USA Eine „Mrs. President Clinton“ bleibt möglich

Riesenlob für Hillary Clinton: Präsident Barack Obama hat seine scheidende Ministerin als „einer der besten Außenminister“ der USA bezeichnet. Clinton sei einer seiner engsten Berater gewesen. „Ich werde sie vermissen.“
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Hillary Clinton scheidet nach vier Jahren aus Obamas Regierung aus. Quelle: Reuters

Hillary Clinton scheidet nach vier Jahren aus Obamas Regierung aus.

(Foto: Reuters)

WashingtonEin besseres Abschiedsgeschenk hätte Barack Obama seiner Außenministerin Hillary Clinton nicht machen können. Der US-Präsident lobte die scheidende Chefdiplomatin in einem gemeinsamen Fernsehinterview in den höchsten Tönen und befeuerte damit die Spekulationen um eine mögliche Kandidatur Clintons bei den Wahlen in vier Jahren. Ihre bittere Rivalität beim Kampf um die demokratische Präsidentschaftskandidatur 2008 sei einer Freundschaft gewichen, beteuerten beide Politiker. Doch vor einer klaren Antwort auf die Frage nach Clintons politischer Zukunft drückten sie sich.

Harmonisch saßen Obama und Clinton im Weißen Haus nebeneinander, der Präsident im dunkelblauen Anzug, die Außenministerin im pinken Blazer. Das Gespräch war bereits am Freitag aufgezeichnet worden, am Sonntagabend strahlte es der Fernsehsender CBS aus. Erst einmal hatte Obama in seiner Amtszeit bei einem Interview die Bühne mit einem anderen Politiker geteilt – im November 2011 mit dem damaligen französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy. Die Idee zu dem Doppelinterview mit Clinton soll der Präsident selbst gehabt haben.

Obama erklärte, er habe Clinton für ihre Arbeit öffentlich danken wollen. „Ich glaube, dass Hillary als eine der ausgezeichnetsten Außenministerinnen in die Geschichte eingehen wird“, sagte der Präsident. Die Zusammenarbeit in den vergangenen vier Jahren sei „großartig“ gewesen. Als eine seiner „wichtigsten Berater“ habe die Außenministerin eine „außergewöhnliche Rolle“ in seiner Regierung gespielt, sagte Obama. „Ich werde sie vermissen.“

Obama bastelt an einer neuen Regierung
Obama Chief of Staff
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Er kommt:

Keine zwei Wochen vor der Vereidigung von US-Präsident Barack Obama für seine zweite Amtszeit nimmt die neue Regierungsmannschaft Gestalt an. Für den Schlüsselposten des Finanzministers nominierte er den Stabschef des Weißen Hauses, Jacob Lew. Der 57-Jährige gilt als Haushaltsexperte und hat Erfahrung im Aushandeln von Kompromissen zwischen verschiedenen politischen Lagern. Keine schlechte Referenz für die anstehenden Verhandlungen mit den Republikanern über Haushalts- und Finanzfragen.

Timothy Geithner
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Er geht:

Lew beerbt Timothy Geithner, der vor vier Jahren zum 75. Finanzminister der Vereinigten Staaten ernannt worden war.

Mideast Israel Hagel
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Er kommt:

Der ehemalige republikanische Senator Chuck Hagel übernimmt das Verteidigungsressort. Die Nominierung des moderaten Republikaners löste in dessen eigener Partei Proteste aus, weil dort viele den Vietnam-Veteranen als zu Israel-kritisch und zu lasch gegenüber dem Iran halten.

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Er geht:

Hagel wird Nachfolger von Leon Panetta.

File photo of U.S. Navy veteran and former Democratic presidential nominee U.S. Senator Kerry waving at the end of his speech during the Democratic National Convention in Charlotte
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Er kommt:

John Kerry ist künftig die Stimme Amerikas im Ausland. Der respektierte Senator und ehemalige Bush-Herausforderer wird der neue US-Außenminister.

huGO-BildID: 29290364 (FILES)US Secretary of State Hillary Clinton speaks to reporters during a joint press availability with Haitian Prime Minister
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Sie geht:

Der Rückzug von Hillary Clinton, die derzeit auch gesundheitlich stark angeschlagen ist, steht schon seit einigen Wochen fest.

Files John Brennan to be nominated CIA director
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Er kommt:

Neuer CIA-Chef wird der Terrorabwehrexperte John Brennan. Wegen seiner Haltung zu umstrittenen Verhörmethoden der CIA, wie etwa Waterboarding, ist er nicht unumstritten. Brennan wird vorgeworfen, während der Amtszeit von George W. Bush die Folter von Gefangenen verantwortet zu haben, was dieser bestreitet.

Die 65-jährige Clinton hatte bereits vor Obamas Wiederwahl im November angekündigt, nicht für eine zweite Amtszeit im Kabinett des Präsidenten zur Verfügung zu stehen. Mehrfach erklärte die Frau des früheren Präsidenten Bill Clinton, nach zwei Jahrzehnten als First Lady, Senatorin und Außenministerin eine Auszeit von der großen Politik nehmen zu wollen. Den Spekulationen über eine Kandidatur bei der nächsten Präsidentschaftswahl, wenn Obama nicht mehr antreten darf, erteilte sie dabei immer wieder eine Absage.

In dem Interview mit Obama sorgte Clinton nun aber dafür, dass sie mit Blick auf 2016 weiter alle Karten in der Hand behält. Der direkten Frage nach ihren Plänen wich sie aus. Sie sei noch immer Außenministerin und beteilige sich nicht an politischen Spielchen, sagte Clinton. Doch es liege ihr weiter sehr am Herzen, „was in Zukunft mit unserem Land geschieht“. „Ich kann keine Voraussage machen, was morgen oder nächstes Jahr passiert“, sagte sie.

„Ich betrachte Hillary als starke Freundin“
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2 Kommentare zu "USA: Eine „Mrs. President Clinton“ bleibt möglich"

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  • ... und WAS haben wir hier in der Brd für einen Aussenminister ??????

  • Mir kommen die Tränen.
    Warum sie damals als Senatorin für den schwachsinnigen Einmarsch von G.W. Bush in den Irak gestimmt hat, hat sie aber immer noch nicht erklärt .....

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