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USA Kelly Craft soll Trumps neue UN-Botschafterin werden

Donald Trump hat Ersatz für seine Wunschkandidatin gefunden: Jetzt soll die aktuelle US-Botschafterin in Kanada die neue US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen werden.
Update: 23.02.2019 - 16:34 Uhr Kommentieren
Craft ist derzeit US-Botschafterin in Kanada. Quelle: AP
Kelly Craft

Craft ist derzeit US-Botschafterin in Kanada.

(Foto: AP)

WashingtonUS-Präsident Donald Trump will die Diplomatin Kelly Craft als neue amerikanische Botschafterin bei den Vereinten Nationen nominieren. Sie habe das Land „herausragend“ vertreten, schrieb Trump am Freitagabend via Twitter. Er habe keinen Zweifel daran, „dass unser Land unter ihrer Führung auf höchstem Niveau repräsentiert wird“.

Craft war vor ihrer Zeit als US-Botschafterin in Kanada Unternehmerin im US-Bundesstaat Kentucky. Sie ist mit Joe Craft verheiratet, einem milliardenschweren Geschäftsmann aus der Kohleindustrie. Beide sind Spender der Republikaner von Trump. Im Wahlkampf 2016 unterstützte das Ehepaar Kandidaten der Konservativen nach einem Bericht der „Washington Post“ mit rund 1,5 Millionen US-Dollar (1,3 Millionen Euro). Laut der „New York Times“ spendeten die Crafts insgesamt zwei Millionen US-Dollar (1,8 Millionen Euro) für Trumps Wahlkampf und seine Amtseinführungszeremonie.

In Crafts Zeit als Botschafterin in Kanada fiel die Neuverhandlung des nordamerikanischen Freihandelsabkommens Nafta sowie der G7-Gipfel in La Malbaie, bei dem es zum Eklat kam, weil Trump seine Unterstützung für die Gipfelerklärung im Nachhinein zurückzog.

Für Aufsehen sorgte Craft, als sie erklärte, sie glaube „beiden Seiten“ in der Debatte über den Klimawandel. In einem Interview des Senders CBC war sie gefragt worden, ob sie an den Klimawandel glaube. Sie entgegnete daraufhin: „Ich glaube, es gibt Wissenschaftler auf beiden Seiten, die richtig liegen.“

Craft ist bereits Trumps zweite Kandidatin für das Spitzenamt. Die bisherige Anwärterin Heather Nauert hatte ihre Bewerbung am vergangenen Sonntag überraschend zurückgezogen. Sie erklärte, die vergangenen zwei Monate seien für ihre Familie sehr aufreibend gewesen.

Mehrere US-Medien berichteten allerdings, Grund für Nauerts Rückzug sei, dass sie vor Jahren eine Frau als Kindermädchen beschäftigt hatte, die keine US-Arbeitserlaubnis gehabt habe. Aus Angst vor Komplikationen im Nominierungsprozess wegen dieses Falls habe Nauert entschieden, sich selbst aus dem Rennen zu nehmen.

In der vergangenen Woche musste Trump dann einen neuen Kandidaten finden. Zeitweise gab es Spekulationen, der Präsident könne den umstrittenen US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, nach New York schicken. Die US-Vertretung in Berlin wies das zurück.

Dass die Wahl auf Craft fiel, hat auch damit zu tun, dass sie mit dem Top-Republikaner Mitch McConnell einen wichtigen Verbündeten im Kongress hat. Der Mehrheitsführer der Konservativen im Senat erklärte, er habe Trump empfohlen, Craft für das Amt auszuwählen.

Der US-Botschafterposten bei den Vereinten Nationen hat bislang Kabinettsrang. Es wird aber erwartet, dass sich das ändert. Trump sieht die UN kritisch, unter der bisherigen Botschafterin Haley hatten die USA einen Sparkurs eingeläutet.

Das Weiße Haus muss den Senat nun noch offiziell über die Nominierung informieren. Dann muss sich Craft in einer Anhörung den Fragen von Senatoren stellen. Es gilt als wahrscheinlich, dass die Demokraten sie dabei aggressiv befragen werden.

Die Personalie ist nicht die einzige, die das Weiße Haus derzeit beschäftigt. So wird etwa der wichtige Posten des Verteidigungsministers nur kommissarisch geleitet, weil der bisherige Amtsinhaber James Mattis im Dezember zurückgetreten war. In Trumps zwei Jahren als Präsident hat es bereits zahlreiche Rücktritte und Entlassungen gegeben.

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