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USA-Korea-Gipfel Trump erwartet „nettes“ Ergebnis vom Treffen mit Kim

Die letzten Stunden vor dem Gipfel sind die Zeit der Hinterzimmer-Diplomatie der Unterhändler. Der US-Präsident gibt sich entspannt. Reist Kim früh ab?
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Trump gibt sich siegessicher – „Ich bin auf einer Friedensmission“

Singapur Mit Gesprächen hinter den Kulissen haben die USA und Nordkorea am Montag in Singapur die letzten Vorbereitungen für ihren historischen Gipfel getroffen. Nach wochenlangem Hin und Her treffen US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un am Dienstag erstmals aufeinander. Mit großem Interesse wird weltweit verfolgt, ob es Trump gelingt, die kommunistische Führung aus Pjöngjang zur Aufgabe ihres Atomprogramms zu bewegen.

Der Gipfel ist eigentlich auf einen Tag angelegt. Doch die Spekulationen gehen in alle Richtungen: Neben Medienberichten über eine bereits für 14 Uhr Ortszeit (8 Uhr MESZ) geplante Abreise Kims gibt es auch Gerüchte, dass das Treffen möglicherweise auch über den Tag hinaus verlängert wird.

Klar ist hingegen: Um 9 Uhr Ortszeit (3 Uhr MESZ) soll es am Dienstag losgehen. Trump und Kim werden einen großen Teil ihres Treffens dann im Vieraugengespräch verbringen. Nach der Begrüßungszeremonie mit Handschlag – ein Bild, das sicherlich um die Welt gehen wird – werden sie bis zu zwei Stunden allein, begleitet nur von ihren Dolmetschern, über die Fragen sprechen, die über Krieg und Frieden in der Region mit vielen Millionen Menschen entscheiden.

Trump zeigte sich am Tag vor dem Gipfel locker und entspannt, sagte, er erwarte ein „nettes“ Ergebnis nach einem „sehr interessanten Treffen“ mit Kim. Der konziliante Smalltalk stand im scharfen Kontrast zum Furor, mit dem der twitternde Präsident nach dem G7-Gipfel in Kanada den kanadischen Premierminister Justin Trudeau und die EU bedachte.

Trump besuchte am Montag den singapurischen Ministerpräsidenten Lee Hsien Loong, der ihn und seine engsten Berater zum Mittagessen empfing. Er dankte Singapur für die Gastgeberrolle für den Gipfel und sagte: „Wir haben ein sehr interessantes Treffen insbesondere morgen, und ich denke, es kann sich alles ganz nett entwickeln.“ Vorher hatte er getwittert, es liege „Aufregung in der Luft“.

Delegationen klären vorab die letzten Details

Kim, der nach seiner Ankunft am Sonntag Lee seine Aufwartung gemacht hatte, ließ sich am Montag nicht in der Öffentlichkeit blicken.

Amerikanische und nordkoreanische Delegationen arbeiteten aktuell in einem Hotel die letzten Details aus. Nach dem Auftaktgespräch von Staatsmann zu Staatsmann am Vormittag ist eine zweite Runde unter Hinzuziehung engster Berater am Nachmittag geplant. Zentrale Themen sind eine Entnuklearisierung Nordkoreas und ein Friedensvertrag zur Beendigung des Korea-Kriegs von 1950 bis 1953, zu dem es bislang nur einen Waffenstillstand gibt. Einen Friedensvertrag müssten neben den USA und Nordkorea auch Südkorea und China unterzeichnen.

Zuletzt bemühte Trump sich, die Erwartungen zu drosseln und erklärte, das erste Treffen sei der Beginn eines längeren Prozesses.

Der Gipfel, den Trump zwischenzeitlich schon wieder abgesagt hatte, findet auf der Insel Sentosa südlich von Singapur beginnen. Wörtlich übersetzt bedeutet „Sentosa“ Ruhe oder Frieden, was zu den Zielen des Gipfels ganz gut passt. Allerdings heißt die Insel erst seit 1972 so. Früher nannten sie die Einheimischen anders: Pulau Belakang Mati, die Insel des Todes. Oder auch: die Insel, wo der Tod von hinten kommt. Möglicherweise hatte dies seinen Grund darin, dass früher hier Piraten hausten. Aber genau weiß das heute keiner mehr.

Trump und Kim versetzen Singapur in Ekstase
Schwer bewacht
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Polizisten patrouillieren vor dem St. Regis Hotel, der Unterkunft von Nordkoreas Machthaber Kim.

(Foto: dpa)
Viel Polizei
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Weit weniger martialisch wirken die Polizisten die vor dem Capella Hotel, dem kolportierten Treffpunkt zwischen Trump und Kim, patrouillieren.

(Foto: Reuters)
Zum Palast
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Die Autokolonne mit US-Präsident Trump fährt am Montag die Orchard Road hinunter. Ihr Ziel: Der Präsidentenpalast in Singapur.

(Foto: AP)
Treffen mit dem Ministerpräsidenten Singapurs
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Donald Trump (links) und Lee Hsien Loong schütteln sich die Hände. Wie schon Diktator Kim traf auch der US-Präsident zunächst mit Singapurs Premierminister zusammen.

(Foto: dpa)
Vor dem Istana-Palast
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In dem Gebäude hat Singapurs Ministerpräsident nicht nur Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un empfangen, sondern auch US-Präsident Donald Trump. Hunderte wollen einen Blick auf die Regierungschefs erhaschen.

(Foto: Reuters)
Viel Publikum
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Eine Menge Schaulustiger wartet darauf, dass die Wagenkolonne von US-Präsident Trump den Präsidentenpalast wieder verlässt.

(Foto: AP)
Kulinarische Besonderheiten
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Eine Kellnerin eines Restaurants in Singapur zeigt einen speziellen Hamburger, der aus Anlass des Treffens Trump und Nordkoreas Machthaber Kim kreiert wurde.

(Foto: dpa)

Heute ist Sentosa eine Vergnügungsinsel. Durch die Aufschüttung von Land ist sie auf mehr als fünf Quadratkilometer angewachsen. Pro Jahr kommen Millionen Besucher, um sich dort zu amüsieren. Der Gipfel findet im Fünf-Sterne-Hotel „Capella“ statt, einem ehemaligen Kolonialgebäude.

Es ist das erste solche Treffen in der Geschichte beider Nationen. Bis vor einigen Monaten beschimpften sich Kim und Trump gegenseitig noch heftig. Für den Nordkoreaner, dessen Land international weitgehend isoliert ist, bedeutet das Treffen auf jeden Fall eine Aufwertung. Der Gipfel in dem südostasiatischen Stadtstaat ist auch Kims bislang weiteste Auslandsreise überhaupt.

Die Erfolgsaussichten werden sehr unterschiedlich beurteilt. Einige Experten waren zuletzt darum bemüht, die Erwartungen zu dämpfen. Beide Seiten sind sich offenbar nicht einig, was „Denuklearisierung“ eigentlich bedeutet – also was atomare Abrüstung konkret umfasst und wie schnell sie gehen soll. Die USA sind seit vielen Jahrzehnten Atommacht. Nordkorea verfügt nach eigenen Angaben ebenfalls über Langstreckenraketen, die einen Atomsprengstoff bis aufs amerikanische Festland befördern könnten.

Denuklearisierung wird zum wichtigsten Thema

Bei dem Treffen dürfte auch die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen beiden Seiten eine Rolle spielen. Bislang haben die USA und Nordkorea weder Botschafter noch Botschaften im jeweils anderen Land. Darüber hinaus dürfte es auch darum gehen, einen endgültigen Friedensvertrag zwischen Nord- und Südkorea vorzubereiten. Völkerrechtlich ist der Kriegszustand zwischen beiden Seiten auch mehr als sechs Jahrzehnte nach dem Korea-Krieg noch nicht beendet. Kim hofft insbesondere auf ein Ende der Wirtschaftssanktionen, die sein Land massiv belasten.

US-Außenminister Mike Pompeo, der zusammen mit Trump in Singapur ist, machte nochmals deutlich, dass die USA eine „völlige, überprüfbare und unumkehrbare Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel“ durchsetzen wollen. Nach seinen Angaben gingen die vorbereitenden Gespräche am Montag „ins Detail“. Trump sei gut vorbereitet. Nordkorea sieht in der atomaren Abrüstung dagegen eher einen schrittweisen Prozess.

Die kommunistische Führung des 23-Millionen-Einwohner-Landes stimmte die Bevölkerung am Montag über die Staatsmedien auf das Treffen ein. Bei dem Gipfel gehe es darum, wie „neue Beziehungen“ entwickelt, ein dauerhafter Friedensmechanismus für die koreanische Halbinsel geschaffen und die „Denuklearisierung“ verwirklicht werden könnten. Zuvor waren die Nordkoreaner über das Treffen weitgehend im Dunkeln gelassen worden.

Südkoreas Präsident Moon Jae In äußerte zwar die Erwartung auf einen erfolgreichen Gipfel, erinnerte aber auch an die „tiefverwurzelte Feindschaft“ mit Nordkorea. Diese und der Streit um das Atomprogramm könnten nicht auf einen Schlag vollständig überwunden werden. „Selbst nachdem beide einen Dialog in Gang gesetzt haben, benötigen wir wahrscheinlich einen langen Prozess, der ein, zwei Jahr oder sogar länger in Anspruch nehmen wird“, erklärte Moon.

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  • ap
  • dpa
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