präsident verstarb am Freitag, dem 30. November, im Alter von 94 Jahren in Texas. Auf seinen Wunsch wird es keinen Trauerzug durch Washington geben. Bush wird voraussichtlich am Donnerstag auf dem Gelände seiner Präsidentenbibliothek in College Station an der Seite seiner Ehefrau Barbara und seiner 1953 verstorbenen Tochter Robin beigesetzt.

(Foto: dpa)

HoustonDer frühere US-Präsident George H. W. Bush ist tot. Er starb im Alter von 94 Jahren, wie ein Sprecher der Familie in der Nacht auf Samstag via Twitter mitteilte. Er starb demnach am Freitagabend um 22.10 Uhr Ortszeit.

Er sei der beste Vater gewesen, den man sich als Sohn oder Tochter habe wünschen können, hieß es in einer Erklärung seines Sohnes, des früheren US-Präsidenten George W. Bush. Die gesamte Familie sei zutiefst dankbar für dessen Leben. Der zweitälteste Sohn Jeb Bush schrieb auf Twitter, nichts habe seinem Vater mehr Freude bereitet, als anderen zu helfen.

Der Republikaner war von 1981 bis 1989 Vizepräsident unter Ronald Reagan und anschließend vier Jahre lang Regierungschef in Washington. Sein Sohn George W. Bush war von 2001 bis 2009 Präsident.

George H. W. Bush musste in den vergangenen Jahren immer wieder im Krankenhaus behandelt werden. Vor rund zweieinhalb Jahren brach er sich bei einem Sturz in seinem Ferienhaus einen Halswirbel. Zuletzt saß er im Rollstuhl. Erst im April dieses Jahres war seine Frau Barbara gestorben. Die beiden waren 73 Jahre verheiratet. Das Ehepaar hatte sechs Kinder, von denen eines im Alter von drei Jahren gestorben war.

US-Präsident Donald Trump würdigte seinen Vorgänger. Durch seine Authentizität, seinen Witz und sein unerschütterliches Bekenntnis an Glaube, Familie und das Land habe er Generationen von Amerikanern zum öffentlichen Dienst inspiriert, hieß es in einer Mitteilung des Weißen Hauses. Bush habe immer einen Weg gefunden, die Messlatte höher zu setzen.

„Mit einem zuverlässigen Urteilsvermögen, gesundem Menschenverstand und einer unerschütterlichen Führung brachte Präsident Bush unsere Nation und die Welt zu einem friedlichen und siegreichen Abschluss des Kalten Krieges“, hieß es weiter. Bush habe die Grundlagen für einen jahrzehntelangen Wohlstand geschaffen. Bei allem, was er vollbracht habe, sei er stets demütig geblieben.

Der demokratische Ex-Präsident Barack Obama zeigte sich bestürzt über den Tod von George H. W. Bush. Amerika habe einen „Patrioten und bescheidenen Diener“ verloren, hieß es in einer Erklärung von Barack und Michelle Obama. „Während unsere Herzen heute schwer sind, sind sie auch voller Dankbarkeit.“ Bush habe sein Leben einem Land gewidmet, das er geliebt habe. Er hinterlasse ein Vermächtnis, das niemals erreicht werden könne, „auch wenn er gewollt hätte, dass wir alle es versuchen“.

Aus George H. W. Bushs Amtszeit ist vor allem der Krieg zur Befreiung Kuwaits in Erinnerung. Besonderes Profil zeigte er auch nach dem Fall der Berliner Mauer – als einer der ganz wenigen westlichen Staatschefs stellte er sich offen hinter die deutsche Einheit. Der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl zollte ihm dafür großes Lob.

Der demokratische Ex-Präsident Bill Clinton hat die Freundschaft zu seinem verstorbenen Amtsvorgänger George H. W. Bush als eines der größten Geschenke seines Lebens bezeichnet. Dafür werde er immer dankbar sein, erklärte Clinton am Samstag. Von dem Moment an, als er Bush als junger Gouverneur getroffen habe, sei er von der Freundlichkeit beeindruckt gewesen, mit der Bush seiner Tochter Chelsea begegnete, von dem ihm eigenen und aufrichtigen Anstand und dessen Zuneigung zu seiner Ehefrau Barbara. Clinton erklärte weiter, er sei für jede Minute dankbar, die er mit Bush verbrachte.

Dem Historiker Mark Updegrove zufolge hatte George H. W. Bush keine gute Meinung von Donald Trump und wählte ihn im November 2016 auch nicht – obwohl er der Kandidat seiner Partei war. Trump war der Trauerfeier von Barbara Bush ferngeblieben. Der Präsident ließ ausrichten, „aus Respekt vor der Bush-Familie“ nicht an der Zeremonie teilnehmen zu wollen.

Das Leben von George H.W. Bush in Bildern
In der Marine
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An seinem 18. Geburtstag, sofort nach der Schule, meldete Bush sich freiwillig bei der Marine. Es war der Sommer 1942, ein halbes Jahr nach dem Angriff auf Pearl Harbour. Er flog 58 Einsätze und wurde einmal sogar abgeschossen, als gerade jemand einen japanischen Sendemasten bombardiert hatte. Ein U-Boot rettete Bush, seine zwei Kameraden an Bord der Maschine kamen ums Leben.

(Foto: dpa)
Mit der Familie
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Nach seiner Rückkehr aus dem Krieg, im Januar 1945, heiratete Bush seine Jugendliebe Barbara Pierce. Mit ihr hatte er sechs Kinder, George W. Bush (l.), der ebenfalls Präsident wurde, Jeb Bush (u.l.), den ehemaligen Gouverneur von Florida sowie die Söhne Neil und Marvin und Tochter Dorothy Bush LeBlond. Eine weitere Tochter, Robin, starb kurz vor ihrem vierten Geburtstag an Leukämie.

(Foto: Reuters)
Universität
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In nur zweieinhalb Jahren hatte Bush sein Studium an der Eliteuniversität Yale abgeschlossen. Dort war er unter anderem Kapitän des Baseballteams. 1953 gründete er mit Partnern in Texas das Ölunternehmen Zapata Petroleum Corp. Sechs Jahre später zog er nach Houston und wurde in der Republikanischen Partei aktiv.

(Foto: dpa)
CIA
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Im Jahre 1966 wurde George H. W. Bush erstmals in den Kongress gewählt. Der damalige Präsident Richard Nixon ernannte ihn später zum UN-Botschafter und zum Vorsitzenden der Republikanischen Partei. Unter Präsident General Ford (r.) wurde Bush schließlich CIA-Chef. Links zu sehen, seine Frau Barbara Bush.

(Foto: AP)
Vize-Präsident
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1980 kandidierte George H.W. Bush (2.v.r.) als Präsidentschaftskandidat. Der Wahlsieger Ronald Reagan (2.v.l.) ernannte ihn aber kurzerhand zum Vize-Präsidenten.

(Foto: Reuters)
Wahl 1988
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1988 trat George H.W. Bush erneut als Präsidentschaftskandidat an. Obwohl er kurz zuvor noch 17 Prozentpunkte hinter dem Demokraten Michael Dukakis (r.) lag, konnte er mit seinem Fokus auf patriotische Themen den Wahlsieg erringen.

(Foto: The LIFE Images Collection/Getty Images)
Der zweite Golfkrieg
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George H.W. Bush beim Thanksgiving-Dinner mit Soldaten in Saudi-Arabien. Der zweite Golfkrieg stellte eine Bewährungsprobe für den US-Präsidenten dar. Statt im Krieg weiter nach Bagdad zu ziehen, beendete er den Kampfeinsatz vorzeitig – ein Fehler, wie er später sagte. Der Erfolg in Kuwait ließ jedoch seine Beliebtheitswerte steigen. Eine Wiederwahl konnte er jedoch nicht erlangen, da er als Präsident sein Wahlversprechen nicht halten konnte: „Lest es von meinen Lippen ab: Keine neuen Steuern.“

(Foto: action press)

Auch der frühere sowjetische Staatschef Michail Gorbatschow hat den USA sein Beileid zum Tod von Ex-Präsident George H. W. Bush ausgesprochen. Er habe mit Bush in einer „dramatischen Zeit“ zusammengearbeitet, sagte der 87-Jährige am Samstag in Moskau. „Das Ergebnis war die Beendigung des Kaltes Krieges und des Rüstungswettlaufs“. Der am Freitag gestorbene Bush sei ein „echter Partner“ gewesen, sagte Gorbatschow der Agentur Interfax.

Bush und Gorbatschow setzten in den 1980er Jahren die schon unter Präsident Ronald Reagan begonnene Abrüstung fort. Sie ermöglichten nach dem Fall der Berliner Mauer 1989 die deutsche Wiedervereinigung. Gorbatschow sagte, er und seine Frau Raissa (gestorben 1999) hätten immer die wohlwollende Freundlichkeit der Familie von George und Barbara Bush genossen.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat den verstorbenen ehemaligen US-Präsidenten George H. W. Bush als „großen Anführer“ gewürdigt. Er habe die Allianz mit Europa immer unterstützt, schrieb Macron am Samstag auf Twitter. „Unsere Gedanken sind bei seiner Familie und den Menschen, die ihm nahe standen.“ Im Namen der Franzosen sprach er den Amerikanern sein Beileid aus.

Die britische Premierministerin Theresa May und Ex-Premierminister Tony Blair haben den verstorbenen ehemaligen US-Präsidenten George H. W. Bush als Freund ihres Landes und als Friedensstifter bezeichnet.

„Präsident Bush war ein echter Freund Großbritanniens und das zuverlässige Gegenüber und der Vertraute zweier Premierminister. Sein staatsmännisches Können, seine Weisheit und seine Freundschaft werden sehr vermisst werden“, schrieb May am Samstag per Kurznachrichtendienst Twitter.

„Präsident Bush war ein außergewöhnlicher Staatsdiener, ein Mann der sich seinem Land verschrieben hatte, den höchsten Werten, für die es steht und dafür, die Welt besser zu machen, stabiler und friedlicher“, teilte Blair mit. Bush sei ein „großartiger Freund und Verbündeter gewesen“ und habe „riesigen Einfluss auf die Entwicklung Europas nach dem Fall der Berliner Mauer“ gehabt.

Deutschlands Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat den verstorbenen ehemaligen US-Präsidenten George H. W. Bush als einen „wahren Freund“ Deutschlands gewürdigt. In einem Kondolenzschreiben an US-Präsident Donald Trump betonte Steinmeier, Bush habe einen der großen Umbrüche der Weltpolitik entscheidend geprägt. „Ohne das Vertrauen und die Freundschaft der Vereinigten Staaten und ihres Präsidenten wäre die deutsche Einheit nicht möglich gewesen.“ Deutschland werde Bush ein ehrendes Andenken bewahren.

Brexit 2019
  • dpa
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